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Periodical volume 24. Dezember 1898, No. 52

Full text: Der Bär Issue 24.1898

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Rupert Scipio Freiherr von Lentulus, General, ff. 
*■!<; Gefecht bei Soldau. — Alex Freiherr von Minutoli, Kunst 
sammler, geb. 
Die Franzosen räumen die Festung Torgau, 
Emil du Bois-Reymond, Physiolog, -st. 
27. Dezember, 
)7i1 Kapitulation von Olmütz, 
, 'n Karl WeiMog, Schriftsteller, geb 
Karl Fr. von Steinmetz, Generalfelt marschall, geb. 
Aushebung des Religionsediktes. 
1806 Ferd. Aug. Kühne. Schriftsteller, geh. 
M Kapitulation der Franzosen in, Memel. 
>76 Beginn des Bombardements von Piris. 
1'^ Kaiser Wilhelm I. ichlägt Moltkes Abschiedsgesuch ab, 
1881.! Ed. Bendemann, Maler, ff. 
28. Dezember. 
, ,4 ■■ Einzug Friedrichs des Großen in Berlin. 
! 796 Prinz Ludwig f. 
812 Julius Rietz, Komponist, geb. 
Herbert Graf von Bismarck geb. 
23. Dezember. 
1721 Joh. Heinr. Casimir Graf von Carmer, Minister,- geb. 
1751 Fr. Rud. Graf von Rothenburg, General, ff. 
1813 Stiftung der Krtegsdenkmiinzc. 
1834 Charlotte Stieglitz -st. 
30. Dezember. 
1764 Bauernordnung für Vor- und Hinterpommern. 
1773 Ludw. von Borstell General, geb. 
1781 Prinz Friedrich Heinrich Karl geb. 
1806 Lud, Wiese, Pädagog, geb. 
1812 Dorks Konvention von Tauroggen. 
1819 Theod. Fontane, Schriftsteller, geb. 
1832 Ludw. Devrient, Schauspieler, f. 
1875 Errichtung eines Eisenbahnregiments. 
31. Dezember. 
1771 Christ. Ad. Klotz, Theolog (Lessings Gegner), f. 
1776 Kasp. Spurgheim, Phrenolog, geb. 
1820 Felix von Niemeyer, Mediziner, geb. 
1827 Hans Wachenhusen, Schriftsteller, geb. 
1872 Schluß der deutschen Spielhöllen. 
1892 Peter Franz Reichcnsperger, Politiker, ff. 
Mchertisch. 
Allgemeine Geschichte der bildenden Künste. Von Or. Alwin Schultz. 
Berlin. Historischer Verlag Baumg artet. 
Von der großartig angelegten .Allgemeinen Geschichte der bil 
denden Künste" des Prager Universitätsprofessors vr. Alwin Schultz 
liegen nunmehr die Lieferungen 19 bis 21 vor, mit welcher die Dar 
stellung der altgriechischen Plastik abschließt. In Lieferung 19 begegnen 
tvic vorerst noch einer interessanten Reihe teils in Schwarz-, teils in 
Farbendruck vorzüglich ausgeführter Tafeln, Reproduktionen charakteristischer 
Kunstdenkmalc der alten Kulturvölker Asiens, wie Chaldäer, Perser, 
Hethiter, Phönizier und Juden. Tann aber beginnt in Wort und Bild 
die mit höchster Sorgfalt durchgearbeitete Darstellung des unvergleich 
lichen Wirkens griechischen Geistes auf den Gebieten der Architektur und 
Skulptur. Anschaulich breitet sich vor dem Auge des Kunstfreundes in 
textlich wie illustrativ völlig neuer Schilderung bas vollständige Bild 
der herrlichsten aller Kunstperioden aus, in harmonischem Zusammen 
wirken des gediegenen Textes mit einer Fülle von sachkundig ausge 
wählten stilgetreuen Abbildungen. Von den heiterschönen Tempelbauten, 
in denen das tiefreligiöse Empfinden der Hellenen den Unsterblichen 
olympische Wohnstätten auf den sonnigen Gefilden Griechenlands schuß 
schweift der Blick zu den wundervollen Gebilden der Plastik, jenen un 
vergleichlichen Verkörperungen des idealen Schönheitsgesühls, die noch 
heute als unerreichte Schöpfungen künstlerisch bildender Kraft angestaunt 
und verehrt werden. Alles in ollem gewährt es einen wahrhaften 
Genuß, bei diesen Blättern zu verweilen, die unendlich viel des 
Schönen in sich bergen, und die in beredten Worten, alle neuen und 
neuesten Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung verwertend, den 
Entwicklungsgang jener bedeutungsvollen Kunstepoche schildern, die 
für das künstlerische Bilden aller Folgezeiten zur Basis geworden ist. 
Das Künstlerbuch. Eine kleine ausgewählte Reihe von Kllnstlermono- 
graphien von Franz Hermann Meißner. Band I. Arnold 
Böcklin. Berlin und Leipzig. Schuster u. Löffler. 1898. 
Franz Hermann Meißner — in weiteren Kreisen bekannt geworden 
durch sein Klinger-Werk — liegt in der vorliegenden Schrift, der ersten 
einer größeren Sammlung, eine neue Gabe seines Fleißes auf den 
Büchertisch. Keinem Geringeren ist sie gewidmet als dem greisen 
Böcklin, dem Einsam-Gioßcn, von dem jedermann spricht und doch so 
wenige etwas wissen. Ist durch diesen Namen die größte Erwartung 
wachgerufen, so umschließt er andererseits zugleich eine der größten 
Aufgaben, die dem Kunsthistoriker gesetzt werden können. Damit ist 
das Künstlerbuch aber gut eingeleitet; denn Meißner ist ein vor 
züglicher Schildercr, der neben einer feinen künstlerischen Empfindung 
auch die Beobachtungsgabe besitzt, aus den treibenden Kräften in der 
Kultur- und Geistesentwickelung die zu erfassen, als deren Summe 
oder Produkt sich die Persönlichkeit von der Masse abhebt. Böcklin 
ist für uns Deutsche mehr als der Künstler, mehr vielleicht als der 
historische Ausläufer der in uns wirkenden Renaissance-Kräfte: in ihm 
erkennen wir einen Ausfluß der in uns, in der Volksseele, schlummernden 
echt deutschen gcmüt- und sinnvollen Traumseligkeit. Es läßt sich 
daher ermessen, daß einer solchen Persönlichkeit gerecht zu werden — 
ohne Uebermaß und ohne Herabminderung — nicht jedermann gegeben 
ist Meißner hat sich an die Aufgabe gewagt, und man muß zugestehen, 
daß er sie gelöst hat, soweit sie eben ein Zeitgenosse einem Zeitgenoffm 
gegenüber lösen kann. Es ist zu hoffen, daß die folgenden Monographien 
sich auf der Höhe dieser ersten halten werden, und daß auch die Aus 
wahl der Künstler selbst eine vorsichtige sein wird. Fügen wir noch 
hinzu, daß die Ausstattung, wie es ja eigentlich bei den vorteilhaft 
bekannten Verlegern vorauszusetzen ist, eine gediegne künstlerische ist, 
so läßt sich erwarten, daß das Böcklinbuch Meißners bald eine beliebte 
Festgabe bilden wird-, R. M. 
Trowitzsch' Bolkskalender. Berlin, Verlag von Trowitzsch u. Sohn. 
Preis geb. 1 Mk. 
Der vorliegende zweiundsiebzigste Jahrgang von Trowitzsch 
Volkskalender erweist sich wieder als ein gutes, echt deutsches Volks 
buch. Aus dem ungewöhnlich reichen Inhalt bieten Erzählungen und 
Humoresken von Arthur Achleitner, I. Zink-Maishof, T. von Horst rc., 
sinnige Gedichte, meist illustrierte Anekdoten u. s. w. eine seltene Fülle 
von Unterhaltungsstoff; dann aber schätzenswerte Belehrung unter Ver 
meidung trockener Lehrhaftigkeit die Beiträge: Was bringt das Bürger 
liche Gesetzbuch? Neue Hilfsmittel für die Küche. Wie sollen wir 
Klavier üben? Illustrierte Zeitgeschichte u. a. Durch den Bilderschmuck, 
wie in der Auswahl feiner litterarischen Beiträge steht Trowitzsch 
Volkskalender in jeder Hinsicht w:it über den Erscheinungen der gewöhn 
lichen Kalcnderlitteratur. 
Die Nummer 2894 der „Illustrierten Zeitung" in Leipzig ist 
eine Wcihnachtsnuluiucr in hervorragender Bedeutung des Wortes. 
Von ihren Weihnachtsbildern nimmt Tizians Magdalena (nach dem 
Gemälde im Palazzo Pitti zu Florenz) die erst« Stelle ein. Die in der 
Kunstbeilagc der Weihnachtsnummer im Holzschnitt wunderschön wicder- 
gegebene „Magdalena", welche Tizian für den Herzog von Urbino 
malte, ist hinter Glas und Rahmen sogar ein vornehmes Weihnachts 
geschenk. Die übrigen Weihnachtsbilder: „Mutter mit Kind" (nach 
dem Gemälde von Hugo Vogel), die Bilder von Guillery, Schröter und 
Neuhaus sind echte Stimmungsbilder der Weihnachtstage, auf denen 
das Auge der Beschauer mit Behagen weilt. Das altgermanische Jul- 
fest (nach einer Gouache-Zeichnung von Walter Püttner) hat als Be- 
glcitstrophen eine schöne Dichtung von Hermann Allmers. Von 
aktuellen Bildern bringt die Nummer die Eröffnung des deutschen Reichs 
tags im Weißen Saal des Königlichen Schlosses zu Berlin am 
6. Dezember (nach einer Skizze von H. Lüders gezeichnet von O. Gerlach), 
Ansicht der neuen Nheinbrückc bei Düsseldorf nebst Einblick in die 
Eiscnkonstruklion derselben, sowie Ansicht des Portals, welches auf die 
prächtige Brücke mit ihren schlanken, schönen Formen führt. Die beiden 
Portale, welche sich auf den beiden die Strombrücke begrenzenden 
Pfeilern erbeben, sind in Renaissanceformen aufgesübrt. Die Berliner 
Bilder: „Im Witwenverein", mit Text von A. Oskar Klaußmann 
und „Moderne Fechtkünstler im Passagepanoptikum" sind namentlich 
für die Bewohner der Reichshauptstadt von großem Interesse. Noch 
sind hervorzuheben die Bilder: „Der Friede, durch Waffen geschützi" 
(Bronzegruppe auf dem Kaiser-Wilhelmsplatz zu Quedlinburg), „der 
neue Buttenstedtsche Flugapparat" (nach einer Skizze von Hosang) und 
Bildnis des Oberlandcsgerichtspräsidcnten und Kanzlers im Königreich 
Preußen: Ernst von Holleben (nach einer Photographie von Gottheil 
u. Sohn in Königsberg.! 
Kntserlt:RatsherrSchönbrunn. Erzählung aus dem dreißig 
jährigen Kriege. Von C. Kühns. (Fortsetzung.) — Die Hochburg 
des Deutschtums gegen den Osten. Von Friedrich Rücker. 
(Mit Abbildung.) (Schluß.) — Unser Tiergarten. Von Georg 
Bormann. (Fortsetzung). — Kleine Mitteilungen: Das Wede- 
kindsche Haus in Hildesheim. (Mit Abbildung.) Markgraf Hermann 
vereinigt die Städte Berlin und Kölln. Stein und Vincke. — Branden- 
burgisch-preußische Erinnerungstafel. — Büchertisch.
        
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