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Periodical volume 13. August 1898, No. 33

Full text: Der Bär Issue 24.1898

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Bürger, in dieser vor Augen schwebenden Kriegsgefahr 
fest verbunden dazustehen; bei der wahren Religion Slugs- 
burgischer Konfession beharrlich bis ans Ende zu verbleiben; 
für Freiheit und Rechte ihrer Stadt bis zum letzten Bluts 
tropfen zu st-eiten; in allem nur der Stadt Bestes ohne 
Scheu und Eigennutz und Ersparung Leibes, Bluts und Guts 
wahrzunehmen; k ine Besatzung oder Einquartierung einzu 
nehmen, treu zum römischen Reich zu stehen, soweit es vor 
Gott, vor den Nachkommen und diesem der Stadt g-schworeneii 
teuren Eide verantwortlich sein würde; dem Rat als ihrer 
von Gott gesetzten Obrigkeit, wie auch ihren Kriegsbefehls- j 
hadern zu gehorsamen; dre Wachen selbst in Person zu bc- j 
sehen und jeden, welcher wider diese Kapitulation handle, an i 
Kurfürsten Friedrich II. durch den sich bis an de» jetzigen 
Opernplatz erstreckenden Tiergarten ein Weg nach Liehen 
(Charlottenburg) und von da nach Spandau. In der Mitte 
des 17. Jahrhunderts begann die Anpflanzung einer breiteren 
Straß', die durch die i» den Jahren 1660 bis 1680 durch 
den Großen Kurfürsten durchgeführte Befestigung Berlins zu 
nächst beeinträchtigt, nachher aber erheblich verschönert wurde. 
Die Festungswerke erstreckten sich von der Brücke bis etwa an 
das Palais. Eines der ersten alten Häuser an der Pracht- 
straße der Linden war das für den Generalmajor o. Weiler 
auf der Stelle des jetzigen Palais errichtete. Ihm gehörten 
auch die zwei benachbarten Grundstücke, wo heute das Nieder 
ländische Palais steht und wo sich die Königliche Bibliothek 
-aE 
DiiI Tuuenziensche PukaiK 
Unter den Tinden 
Leib. Ehre und Gut nach Gelegenheit des Verbrechens zu 
strafen. So wahr uns Gott helfe! Amen! — 
Als der Bürgermeister mit tiefatmender Brust aus der 
Kirche heimkehrte, raffelten vom Goldenen Löwen am Alten 
Markt einige schwere Reisewagen fort. Die herzoglich pom- 
merschen Räte reisten ab, den Staub dieses Sodom von ihren 
Füßen schüttelnd. (Fortsetzung folgt.) 
Zur Geschichte des Palais Kaiser Wilhelms I.*) 
(Mit zwei Abbildungen.) 
Das Palais Kaiser Wilhelms I. steht auf altem historischen 
Boden. Wo jetzt die „Linden" find, ging schon zur Zeit des 
*) Die nachstehenden Mitteilungen sind einem Vortrage des 
Architekten P. Walls entnommen, den er in dem Verein für die Ge 
schichte Berlins gehalten hat, als dieser am 11. Mai d. I. das Palais 
befindet. Das Haus ».Weilers war in einfacher holländischer 
Renaissance errichtet. Weiler starb 1693. Danach kam das mit 
einem sehr großen Garten ausgestattete Grundstück durch Kauf in 
die Hand des Markgrafen Philipp Wilhelm, des Bruders des 
Kurfürsten Friedrich III. ('s 1711.) Um 1750 übernahm ?S 
Markgraf Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Schwedt, 
der dasselbe durch Dietrich ausbauen ließ. (f 1771.) Von 
seinen Erben lauste es Domherr v. Bredow. Von diesem 
erwarb Friedrich der Große 1774 den Teil des Grundstückes, 
auf welchem er die Königliche Bibliothek erbaute. Auch an 
der Ecke der Behrenstraße wurde ein Stück für ein Ver 
waltungsgebäude abgetrennt. Das noch immer recht ausehn- 
Kaiser Wilhelms l. besichtigte. Der Inhalt des Vortrages wurde zuerst 
in den „Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins" (1898, 
Nr. 6) veröffentlicht.
        
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