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67. bis 83. Sitzung (17. Oktober bis 17. November 1919) 78. Sitzung. Dienstag den 11. November 1919

Full text : Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Ausgabe 5.1919/21 67. bis 83. Sitzung (17. Oktober bis 17. November 1919) (Public Domain)

62317 Verfässunggevende Preußische'Landesversammtung 78. Sigungram 11. November 1919 6232
[Berghaushalt] Deutschland zuleßt betragen zirka 190 Millionen Tonnen,
ZZ der Frieden8bedarf etwa 20 Millionen weniger, 1709 Mil-[Dr
 Frentzel, Abgeordneter (D. Dem.)] lionen Tonnen. Was haben wir heute? Lege ich die Zahlen,
: | . die uns der Herr Oberberghaupmann aus den Berichten des
solche Papiere anzulegen, selbst auf die Gefahr hin, daß ersten Vierteljahres gegeben hat, zugrunde, so komme ich, sehr
später ihre Rentabilität schlec<t sein wird. reichlich und günstig rechnend, für 1919 auf eine Förderung
(Zuruf links) von 120 Millionen, das heißt 50 MIR ME IE in
weniger. Davon geht ab das Saarrevier mit 9,5 Millionen
-- Wer die Papiere verkauft, Herr Abgeordneter Hue, weiß WIRE es GEE | die Forderungen der Entente, die
ih nicht. Ob das nationale oder andere Parteien sind, einige 40 Millionen Tonnen betragen. Es gehen also rund
weiß ich nicht. Derjenige, der verkauft, kennt nicht einmal 50 Millionen ab von den 170 Millionen Tonnen. Es
den Käufer. Wenn Sie einen Auftrag an der Börse auf- bleiben von den 120 Millionen nur noch etwa 70 Milgeben,
 wissen Sie nicht, wer der Käufer ist, und auch wenn lionen übrig. Mit anderen Worien, es fehlen uns an dem,
es ein Inländer ist, ist damit keine Sicherheit gegeben, daß was wir im Frieden zur Bestreitung unserer Wirtschaft geer
 nicht ein Strohmann ist. I< will Ihnen sagen, daß ih brauchten, nicht mehr und nicht weniger als 100 Millionen
gerade in den leßten Tagen mit anderen Sachverständigen Tonnen. Und wenn Sie die Zahlen, die der Herr Minister
mich besonder3 bemüht habe, Mittel .und Wege zu finden, geeben hat, Mi sich 57 55 fünf Me 37 ae
um das zu verhüten; denn das muß verhütet werden. Es bezogen, umrechnen, jo fommen Sie [ast auf 9as greie
siegt darin eine große Gefahr für unser Wirtschaftsleben. Ergebnis, nämlich auf 95 Millionen Tonnen. | Diese
68 gibt Leute, und nicht die schlechtesten Kenner und die Zahlen stimmen also ziemlich genau überein. Das beweist
wärmsten Freunde unseres Wirtschaftsleben3, die sagen: eins, wie shon der Herr Kollege Riedel hier ausgeführt
eine gewisse Befruchtung dieses ausgehungerten Wirtschafts- hat, daß die Ententepolitik, deren moralischen „Wert er
körpers durch fremdes Kapital ist zu begrüßen. Das ist s<hon richtig <arakterisiert hat, ganz falsch und töricht ist.
nur bis zu einem gewissen Grade richtig. Solange es ger ES ist ganz klar, daß sie für uns unausführbar ist, und
ichieht in der ehrlichen Absicht dieses Kapitals, wirklihe wenn sie die Entente in ihrer vollen Höhe ausführen will,
förderliche Arbeit zu leisten, jawohl! Sobald 6. das [d<neidet sie sich in das eigene Fleisch.
fremde Kapital fich festsezt mit dem Wunsch, die Herrschaft - . : : ;
an sich zu reißen, die deutsche Wirtschaft unter den Stand- (Sehr wahr! bei der Deutschen Demokratischen Partei)
vunkt einer Monopolweltwirtschaft oder die Wirtschaft Denn in dem Moment erlischt in Deutschland jede Möglich-Ren
 rem Landes zu je IR Re keit des wirtschaftlichen Wiederaufbaues und jede Möglichgroße
 Gefahr. I< kann nur sagen: Wehe unserem Berg- keit, die sonstigen Forderungen unserer Feinde irgendwie
bau, wenn er schließlich unter die Hände der Franzosen, zu befriedigen. Es ist also dringend notwendig, daß die
Engländer oder Belgier kommt. Dann ist es mit uns vor- feindlichen Völker, wenn sie ihr Interesse richtig verstehen,
bei. Dann ist es auch mit dem Wohl des deutschen Berg- auf eine Revision der Verträge eingehen und uns die Mögarbeiters
 „vorbei, wie Sie sehen können, wenn Sie über sichkeit lassen, aus der Kohlenmenge heraus diejenige wirtunsere
 Grenzpfähle hinaussehen. Deshalb müssen wir schaftliche Kraft zu gewinnen, die es uns möglich macht,
immer wieder daran denken: wie kann man den Bergbau ihnen einigermaßen das zu geben, was sie als Rüwieder
 zu einem rentablen Unternehmen machen? Das ist erstattung von ums haben wollen.
leichter gesagt als getan, und wenn man es augenblilich . | u .
nfo Mi: indem nu: RE jwrungöon epn (Sehr richtig! bei der Deuts<hen Demokratischen Partei)
worden sind, weiter erhöht, so kann ich dem gar nicht wider- EN Rde . ;
iprechen. Nur eins muß entgegengehalten werden. Die Mert ie DANE ran von nim inn:
Rreigerhöhung der Kohle hat ihre Grenze, sie ist eine in- PODen te es eriepen, aß die Forderungen, die die feinddirekte
 Steuer in schärfstem Maße. Durch sie wird jedes lichen Völker erheben, ihren Warenmangel durch Deutsch-Brot
 besteuert, das der Arbeiter ißt, jedes Hemd, das er lands Arbeit und Arbeitslust zu befriedigen, niemals bemmzieht,
 und schließlich das Hemd, das man auf der leßten ee 09622 Fnen: 17 auen es erben 98 die
Fahrt. mt 08 Grab mmm. Deehalb mus in Dieler Be fe 40: Auger 0 MS DE Cen 0 Deen
ziehung eine gewisse Grenze innegehalten werden, und man sehen, daß man die deutsche Wirtschaftskraft nicht Dine
fann nicht ohne weiteres immer weiter nach oben gehen weiteres aus dem europäischen Konzern herausschneiden
und: daran denken. dem Weltmarkipreis nachfolgen zu kann, in ihren Hoffnungen und Erwartungen sehr stark ent-Alon:
 2 ' täus<t werden.
Nun mödte ich Sie aber auch bitien, diese sehr
(Zuruf des Abgeordneien Hue) wichtigen und nach meiner Meinung grundlegenden Zahlen,
-- Ich bin doch nicht für alles verantwortlich, was andere n9<h einmal von dem Gesichtspunkt aus zu betrachten, wie
Leute sagen, aber ich glaube, gegenwärtig ist diese Preis- sich die Dinge in der Zukunft abspielen werden. Es ist
frage vielleicht noc<h zurüzustellen gegen die Frage, die ih doch klar, daß das, was wir jeht beobachten, was wir jeßt
im Anfang meiner Ausführungen berührt habe: wie frierend jeden Tag selber erleben, nicht ein Ding ist, was
steigern wir die Förderung, und wie sieht es überhaupt mit von heute auf morgen aus der Welt geschafft werden kann.
den Aussichten für unsere Industrie und Wirtschaft aus? Deswegen ist es nach meiner Meinung auch müßig, darüber
rhe in der jahrzehntelangen sorglosen schönen Zeit 3 jen 9 Per 52187 eim Femsennt oder eine Trans:-rauchten
 wir diese Frage nicht zu stellen; denn damals Porinot ijt. Beides ist vorhanden.
varen, wenn man richtig diöponierte, die Kohlen da, und „= , . MIE ns
ies Ze nufiriele hatte im November seinen Wintervorrat (Sehr wahr! bei der Deutschen Demokratischen Partei)
Ni gesichert. Die Grundlage ist, wie die Zahlen, die hier gegeben worden
Einmal möchte ich doh die Hauptzahlen -- es sind sind, beweisen, die EE 27.0608 x auf dieser
Jänz wenige, aber sie werden nach meiner Meinung immer Grundlage sett sich auf, vergrößert die Wirkung und läßt
durcheinandergebracht -- Ihnen nennen und daraus die sie noch schärfer erscheinen, die Transportkrisis. Aber diese
Folgerungen ziehen. Die Friedensförderung hat in Transportkrisis =- und hier liegt. dex schlechte Kreis vor ---78.
 Sitz Landes8pers. 1919
            
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