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Periodical volume 4. Juni 1898, No. 23

Full text: Der Bär Issue 24.1898

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kraft getriebene Ventilator, der die Aufgabe hat, die frische 
Außenlust in die Asylräume zu treiben, und die in ihnen 
entstehende schlechte Luft zu verdrängen, ist ein Muster tech 
nischer Ausführung. Ebenso ist es mit den Wasserzuführungs-, 
Bewässerungs- und Filtrierungsanlagen. 
„Gehet hin und thuet desgleichen!" heißt es in der 
heiligen Schrift. Aehnliches giebt es wohl hundertfach im 
deutschen Reich und wahrscheinlich auch in anderen Ländern, 
doch will man sich durch Augenschein davon überzeugen, wo 
das Erste und Größte in dieser Beziehung geschehm ist, so 
muß man sich das neue Asyl des Asyl-Vereins für Obdach 
lose in der Reichshauptstadt ansehen. 
Krimdruburgisch-preußische Grinlierungstafel. 
4. Juni. 
1707 Christoph Cellarius, Philolog und Pädagog, ff. 
1745 Schlacht bei Hohenfriedberg. 
1813 Gefecht bei Luckau. — Waffenstillstand von Poischwitz. 
1815 Traktat zu Wien wegen Schwcdisch-PommernS. 
1860 Prinz Friedrich Wilhelm Chef des 1. Garde-Jnfanterie-Regiments. 
1871 (— 13. September 1873) Okkupation eines Teils von Frankreich. 
1894 Wilh. Freund, Philolog und Lexikograph., f. 
5. Juni. 
1740 Ausspruch Friedrichs des Großen: „Gazetten dürfen nicht 
geniert werden". 
1798 Huldigung in Königsberg. 
1814 Ad. von Glümer, General, f. 
1823 Einführung von Provinzialständen. 
1857 Wiederaufstcllung des „Neidkopfes" in der Heiligengeiststraße zu 
Berlin. 
1864 Flottenrevue bei Swinemünde. 
1870 Fr. Wilh. Gubitz, Xylograph und Schriftsteller, ff. 
1873 Fürstin von Liegnitz, morganatische Gemahlin Friedrich 
Wilhelms in. ff. 
1880 Karl Fr. Lefstng, Maler, ff. 
6. Juni. 
1436 Johann Müller (RegiomontanuS), Mathematiker, geb. 
1794 Schlacht bei Siedlce. 
1815 Gerh. Ad. Wilh. Leonhardt, Minister, geb. 
1817 Prinz Wilhelm wird Chef des 7. Grenadier-Jnfanterie-Regiments 
(Königsgrenadiere). 
1842 Das Turnen wird in Preußen eingeführt. 
187" Gesetz betr.ffend den Unterstützungswohnsitz. 
1873 Prinz Adalbert ff. 
7. Juni. 
1676 Paulus Gerhardt, geistlicher Liederdichter, ff. 
1776 Eröffnung des Kadettenhauses in Kulm. 
1787 Dubislav Fr. vcn Platen, General der Kavallerie, ff. 
1793 Barbarina Campanini, Tänzerin, ff. 
1840 Friedrich Wilhelm III. ff. 
1871 Unfallverstcherungsgesetz. — Jmm. Becker, Philolog, ff. 
8. Juni. 
1700 George Wilhelm von Driesen, General, geb. 
1727 Aug. Hcrm. Francke, Theolog, ff. 
1756 Ludw. von Baczko, Historiker, geb. 
1768 Joh. Joachim Winckelmann, Archäolog, ermordet. 
1794 Schlacht bei Sczekocin. 
1814 Fr. Heinr. Himmel, Komponist, ff. 
1815 Deutsche Bundesakte — Konfirmation des Prinzen Wilhelm. — 
Neuvorpommern und Rügen kommen an Preußen. 
1846 Joh. Fr. Benzenbcrg, Astronom, ff. 
1847 Ausspruch Hansemanns: „Bei Geldfragen hört die Gemüt 
lichkeit auf". 
1848 Prinz Wilhelms Rede im Abgeordnetenhause. 
1849 Prinz Wilhelm wird Kommandeur in Baden. 
1863 Grundsteinlegung zum Wilhelmsgymnasium in Berlin. 
1866 Moltke wird General der Infanterie. — Aug. Wilhelm Schirmer, 
Maler, ff. 
9. Juni. 
1631 Gustav Adolf läßt Berlin beschießen. 
1791 Freiherr von Hardenberg erhält landesherrliche und gesetzliche 
Gewalt über das Fürstentum Ansbach-Bayreuth. 
1797 Ein Soldat in Berlin wird w.'gen Erschießung eines Unteroffiziers 
gerädert. 
1810 Otio Nikolai, Komponist, geb. 
1826 Joh. Kasp. Fr. Manso, Historiker, ff. 
1871 Elsaß-Lothringen wird Reichsland. — Fr. Ueberwcg, Philosoph, ff. 
1884 Grundsteinlegung zum Reichstagsgebäude. 
10. Juni. 
1609 Vertrag von Dortmund. 
1672 Die ersten französischen Emigranten kommen nach Berlin. 
1705 Karl Albrecht, Markgraf von Brandenburg, General der 
Infanterie, geb. 
1771 Die erste stehende Bühne Berlins wird mit LessingS „Sarah 
Sampson" eröffnet. 
1785 Generallieutenant von Möllendorf befichlt mildere Behandlung 
der Soldaten. 
1807 Schlacht bei Heilsberg. 
1818 Fr. Ad. Graf von Kalckreuth, Feldmarschall, ff. 
1877 Aug. Tholuck, Theolog, ff. 
1886 Enthüllung des Denkmals Friedrich Wilhelms IV. in Berlin. 
1897 Karl Remigius Fresenius, Agrikulturchcmikcr, ff. 
Kleine Mitteilungen. 
Berliner Kunst-Ausstellung von 1898. Ausstellung der Berliner 
Architekten. (Mit Abbildung auf Seite 273.) Die Architektur-Abtei 
lungen bildeten bisher gewissermaßen die Stiefkinder der Kunst-Aus 
stellungen. Diese erhieltm und erhalten zumeist auch jetzt noch durch 
die Maler und Bildhauer ihr Gepräge. Das ist auf der diesjährigen 
Berliner Kunst-Ausstellung anders geworden. Das Verdimst hierfür 
e rt der „Vereinigung Berliner Architekten", die es sich zur 
,ibe machte, dem bisherigen für die Aichitekten unwürdigen Zustand 
ein Ende zu machen. Mit Energie und Ausdauer strebte sie eine 
„Kollektiv-Ausstellung" ihrer Mitglieder an, führte sie zu schönem 
Gelingen und brachte damit zum Ausdruck, daß die Baukunst auf eine 
gleichberechtigte Stellung unter den Künsten Anspruch erhebt. Die 
sonstige Ausstellung bietet leider ein Bild dafür, wie die Baukunst ge 
schätzt wird, wenn sich ihre Vertreter nicht selbst ihrer annehmen. Der 
nicht zu der Kollektiv-Ausstellung gehörende Teil der Architektur-Abteilung 
ist schwach beschickt und dürftig untergebracht. Einen der ungünstigsten 
Säle hat man ihm zugewiesen. Daraus mag man ermessen, welche 
Schwierigkeiten es verursachte, für die Ausstellung der „Vereinigung" 
den schönen Saal zu erlangm, den sie nunmehr erfolgreich eingerichtet hat. 
Daß es gelang, ist vor allem dem Vorsitzenden der „Vereinigung", 
Baurat von der Hude, und dem der Ausstcllungsleitung angehörenden 
Architekten Profeffor Karl Hoffacker zu verdanken. Als nun auch 
für die künstlerische Anordnung der Ausstellung die Architekten 
R. Wolffenstein und C. Zaar gewonnm waren, da war der Er- 
folg des Unternehmens gesichert; die Erwartungen haben sich glänzend 
erfüllt, die Anerkennung ist eine allgemeine. 
Wir beschränken uns hier auf eine kurze Beschreibung der Ein 
richtung und Ausschmückung des Saals. Der Saal hat nahezu quadra 
tische Form und einen Einbau, welcher aus ihm eine Art Umgang 
macht und verhindert, daß er in seiner ganzen Ausdehnung mit einem 
Blick übersehen werden kann. Dieser etwas ungünstige Umstand kommt 
indessen dank der sehr geschickten Anordnung nicht zu nachteiliger 
Geltung. Seinen Hauptzugang hat der Saal von der Saalflucht der 
Hauptaxe des Ausstellungsgebäudes aus. Die dem Eingang gegenüber 
liegende Wand des Einbaues hat eine feine und glanzvolle Dekoration 
(s. Abbildung auf S. 273) erhalten. Zwei prächtig geschnitzte, alte, 
vergoldete korinthische Säulen, bekrönt durch zwei Statuetten, von 
welchen die eine einen Lautenschläger von Bildhauer Lederer für die 
Diele deS Hauses Fromberg, die andere das verkleinerte Modell für 
eine der beiden Schlangenträgerinnen im Kaufhause Wertheim von Bild 
hauer Kl im sch darstellt, umrahmen eine Tafel, welche, nach dem in 
Form und Farbe feinempfundenen Entwurf des Malers M. Seliger 
von Puhl u. Wagner in Rixdorf trefflich ausgeführt, die musivisch 
dargestellte, ornamental umrahmte Aufschrift „Vereinigung Berliner 
Architekten" trägt. Vor der Tafel ist eine ausgezeichnete Marmor 
gruppe von Bildhauer Klein, die „Phantasie", eine an eine Brunnen- 
schale gelehnte graziöse Frauengestalt von vollen Formen, aufgestellt. 
Sie war ursplünglich für das „Theater des Westens" bestimmt. Der 
Gärtner Mäcker hat sie mit einem bezaubernden Blumenflor umgeben 
Das überreich in den Raum eindringende volle Tageslicht ist durch ein 
Velarium gedämpft, welches nach den Angabm der leitenden Künstler 
durch den Dekorationsmaler Boden st ein eine wirkungsvolle omamen 
tale Ausschmückung erhalten hat. Die Wandflächen sind in einem feinen, 
blaugrauen Ton gestrichen; an der Decke haben sic einen schönen Ab 
schluß in Knüpfarbeit erhalten. Mit Glück ist der Versuch untcmommen. 
den Wänden eine Teilung durch Pilaster aus grünem Laubwerk zu 
geben, um so die Möglichkeit zu haben, die aufgehängten Kunstwerke in 
Gruppen zu gliedern, eine Anordnung, die vom Beschauer dankbar 
empfunden wird. Schließlich ist der Raum mit Sitzmöbeln ausgestattet 
wordm, welche Kunsttischler Aschenbach in entgegenkommmder Wff'
        
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