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Full text : Bericht über eine Obligationsanleihe der Stadt Berlin / Runge, Heinrich (Public Domain)

Wericht
über  eine
neue  OdLigatisnen-Anleihe  der  Stadt  Sertin.

^Berlin,  am  Ende  des  dreißigjährigen  Krieges  eine  kleine  Stadt  von  nur
6  000  Einwohnern,  hat  sich  im  Laufe  der  folgenden  drei  Jahrhunderte  stetig
und  schneller  als  irgend  eine  andere  Stadt  Deutschlands  gehoben.  Alle  großen
Ereignisse,  welche  Preußen  und  Deutschland  betroffen  haben,  auch  die  ungünstigen ­
  nicht  ausgeschlossen,  haben  schließlich  zu  Gunsten  unserer  Stadtgemeiude
  fördernd  eingewirkt  und  dieselbe  zu  dem  gemacht,  was  sie  schon  vor
zwanzig  Jahren  geworden  war,  zum  ersten,  volksreichsten  und  wichtigsten
städtischen  Gemeinwesen  unseres  großen  deutschen  Vaterlandes.  Ihre  volle
Blüthe  verdankt  sie  aber  erst  dem  größten  Ereigniß  unserer  Epoche,  der
Schaffung  des  neuen  deutschen  Reiches,  der  lang  ersehnten  Einigung  des
deutschen  Volkes.
Es  ist  nicht  meine  Ausgabe,  das  zu  begründen  und  im  Einzelnen  nachzuweisen. ­
  Niemand  kann  und  wird  daran  zweifeln  wollen,  daß  die  großen
weltbewegenden  Ereignisse  der  Jahre  1870  und  1871,  welche  Deutschland
umgestaltet  und  seine  hervorragende  Stellung  in  Europa  begründet  haben,
aus  Berlin  tief  eingewirkt,  seine  bisherige  Stellung  maßgebend  geändert  und
ihm  Ziele  vorgerückt  und  Aufgaben  gestellt  haben,  an  welche  vorher  kaum  gedacht
werden  konnte.
Glücklicher  Weise  haben  die  städtischen  Behörden  Berlins  die  hohe  Bedeutung ­
  des  Umschwungs,  der  mit  dem  siegreichen  Kriege  aller  deutschen  Volksstämme ­
  gegen  Frankreich  und  mit  seinen  Resultaten  eingetreten  ist,  niemals  verkannt. ­
  In  fester  Einigung  mit  der  Bürgerschaft  haben  sie  vielmehr  sofort  die
Hand  angelegt,  um  die  vorhandenen  Zustände  zu  bessern  und  Berlin  zu  dem
zu  machen,  was  es  werden  muß,  wenn  es  jene  neuen  Ziele  erstreben  und  die
ihm  gestellten  Ausgaben  lösen  will.  Sie  hoben  ferner  unentwegt  und  unablässig ­
  und  ohne  Rücksicht  ans  die  ihnen  entgegentretenden  Schwierigkeiten
während  der  folgenden  fünfzehn  Jahre  fortgearbeitet  und  gestrebt,  obwohl  erst
nach  und  nach  die  öffentliche  Meinung  ganz  und  ohne  Rückhalt  auf  ihre
Seite  trat.
Alles  aufzuzählen,  was  in  jenen  letzten  drei  Lustren  in  Berlin  geschehen
ist,  ist  kaum  möglich;  dennoch  muß  hier  das  Wichtigste  angedeutet  werden,
weil  sich  aus  dem,  was  geschaffen  ist,  ergiebt,  was  noch  zu  thun  übrig  bleibt.
Zunächst  wurde  die  Wasserversorgung  der  Stadt,  welche  bisher  einer  Privat-Rafcbibliothek

FotJrobt.  der  Berliner  Stodtbib'lothek
            
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