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Periodical volume 14. Mai 1898, No. 20

Full text: Der Bär Issue 24.1898

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Büchlein wieder einverleibt worden. Der „Kleine Kießling" nebst 
seiner Ergänzung „Kießlings Taschenplan von Berlin" bedarf 
keiner besonderen Empfehlung mehr. Er hat sich schon zu sehr ein 
gebürgert und ist viel zu beliebt, als daß man seine Vorzüge noch mit 
vielen Worten hervorzuheben brauchte. 
Berliner Berkehrs-Lexiko«. Ein alphabetischer Wegweiser mit Fahrplänen 
der Elektrischen Straßenbahnen, Pferdebahnen, Omnibusse, Dampf 
schiffe und Eisenbahnen. Verlag von Max Schildberger in 
Berlin. Preis 40 Pf. 
Im fünfundzwanzigsten Semester ist soeben die Sommer- 
Ausgabe des bekannten Berliner Verkehrs-Lexikons erschienen. 
lAuslieferung bei R. Mickiich, Krausenstr. 39), das zu dem Besten 
gehört, was auf diesem Gebiete vorhanden ist. Es giebt bei jeder Straße 
an, welche Verbindungen zu ihr führen, und die große Zahl von 
Angabm über die öffentlichen Einrichtungen der Reichshauptstadt ist, 
weil alphabetisch geordnet, leicht auffindbar. Das Netz der Straßen 
bahnen und sonstigen Verkehrsmittel ist klar entwickelt, und die außer 
ordentlich übersichtliche Zusammenstellung der Eisenbahnfahrpläne — 
zuweilen ein Meisterstück der Anordnung — erweist sich nicht nur für 
Touren in der Mark, sondern auch für weite Reisen ais zuverlässiges 
Auskunftsbuch. Das Berliner Verkehrs-Lexikon, gewissermaßen eine 
Miniatur-Ausgabe der betreffenden Abschnitte des Adreßbuches und des 
Reichskursbuches, ist für Einheimische und für Fremde, die Berlin 
besuchen, von dem allergrößten Wert. 
Ueber die Lage im östlichen Sudan orientiert in trefflicher Weise 
ein Aufsatz des Oberstlieutenants FrobeniuS in Nr. 92 des „Daheim." 
Wie England in äußerst geschickter Weise seine Politik der jeweiligen 
Lage anzupassen wußte und es wirklich erreichte, daß der Kongostaat 
und Italien, ja gewiffermaßen auch Frankreich direkt dazu beitragen 
mußten, daß der englische Einfluß im innersten Innern von Afrika 
mehr und mehr zum herrschenden wird — das wird hier klar und 
scharf nachgewiesen. Ein Kärtchen macht das Ganze noch anschaulicher. 
— Nach Spanien, welches jetzt in aller Munde ist, führt uns der 
Aufsatz „Drei Monate im Escorial," den wir ebenfalls in Nr. 32 des 
„Daheim" finden. Daß der Escorial ein wundervolles Bauwerk ist. 
das „achte Wunder der Welt," weiß bei uns jedermann; aber Näheres 
über diese Blüte mittelalterlicher Baukunst ist nur sehr wenigen bekannt. 
Eigentlich ist Escorial übrigens ein Landstädtchen am Fuße der Sierra 
de Guaderama; was man in der übrigen Welt aber als Escorial 
bezeichnet, ist das etwa 100 Mejer über diesem Städtchen liegende 
berühmte Schloß, nebst einem Kloster — das unter dem Schutze des 
heiligen Laurentius steht, und dessen Grundform dem Roste, auf dem 
dieser Märtyrer litt, nachgebildet sein soll — und dem Grabe der 
spanischen Könige. Rings um diese Prachtbauten hat flch eine Kolonie 
von Villen angesiedelt, in welche die Madrider sich vor der Hitze des 
Hochsommers flüchten. Wie groß die Zahl der jährlichen Sommergäste 
ist, mag man schon daraus entnehmen, daß im letzten Sommer allein 
3000 Kinder sich hier aufgehalten haben. — Freunde des Radfahrens 
finden in einem Aussatz des Dr. Poelchau ärztliche Belehmngen, die 
sich auf diesen Sport beziehen. — Unter den Bildern, die in Nr. 32 des 
„Daheim" enthalten sind, spricht besonders P. Wagners reizendes 
Stimmungsbild „Unter dem Fliederbusche" an; man muß st: lieb 
haben, diese beiden kleinen Mädchen, die so eifrig für Mütterchens 
Zimmerschmuck thätig sind. 
Die Nummer 2861 der Illustrierten Zeitung in Leipzig bringt 
zuuächst zu ihrem Leitartikel „Die Jubiläumsfeierlichkeiten in Dresden" 
eine Reihe prächtiger Bilder zum Toppeljubiläum des Königs Albert 
von Sachsen. Die Bilder sind meistens von dem Spezialzeichner der 
„Illustrierten Zeitung", E. Limmer, gezeichnet. Den Brennpunkt des 
Ganzen bildet das große doppelseitige Bild Limmers: Huldigung der 
Dresdener Bürgerschaft auf dem festlich erleuchteten Theaterplatz am 
Abend des 22. April. Der geniale Zeichner hat den Mommt fest 
gehalten, in welchem der Oberbürgermeister von Dresdm das Hoch auf 
den König ausbringt. Nach diesen Bildern von den JubiläumS- 
fcierlichkeiten zu Ehren des Königs Albert von Sachsen (neben der 
Residenz Dresden ist dabei auch die Universitätsstadt Leipzig vertreten) 
fesselt uns am meisten das große Bild der Kriegsflotte der Vereinigtm 
Staaten von Nordamerika. Die zwanzig wichtigsten Schiffe dieser mit 
Spanien kriegführenden Macht sind in einem sehr wiksamen Gruppenbild 
(Text und Ortginalzeichnuna von A. Kircher) dargestellt. Die Uniformen 
der Armee und Flotte der Vereinigten Staaten von Nordamerika, sowie 
die der spanischen Armee und Flotte sind durch Originalzeichnungeu 
von R. Knötel wiedergegeben. Auch eine Karte der Insel Cuba mit 
Umgebung, sowie das Porträt des Präsidenten der Vereinigtm Staaten 
find weitere Beigaben zu dem spanisch-amerikanischen Konflitt. Der 
Bergrutsch im Dorfe Klappai in Böhmen am vorigen Charfreitag wird 
durch drei Bilder, nach photographischen Aufnahmen aus Trautmau, 
veranschaulicht. Die Nummer enthält drei Nekrologe (Maler Professor 
Otto Knille, Kapellmeister Anton Seidl, Naturforscher Dr. Salomon 
Stricker) nebst den Bildnissm der Verstorbenen. 
— Der „Opernführer" von W. Lackowitz tst in dm Verlag von 
Feodor Reinboth in Leipzig übergegangen und liegt nun abermals 
in neuen Auflagen vor. Der ungewöhnliche Erfolg, welchen dieses Werk 
seit seinem Erscheinen vor wenigen Jahren gehabt hat, erklärt flch aus 
der Thatsache, daß die Opernhäuser, um die Scene und deren Beleuch 
tungseffekte um so wirksamer hervortreten zu lassen, gegenwärtig wohl 
überall verdunkelt werden und dadurch ein Nachlesen des Textes unmög 
lich wird. Vorherige Kenntnis des Inhaltes der zu erwartenden Oper 
ist aber ein unabweisbares Bedürfnis für jeden Opernbesucher, und diele 
kann ihm in keiner zugänglicheren Form geboten werden, als es W. 
Lackowitz in diesem „Opernführer" in so vorzüglicher Weise gelungen 
ist. Er giebt den Gang der Handlung in ihren wesentlichen Momenten 
in aller Kürze, aber so verständlich an, daß sich der Leser in wenigen 
Minuten ein vollkommen klares Bild von dem machen kann, was ihm 
an einem Opernabend Att für Akt vorgeführt werden wird. Das Werk 
umfaßt zwei Teile. Der erste Teil, den Hauptstamm des Opernrcper- 
toireS enthaltend, ist in seiner vorliegenden vierten Auflage unverändert 
geblieben. Der zweite Teil, welcher schon in seiner ersten Auflage die 
Mehrzahl der neueren Musikdramm brachte, hat in seiner zweiten 
Auflage einen Nachtrag (auch apart geheftet zu 50 Pf. zu beziehen) er 
halten, welcher von den seit seinem ersten Erscheinen auf verschiedenen 
Bühnen aufgeführten neuen Opernwerken wieder nicht weniger als vier 
undzwanzig enthält, ohne daß der so billige Preis von M. 2,— dadurch 
irgendwie erhöht worden wäre. Es wird darum der „Opernführer" 
auch in dieser neuen Gestalt wieder von neuen Tausenden von Opern- 
besuchem herzlich willkommen geheißen werden. 
Inhalt: Nec soli cedit oder Der Vertriebenen Zuflucht. 
Historischer Roman aus der Zeit des großen Kurfürsten. Von M. Frey. 
— Der Werbellin. Von Dr. H. Böttger. ,7. Fortsetzung.) — 
Zur Geschichte der ^St. Georgen-Kirche in Berlin. (Mit drei 
Abbildungen.) — Brandenburgisch - preußische Erinnerungs 
tafel. — Kleine Mitteilungen: Kronprinz Friedrich Wilhelm im 
heiligen Lande. Der Stralsunder Pfennigkrieg 1407. Weibliche Post 
beamte aus früheren Zeiten. Wie alt ist der Fingcrhut? Zur Geschichte 
des Schachspiels. — Büchertisch. 
Zur Gesundheitspflege. Apotheker C. Kanoldts Tamarinden- 
Konserven (Tamar—Indien) — alleiniger Verfertiger C. KanoldtNach 
folger in Gotha — werden von der Kritik einstimmig als eine wertvolle 
Bereicherung des Arzneischatzes betrachtet -und als blutkühlendcs Abführ 
mittel bei Verstopfung, trägem Stuhlgang, Unterleibs 
stockungen, Hämorrhoiden, Migräne, Kongestionen rc. von 
medizinischen Autoritäten, vielen Aerzten uud Kliniken warm empfohlen. 
Speziell für Kinder und Damen kann daher kein wohlschmeckenderes, 
unschädlicheres und wirksameres Mittel angeraten werden, als Kanoldts 
Tamarinden-Konfitüren, welche bei anhaltendem Gebraute die vielfachen, 
durch unregelmäßige Verdauung und Entleerung entstehenden Leiden 
beseitigen und fast aus jeder Apotheke ä Schachtel 80 Pfennig zu 
beziehen sind. 
Touristenfreund. Um das Mitführen 
des nötigen Handgepäcks auf Fußtouren 
und Geschäftswegen zu erleichtern, wird seit 
kurzem durch den „Wtntersportverlag", 
Berlin SW., Kleinbeerenstr. 9, eine Neu 
heit, die sich auf das praktischste bewährt 
hat, unter dem Namen „Tour ist en- 
freund" (gegen Einsendung von 1 M. 
franco) versandt. Es ist dieses ein kleiner 
Träger, 24 Gramm schwer, aus vernickeltem 
Metall und Leder, in Länge von 20 cm, 
der die vielseitigste Verwendung zum Be 
festigen kleiner Gegenstände, wie Hut. 
Stock, Schirm, kleine Packete, Trinkbecher 
bei Badekuren etc. bietet und von Damen 
am Gürtel, von Herren nach Beliebm am 
Rock oder Weste gettagen wird. 
Auf den dieser Nummer beiliegenden Prospekt der Verlagsbuch 
handlung von Chr. Herm. Tauchnitz in Leipzig machen wir hierdurch 
besonders aufmerksam. 
Verantwortlicher Redakteur und Verleger: Fr. Zillessen in Berlin N. 68., Schönhauser Allee 141. 
Druck der Buchdruckerei Sutenberg. «erli» kl.. Schönhauser Allee 141a. — Abdruck ohne eingeholte Erlaubnis ist untersagt.
        
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