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Periodical volume Sonnabend, 24. Februar 1900 Nr, 8

Full text: Der Bär Issue 26.1900

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Metz wieder zu entreißen, mißglückte, so verließ er, an seinem Glück 
verzweifelnd »nd durch Krankheit gebrochen, Deutschland und kehrte 
nie wieder dorthin zurück. Bald darauf, im Oktober 1555, legte 
er die Regiernngsgewalt in Deutschland in die Hände seines 
Bruders Ferdinand und begab sich nach Spanien, um hier seinen 
Lebensabend in beschaulicher Ruhe zu verbringen. In klösterlicher 
Abgeschiedenheit ist Karl V. in San Inste am 21. September 1558 
gestorben. So endete ein Fürst, der berufen schien, das römisch- 
deutsche Kaisertum zur höchsten Gewalt über alle Mächte der Welt 
zu erheben. Dr. G. Achbrecht. 
Von der Pariser Weltausstellung. 
ki. 
nser einleitender Artikel in Nr. 2 dcS „Bar" hat den geneigten 
Leser in einem kurzen Nnndgang über das ganze ungeheure 
Ansstellungsgclände hingeführt, da und dort zu einer kurzen 
Erläuterung verweilend oder ein imposantes Bauwerk im Bilde fest 
haltend. Damit ist für unsere Berichterstattung über den großen 
der Champs ElyseeS mit dem großen und kleinen Palast, die 
beide der Kunst gewidmet sind) 2. ihm gegenüber, auf dem linken 
Ufer der Seine, wohin die neue Alexander III.-Brücke führt, 
die Esplanade der Invalide» nebst der Uferstraße mit den 
„Pavillons der Rationen", die uns bis zur 3. Gruppe: dem 
vo» der pariser lVcltaiiostcllttng: Das Wareorama. 
Knltnrwettbewcrb, zu dem Frankreich alle Rationen eingeladen hat, 
gewissermaßen der Rahmen hergestellt worden, innerhalb dessen wir 
nunmehr in einer Serie von Artikeln durch Wort und Bild eine 
mehr ins einzelne gehende Darstellung alles Sehenswerten der 
großen Pariser Schau unternehmen, wollen. 
Womit aber beginnen, »nd welche Reihenfolge beobachten? 
Wir versetze» uns bei unserem Führerwerk ans den praktischen 
Standpunkt des Besuchers, der genötigt ist, in einer nur allzn- 
knappen Zahl von Tagen möglichst viele Eindrücke in sich anszn- 
»ehmeii und daher keine unnötigen Wege in die Kreuz und Quer 
machen darf, sondern gern ans seinen Streifzügen durch das ge 
waltige Terrain in angenehmer Abwechselung alles „mitnehmen" 
möchte, was seinem Wissenstrieb und beruflichen Interesse wie 
seinem Erholungsbedürfnis, seinem Verstand und seinen Sinnen 
Befriedigung gewährt. 
Zur Orientierung unserer Leser teilen wir zunächst die gesamte 
Ausstellung in vier räumlich aesonderte Gruppen: 1. das Gebiet 
Marsfeld mit dem Eiseltnrm, führt; hier sind Wissenschaft und 
Industrie vertreten. Ueberschreiteu wir von da die Jenabrücke, so 
befinden wir uns am Fuße des Trocaderopalnstes, der wieder 
Kunstsammlungen beherbergt und das Zentrum der 4. Gruppe 
bildet. Jede dieser vier Gruppen hat ihre eigenen Eingangsthore 
und ihre großen direkten Znfahrtswcgc, ans denen man durch die 
verschiedensten Verkehrsmittel aus allen Teilen der Stadt hin 
gelangen kann. Von den Spezialausstellungen, die wegen Raum 
mangels weit hinaus vor die Stadt, »ach Vincennes rc. verlegt 
werde» mußten, sehen wir hierbei vorerst völlig ab; sie können nur 
gesondert in Augenschein genommen werden, während es ans dem 
eigentlichen Ausstellungsgebiete nicht schwer ist, aus einem der vier 
großen Lager, in die wir es wie vorstehend eingeteilt haben, in 
eins der benachbarten hinüberzuschweifen. Am bequemsten wird der 
Wechselverkehr zwischen der Juvalidenesplanade und dem Marsfclde 
sein, weil diese Gebiete unter sich durch eine elektrische Rundbahn 
verbunden sein werden.
        
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