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Periodical volume 23. Oktober 1897, No. 43

Full text: Der Bär Issue 23.1897

Solle aber jemand, er scy von was Stande er wolle, 
diesem Verbot freventlich zuwieder handeln, oder, daß der 
gleichen von seinen Dienst-Boten, Tagelöhnern. Dreschern und 
dergleichen Lenten geschehen, sehen oder erfahren, und nicht 
angeben, derselbe soll ebenfalls entweder an Gelde oder am 
Leibe nachdrücklich bestrafet werden. So haben auch die Obrig 
keiten eines jeden Orts sowohl in Städten als auf dem platten 
Lande, und absonderlich die Schnitzen in den Dörfern, bey un- 
nachbleiblicher Strafe dergleichen Uebertreter gehörigen Orts 
ohne Ansehen der Personen gebührend anzuzeigen, und sich 
dererselbcn, dafern sie nicht angesessen oder sonst vermögend 
sind, alsofort zu bemächtigen und davon gehörigen Orts zu 
berichten, damit sie zur 
gebührenden Strafe ge 
zogen werden können. 
Diejenigen Obrigkeiten, 
so hierunter etwas ver 
absäumen, oder zu der 
gleichen Unwesen gar 
durch die Finger sehen, 
und wieder diese aller- 
gnädigste Orärs wissent 
lich handeln lassen, sollen 
allenfalls nach den Um 
ständen vor allen da 
raus erwachsenden 
Schaden stehen, und den 
selben zu ersetzen an 
gehalten werden. In 
sonderheit müsien die 
Wirthe in Städten und 
Dörfern, auch auf den 
Höfen, hierunter auf ihre 
Miets-Leute und Ein- 
huartisrle, auch Kinder 
und Gesinde, die Gast- 
wirihe und Krüger aber 
auch auf die Fremden 
und Reisenden fleissig Achl 
geben, und selbige ver 
warnen, oder gegen 
wärtig siyn, daß 
wann sie solches unter 
lassen, sie mit eben- 
mäsfiger Strafe angesehen 
werden. 
Da auch diejenigen, so sich des Morchel-Lesens in den 
Heiden bedienen, einen grossen Verdacht auf sich gezogen, daß 
wo sie an das Feuer-Anlegen und Abbrennen der Heiden nicht 
selber Hand anlegen, doch wenigstens darzu auf verschiedene 
Weise Anlaß geben dürften, um das Wachsthum dergleichen 
Erd-Schwämme dadurch zu befördern; So haben Unsere Forst- 
Bedienten ihren Pflichten und äußerstem Vermögen nach dahin 
zu sehen, daß niemanden als solchen Leuten, von denen sie 
sich wegen Feuer-Anlegens oder Verwahrlosung der Heyden 
nichts zu besorgen, und die sich vorher bey ihnen gehörig 
angegeben haben, das Morchel-Lesen erlaubet werde. 
Im Fall aber jemand sich genöihiget befände, verwachsene 
Wiesen oder Aecker auszubrennen, um das Land zu reinigen, 
derselbe soll solches anders nicht, als mit Vorwissen und Ein 
willigung der Obrigkeit des Orts, auch in Beyseyn der Forst- 
Bedienten selbigen Oistriots, und zwar nicht eher, als bey 
stillem Wetter vornehmen; auch muß ein solcher, ehe das An 
stecken geschiehet, die Aecker oder Wiesen, welche ausgebrennet 
werden sollen, mit einem breiten Steig beschippen, damit das 
Feuer nicht überlaufen könne, auch genügsame Leute mit 
Schippen. Spaden und anderen nöthigen Gerälhschaften bey 
der Hand haben, damit wann etwa das Feuer wieder Ver- 
muihen überhand nehmen wollte, demselben beyzeiten gewehret 
werden könne; wie denn auch solche Leute nicht eher, bis alles 
gelöschet, vom Brande hinweg gehen, und solchergestalt alle 
nöthige Vorsichtigkeit ge 
brauchen sollen. 
Würde sich aber je 
mand unterstehen, unan- 
gesaget bey der Obrig 
keit und den Forft-Be- 
dienten, seine Wiesen 
oder Aecker dennoch an 
zustecken, so soll der 
selbe, wann auch kein 
Schade geschehen, den 
noch dem Befinden nach 
mit Gelde oder am Leibe 
bestrafet werden. In 
sonderheit wollen Wir, 
daß die Schäfer, Hir 
ten und deren Knechte, 
oder wer ihnen nur 
Anleitung dazu gegeben, 
am Leibe auch wohl gar 
am Leben gestrafet werden 
daferne sie sich, wie 
schon mehrmahlen ge- 
schehen, unterstehen, die 
Heiden und Holtzungen 
um des Grases willen 
entsetzlich anzustecken; 
und soll demjenigen, der 
dergleichen Freveler 
nahmhafflig machet, und 
ihn dessen überführet. 
alles des dawieder han 
delnden Hirtens oder 
Schäfers Vieh zur Be 
lohnung gegeben werden. 
Weil auch hiebevor die Hirten und Schäfer auch Holtz- 
hauer die übele Gewohnheit gehabt, daß sie sowohl in den 
Heiden als auf den Feldern in holen Bäumen Feuer ange 
machet, woraus oft großer Schade entstanden: So wird ihnen 
solches bey Strafe Vierjähriger Festungs-Arbeit, oder anderer 
empfindlicher Leibes-Strafe, hierdurch nochmahls ernstlich unter 
saget; Auch müssen die Schäfer und Hirten von Walpurgis 
bis Michaelis durchaus kein Feuerzeug bey sich führen. Wann 
auch an einem oder anderm Orte in der Heide ein Brand, 
ohne daß man dessen Ursprung erfahren könnte, entstünde, soll 
man auf solchen Fall schlechterdings bey den Schäfern und 
Hirten, welche auf sothanen durchs Feuer beschädigten Heiden 
Die neue katholische Garnisonkirche in der tzasenhaide.
        
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