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II. Der Prozeß Dickhoff

Full text : Die Verbrecherwelt von Berlin / Otto, Gustav (Public Domain)

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wertvolle  Inventar  und  ließ  dann  das  nackte  Gut  für
315  000  Mark  an  einen  andern  Kommissionär  auf,  einen
Strohmann,  der  nicht  einen  Heller  nachweisbares  Vermögen
besaß,  der  das  Gut  sofort  zur  Subhastation  kommen  ließ,
und  bei  dem  der  Fiskus  wegen  der  Kosten  ebenso  das  Nachsehen ­
  hatte,  wie  bei  Dickhoff.
Des  letzteren  ganz  besondere  Spezialität  bestand  ferner
darin,  daß  er  sich  an  alte,  alleinstehende,  hilflose  Personen,
vorzugsweise  Frauen  herandrängte  und  deren  Geschäfte  zu
vermitteln  suchte,  und  wie  gewandt  hierbei  sein  Benehmen
war,  wie  leicht  es  ihm  wurde,  Vertrauen  zu  erwecken,  geht
daraus  hervor,  daß  ihn  gerade  vermögende  und  besonders
mißtrauische  Frauen  zu  sich  heranzogen  und  ihm  die  Leitung
ihrer  gesamten  Geschäfte  wie  einem  Generalbevollmächtigten
übertrugen,  eine  Stellung,  die  Dickhoff  dann  selbstverständlich ­
  dazu  benutzte,  sie  in  jeder  nur  denkbaren  Weise
zu  übervorteilen  und  zu  hintergehen.
Und  diesen  Lebenswandel  hat  der  Mann  —  eine  Stunde
von  Berlin  entfernt  in  Rixdorf  wohnend  —  in  Berlin
selbst  wohl  an  die  zwanzig  Jahre  lang  geführt,  ohne  daß
es  auch  nur  ein  einziges  Mal  gelungen  wäre,  ihn  zur
Verantwortung  zu  ziehen.  Nicht  allein,  daß  er  nicht  bestraft ­
  worden  ist,  nein,  es  ist  in  der  ganzen  Zeit  auch  nicht
eine  einzige  Untersuchung,  nicht  ein  einziges  Ermittelungsverfahren ­
  gegen  ihn  eingeleitet  worden.
Man  wird  vielleicht  geneigt  sein,  die  Schuld  hieran  nicht
in  letzter  Linie  der  Kriminalpolizei  in  die  Schuhe  zu  schieben,
und  diese  Neigung  könnte  sich  noch  steigern,  wenn  man
bedenkt,  daß  mit  Vorstehendem  das  Sündenregister  des
Übelthäters  noch  keineswegs  abgeschlossen  ist.  Indessen
            
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