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Periodical volume 10. September 1898, No. 37

Full text: Der Bär Issue 24.1898

443 - 
1824 Mor. Lazarus, Philosoph, geb, 
1827 Karl Rud. Friedenthal, Minister, geb, 
1834 Ernst Ludw, Heim, Mediziner, — Heinr, Gottfr, von Treitschke, 
Historiker, geb. 
1843 Karl Wilh. Gg. von Grolmann, General, +. 
1865 Bismarck tritt in den erblichen Grafenstand, — Preußen ergreift 
Besitz von Lauenburg. 
1884 Dreikaiserzusammenkunft in Skiernicwice. 
16. September. 
1673 Joachim Christoph von Jectze, Generalfeldmarschall, geb. 
1786 Gabr. Dan. Fahrenheit, Physiker, -s. 
1744 Kapitulation von Prag, 
1753 Hans G. Wenccsl, Freiherr von Knobelsdorff, königlicher Bau 
intendant, ch. 
1798 In Berlin wird verboten, Bilder und Lebensbeschreibungen zum 
Tode verurteilter Verbrecher zu verkaufen. 
1809 Auf Napoleons I. Befehl werden in Wesel 11 Schillsche Offiziere 
erschossen. 
1813 Treffen am Göhrder Walde. 
1834 Julius Wolff, Dichter, geb. 
1846 Heinr. Freiherr von Minutoli, General, f. 
1873 Die letzten deutschen Truppen verlasien den französischen Boden. 
1877 Grundsteinlegung zum Niederwald-Denkmal. 
1881 Prinz Wilhelm wird Major. 
Büchertisch. 
Direktorium, Konsulat und Kaiserreich 1795 —1815. Von Paul 
Lacroix. Leipzig 1898. Verlag von Heinrich Schmidt und 
Karl Günther. In Lieferungen zu je 60 Pf. 
Die Lieferungen 7—12 dieser reich illustrierten Kulturgeschichte aus 
der wild bewegten Zeit von 1795—1815 behandeln die Finanzverhält 
nisse (Wucher und Schwindel), das Spiel, Küche und Tisch, die Theater 
und Nationalfeste. Neben dem instruktiven Text, der durchweg auf zeit 
genössischen Schilderungen basiert, »eben die zahlreichen Illustrationen 
dem schönen Werke einen bedeutenden Wert, Die herrlichsten Gemälde und 
Bildwerke des Louvre und anderer Museen werden in vollendeter 
Reproduktion wiedergegeben. Ein Anhang des Werkes soll ca. 200 Karika 
turen über Napoleon I. aus England, Deutschland und Italien bringen. 
Das schöne Werk ist jedem Geschichtsfrcund zur Anschaffung zu empfehlen. 
— n. 
Ludwig Anzengrubers gesammelte Werke. 3. Auflage. Stuttgart, 
Verlag der I. G. Cotlaschen Buchhandlung. In Lieferungen zu 
je 40 Pf. 
Die vorliegenden Lieferungen 43—49, die den 8. Band bilden, 
enthalten die Volks-Dramen: „'s Jungferngist", „Stahl und Stein" 
und „Die Trotzige". Diese Dramen reichen nicht an die Meister- 
schöpfungen Anzengrubers heran, aber auch sie zeigen den Dichter als 
einen hoch begabten Dramatiker, „'s Jungferngist" und „Die Trutzige" 
sind der Gallmeyer und der Geistinger „auf den Leib geschrieben", sind 
mithin mehr Gelegenheitsdichtungen, die geschrieben sind, um diesen 
Künstlerinnen Glanzrollen zu verschaffen. In Einzelheiten zeigt sich 
Anzengruber auch in diesen Dramen als der Meister tn der Schilderung 
der bäuerlichen Weit seiner heimatlichen Berge. Das Volksstück „Stahl 
und Stein" ist eine Dramatisierung des „Einsam'", jener Perle seiner 
„Dorfgänge" genannten Novellen, in welcher ein Pfaffenkind im Hader 
mit der göttlichen und irdischen Weltordnung durch den eigenen Vater 
zu einem tragischen Tod getrieben wird. Aus dem katholischen Pfarrer 
und Eiferer ist in dem Volksstück aus Rücksicht auf die Zensur ein länd 
licher Bürgermeister geworden, der den „Einsam'", einen menschenscheuen 
Dorf-Philosophen, der allein im Gebirge haust, mit Gewalt aus seiner 
Felsen-Höhle vertreiben läßt, um dem Dorfe das schlechte Beispiel zu 
nehmen, das ihm de'7 kirchenfeindliche Einsiedler und Tagedieb giebt. 
Im Kampfe mit den Gendarmen wird der „Einsam'" erschossen; aus 
seinen Papieren aber geht hervor, daß er ein unehelicher Kind des 
Bürgermeisters ist, und so hat sich dieser fanatische Eiferer selbst für die 
Sünde seiner Jugend auf die furchtbarste Weise gestraft. Die Gestalt 
des „Einsam'" ist ein echt Anzengruberscher Dorf-Grübler von packender 
Wirkung, ein menschenfeindlicher Tagedieb, der die Menschen flieht, weil 
seiner Geburt ein Makel anhaftet, und weil er im Jähzorn einen Mann 
erschlagen hat, der ihn und seine Mutter seiner Geburt wegen beschimpft 
hatte. Im Zuchthause hat er für diese That des Zorne« büßen müssen, 
dort ist der „Einsam'" geworden, der nicht mehr unter die Menschen 
paßt, weil er nicht mehr mit ihnen lachen kann. „Meinst aber, daß 
ich's 'n Leuten sehr übel nehm, wenn sie sich von mir fernhalten? Be 
wahr', ich selber möcht' ja mit koan'm verkehr'» wie ich oaner bin. I 
und dö Leut' wir taugen nit z'sammen und von Rechts wegen g'hör ich 
gar nit da in d' Welt h'nein." R. G. 
Piz Znpü. Eine Geschichte aus dem Touristenleben der vornehmen 
Welt im obern Engadin. Von A. W e i d e n m ü l l e r. 228 Seiten. 
Verlag des Rauhen Hauses in Hamburg. Mk. 2,20. Elegant 
geb 3 Mk. 
„Piz Zupü" so lautet der Titel eines neuen, nicht nur schönen, 
sondern auch wertvollen Buches, das die wärmste Sympaihie erweckt. 
Seine hervorragende Bedeutung liegt nicht allein in den verwickelien 
und spannenden Situationen, sondern mehr noch in der psychologisch 
feinen, von Schritt zu Schritt durchgeführten Eniwickelung der beiden 
Haupcharakterc; in der seelischen Schönheit der Heldin, wie in der 
Wahrheit, mit der die Umwandlung ihres Gegenparts geschildert ist. 
Nicht unwesentlich wird der Genuß erhöht durch die graziöse, feine und 
doch kraftvolle Sprache, die wie ein erquickender Bach dahinfließt, 
immer belebend und den Leser in einer Weise erfreuend, wie es selten 
geschieht; es ist alles reine, edle Kunst! Einer der tiefsten Gnaden- 
gedanken Gottes ist in dem Buche veiherrlicht, und das wird vom Leser 
unvergessen bleiben. Der Roman ist ein vollkommenes Meisterstück und 
wird in allen Kreisen die wärmste Teilnahme finden. 
Die Höpfe. Eine Art Familienroman von Victor v. Kohlenegg. 
Berlin 1898. Verlag von Otto Zanke. Preis: 5 Mark. 
Nicht „eine Art", sondern ein rechter und echter Familienroman 
ist es, der vor uns liegt, und zwar unstreitig einer der besten. Wie 
greifbar, klar und bis in die innersten Herzrnsfalten erkennbar treten die 
Gestalten vor uns hin, nehmen unser seelisches Mitempfinden in Anspruch 
und fesseln das Interesse bis zum allseits befriedigenden End- l Eine Reihe 
idpllischer Scenen von rührender Einfachheit und zartester Poesie ent 
rollt sich dem Leser, und andererseits fehlt doch nicht der köstliche Humor, 
wie wir ihn etwa bei Raabe oder Fontane finden Daß der Verfasser 
in dem Bestreben, Originale zu zeichnen, bißw-ilen in seinen Ausdrücken 
über das Ziel hinausschießt, vermag dauernd nicht zu stören oder den 
Gesamteindruck abzuschwächen — die „Höpfe' seien unsern Lesern hier 
mit bestens empfohlen. P. B. 
Die evangelischen Kirchen »nd Kapellen in Berlin und seiner nächsten 
Umgebung. Nebst einem chronologischen Verzeichnis der Gottes 
häuser von Max Kühnlein, Architekt. Berlin 1898. Otto 
Nahmmacher. Preis 75 Pf. 
Das allgemeine Interesse, welches den neuerdings errichteten 
Kirchenbauten Berlins und seiner Umgebung entgegengebracht wird, hat 
den Verfasser veranlaßt, wie er in der Vorrede sagt, in gedrängter 
Kürze die für den Fachmann wie für den Laien wichtigsten und inter 
essantesten Notizen über sämtliche evangelische Kirchen in Berlin und in 
einigen Vororten zusammenzustellen. Quellen, wie Fidicin, Berlin und 
seine Bauten, Ev. Kirchl.-Anzeiger und Jubiläumsschriften gaben 
manchen wichtigen Aufschluß, doch stützt sich im wesentlichen die Arbeit 
auf die von fast sämtlichen evangelischen Psarrgeistlichen in Berlin in 
entgegenkommendster Weise dem Verfasser gemachten M itteilungen. Die 
kleine Schrift wird allen, welche sich für das evangelische Kirchenwesen 
der Reichshauptstadt interessieren, höchst willkommen sein; sie sei namentlich 
den Mitgliedern der Gemeindekirchenräte und Gemeindevertretungen 
warm empfohlen. —n. 
Das Augusthcst 1898 der „Deutschen Revue", herausgegeben von 
Richard Fleischer (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt), hat nach 
stehenden Inhalt: Gespräche mit und ungedruckle Briefe von Gladstone. 
Von Spiridion Gopcevic. — Die Natfhexe. Von Margarete voy 
Oertzen. — Ueber den Einfluß der Physik auf Wissenschaft und öffentliches 
Leben. Von F. Kohlrausch. — Ernest Renan und die religiösen Fragen 
in Frankreich. Von Maurice Vernes, Professor an der Reale pratique 
des Hautes-Etudes. — Auf der Freite. Die angelsächsisch (keltisch^)- 
germanische Allianz. Von M. von Brandt. — Alte und neue Ansichten 
über die Ursache der Lebensthätigkeit. Von Pros. Or. O. Loew. — Die 
Fortbildung des biblischen Gesetzes durch den Talmud. Von M. Lazarus. 
— Zwei deutsche Staatsmänner. Von Heinrich von Poschinger. — In 
Westindicn. Äon Poultney Bigelow. — Die Jnsultierung des 
französischen Botschafters Bernadolte 1798 in Wien. Von General 
major Auspitz. — Die spanische Dynastie, die Königin-Regentin und der 
Hof. .Von Emilia Parvo Bazün. — Hoffmann von^Fallersleben und 
Leocadia v. Nimptsch auf-Jäschkowitz. Von Heinrich Meisner. — 
Naturwissenschafiliche Revue. — Berichte aus allen Wissenschaften. -r 
Kriegswissenschaft: Die strategische Bedeutung Gibraltars. Von Rogallo 
von Bieberstein. — Litterarische Berichte. — Eingesandte Neuigkeiten 
des Büchermarktes. — Allmonatlich erscheint ein Hell von 128 Seiten. 
Preis vierteljährlich (3 Hefte) 6 Mark. Das Januarheft der „Deutschen 
Rivue" ist durch jede Buchhandlung auf Verlangen zur Ansicht zu erhalten. 
Anhalt: Stralsund. Erzählung aus dem dreißigjährigen 
Kriege. Von C. Kühns. (Fortsetzung.) — Das Mehlhaus vom 
Jahre 1776. (Mit zwei Abbildungen.) — An der Löcknitz. Von 
Emil Böhm. (Mit Abbildung.) (Schluß.) — Kleine Mitteilungen: 
König Friedrich Wilhelm I. als Jäger. Vom Stralauer Fischzug im 
Jahre 1798. Bismarcks Arbeitsthäligkeit. Eine wenig bekannte Würd« 
des eisernen Kanzlers. — Brandenburgisch - preußische Er 
innerungstafel. — Büchertisch. 
Pianinos 
Flügel. 
toi*«'* Berlin W., 
Potsdamerstr. 27 b.
        
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