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Periodical volume 17. Dezember 1898, No. 51 Abbildung: Schloß Marienburg. Hochmeisterpalait

Full text: Der Bär Issue 24.1898

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gezwungen, nach 13 jährigem Kriege die Hälfie des Ordens- 
gebieies (Westpreußen) an Polen abzutreten (1466) und fick> 
mit der östlichen Halste als polnisches Lehn zu begnügen. 
Siebzehn Meister hatten 148 Jahre in Marienburg residiert, 
als der genannte Ludwig von Erlichshausen aus der 
Burg vertrieben wurde. Die nun folgende kurze Lehns 
meisterschaft endete damit, daß Markgraf Albrecht von 
Brandenburg-Ansbach, der als kaum 20jähriger 
Jüngling zum Hochmeister erwählt wurde, nach einem 
erfolglosen Kriege mit Polen (1519 bis 1525) das preußisch: 
Ordensland in ein iveltliches erbliches Herzogtum ver- 
wandelte und selbiges laut Friedensverlrag von Polen 
zu Lehn nahm. Infolge hiervon legten die meisten 
Ordensritter in Preußen das Ordensgewand ab und empfingen 
Lehnsgüter und Aemter vom Herzog. Im übrigen Deutschland 
jedoch erfolgte von seiten des Ordens selbst der heftigste 
Protest gegen die von Albrecht vorgenommene Säkulari 
sation. Der Deutschmeister (Verwalter der in Deutsch 
land gelegenen Balleicn des Ordens) wurde hierauf 
vom Kaiser zueist mit der Administration betraut, dann 
auf dem Augsburger Reichstag (1530) mit der hoch 
meisterlichen Würde selbst und mit Preußen belehnt. 
Auch wurde Herzog Albrecht in die Reichsacht er 
klärt und zur Herausgabe des Landes aufgefordert. 
Da aber niemand da war. der die Ausführung der 
kaiserlichen Verordnungen übernommen hätte, so blieben 
sie, so oft sie auch damals und in Zukunft wiederholt wurden, 
erfolglos, und der deutsche Orden mit seinen hin und her 
in Deutschland zerstreuten Gütern gestaltete sich zu einer Ver 
sorgungsanstalt für die jüngeren Söhne fürstlicher und 
gräflicher Familien. Mergentheim (das heißt Marienheim) 
an der Tauber wurde zur Deulschordensstadt erhoben, 
bis auch dieses kurz vor der Aufhebung des Deutschen 
Ordens und der Niederlegung der letzten Hochmeister 
würde durch den Erzherzog Anton von Oesterreich, 
den Bruder des Kaisers Franz II. (1803), ebenfalls ein 
weltliches Fürstentum wurde und au Württemberg fiel. 
Die übrigen Besitztümer des Ordens wurden denjenigen 
Fürsten zugeiprochen (Bayern, Hefien u. s. w.), in 
deren Territorium sie gelegen waren. 
(Schluß folgt). 
seine Jagdgebiete lagen bei Potsdam und Wusterhausen —, so 
daß der auf kurze Zeit zurückgesetzte Park für die Neu 
schöpfungen seines Sohnes bereit war. 
Das Vorrücken der Stadt geschah zunächst von der 
Unser Tiergarten. 
Von Georg Vormann. 
II. 
Man kann von der Zeit Friedrich Wilhelms I. 
in Bezug auf den Tiergarten sagen, daß sie 
ihm fast seinen heutigen Umfang gab; d. h. durch 
Vorrücken der Stadt wurde er von ihr bis zu seiner 
gegenwärtigen Grenze zurückgedrängt. Und wenn nun 
auch der Soldatenkönig das Waldgebiet auf dem Boden 
des heutigen Königsplatzes ausroden ließ und einen Exerzier 
platz daraus machte, so war doch dies der einzige starke 
Eingriff in den Baumbestand des Tiergartens, abge 
sehen von dem. den die Erweiterung der Stadt notwendig 
machte. Im übrigen ist mit Recht hervorzuheben: Trotz seines 
ökonomischen Sinnes und seines Nützlichkeitsdranges erhielt 
er den Tiergarten, der für ihn ohne Bedeutung war — denn 
Au» der „Illustrierte» Zeitung" in Leipzig. Aus Grünt- ei» 
kleinen Wall-(Schadow-)Straße bis zur Wtlhelmstraße. Wall 
und Graben, die bisher auch die Dorotheenstadt vom Tier 
garten schieden, wurden beseitigt, und das Terrain bis zum 
heutigen Brandenburger Thor, das sich aber noch bis 1789 als
        
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