Pfad:
VI. Die Mittel zur Abwehr und Bekämpfung

Volltext: Die Verbrecherwelt von Berlin / Otto, Gustav (Public Domain)

197 
Berlin entlassen werden? Was will es sagen, wenn der 
Verein 500 zahlende Mitglieder hat, die einschließlich der 
seitens des Kaiserpaares bewilligten Zuschüsse jährlich etwa 
5000 Mark aufbringen, wenn er über ein Vermögen von 
ungefähr 35000 Mark verfügt und eine Jahreseinnahme 
von insgesamt 15 bis 20000 Mark aufzuweisen hat? 
Mit solchen Ziffern kann man einen auch nur einigermaßen 
erfolgreichen Kampf gegen die stattlichen Zahlen der Ver 
brecherstatistik nicht beginnen; jedes gute Werk, das der 
Verein an einem einzelnen Bestraften thut, bleibt für sich 
segensreich und anerkennenswert, als allgemein durchgrei 
fendes Mittel in dem Kampfe gegen das gewerbsmäßige 
Verbrechertum kann ihm nur eine sehr untergeordnete Rolle 
zugewiesen werden. 
Die Gründe, aus denen es dem Verein trotz seiner 
besten Absichten nicht möglich ist, größere Wirkungen zu 
erzielen, sind verschiedenartige. Zunächst ist überhaupt schon 
seine Existenz im Publikum sehr wenig bekannt, und wo 
sie bekannt ist, läßt sie gleichgültig, oder sie erweckt int 
besten Falle Interesse und Beifall, öffnet aber nicht den 
Geldbeutel. Es ist höchst unerfreulich zu sehen, wie kalt 
alle Welt diesen doch so lobenswerten Bestrebungen gegen 
übersteht; den meisten Menschen ist der Eingang auf die 
Verhältnisse der Verbrecher fast so unsympathisch, wie der 
Umgang mit ihnen selbst, sie sehen in ihnen nur verab 
scheuungswürdige Subjekte, aber sie haben kein Mitleid mit 
dem auch in ihnen steckenden menschlichen Keim. Deshalb 
halten sie sich fern von allem, was in diese Sphäre hinein 
ragt, und verspüren am allerwenigsten Lust, noch mate 
rielle Opfer für eine sie nicht anmutende Sache zu bringen.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.