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Periodical volume 16. Oktober 1897, No. 42

Full text: Der Bär Issue 23.1897

„Fort aus meinen Augen, nach Spandau! Dort sollt Ihr Euren 
Lohn bekommen!" 
Der Unglückliche erhielt darauf eine verschlossene Kabinetsordre an 
den Kommandanten von Spandau. Als sie geöffnet wurde, lautete der 
Inhalt wie folgt: 
„Ich ernenne den Ueberbringer dieser Ordre zum Vic kommandantcn 
von Spandau. Seine Frau und Kinder werden mit 50 Friedrichsdor 
bald nachkommen." — da— 
Lebensalter der Kommandierenden Generale der zwanzig deutschen 
Armeekorps. Ueber den Kommandierenden Generalen der zwanzig 
deutschen Armeekorps ist gegenwärtig der jüngste: 1) Friedrich Erbhcrzog 
von Baden (Vm. Korps), geb. 9. Juli 1857. Weiter folgen dem Lebens 
alter nach: 2) Prinz Arnulf von Bayern (I. König!, bayerisches Korps), 
geb. 6. Juni 1852; 3) Bernhard Erbprinz von Meiningen (VI. Korps), 
geb. 1. April 1851; 4) von Bomsdorff <V. Korps), geb. 18 September 
1842; 5) von Bock und Pollack tGardc-Korps), geb. 5. September 1812; 
6- von Klitzing (IV. Korps), geb. 30. Juni 1842; 7) von Lignitz 
(III. Korps), geb. 21. März 1841; 8) Freiherr von Falkenstein (XV. Korpsy 
geb. 12. Dezember 1840 ; 9) von Lindcquist (XIII. fKönigl. Württcm- 
bergisches) Korps), geb. 10. Oktober 1838; 10) von Bülow (XIV. sGroß- 
herzogl. Badisches) Korps), geb. 11. Januar 1837; 11) von Wittech 
(XI. Korps), geb. 28. August 1836; 12) von Blomberg (II. Korps), geb. 
19. Januar 1836; 13) Graf von Häseler (XIV. Korps), geb. 19. Januar 
1836; 14) Graf Fink von Finckcnstein (I. Korps), geb. 29. Juni 1835; 
15) von Ziylander (H. König!, bayerisches Korps), geb. 20. Februar 1835; 
16) von Seebach (X. Korps), geb. 16. April 1834s 17) Prinz Georg 
von Sachsen (XU. sKönigl. Sächsisches) Korps), g-b. 8. August 1832; 
18) von Lentze (XVII. Korps), geb. 22. Juni 1832; 19) Graf von 
Waldersee (IX. Korps), geb. 8. April 1832 ; 20) von Götze (VII. Korps), 
geb. 30. Dezember 1829. 
Düchertisch. 
Höhenfrost. Roman von Carl Busse. 3 Bände. Verlag von Otto 
Zanke, Berlin 1897. Preis 10 Mk. 
Die „steile Höh', wo Fürsten stehn", hat so wenige und von Dame 
Etikette so sorglich gehütete Zugänge, daß wohl oft genug eisige Kälte 
dort oben wohnen mag und kälter zurückwirkt auf die Umgebung. Der 
Vcrfaffer stellt nun einen Prinzen in den Mittelpunkt seiner Erzählung, 
der jenen „Höhenfrost" abschütteln und warm werden möchte in werk- 
thätiger Liebe zu seinem leidenden Nächsten; er steigt hinunter in die 
Tiefen des Elends und in die Wohnungen des Lasters — seine edle, 
zartbesaitete Gattin geht fast zu Grunde an dem Ekel vor dieser Ver 
kommenheit, und er selbst — ? Er opfert seinen Osfiziersrock, Freunde 
und Verwandte ziehen sich zurück von ihm, die Kreise, welchen er ange 
hört mit Leib und Seele, schließen den „Demokraten" aus; aber alle 
Opfer sind vergebens gebracht, die Lösung der „sozialen Frage" kommt 
keinen Schritt vorwärts. Die Person des Helden, der zuletzt ganz un 
vermittelt seinen Trost in der Religion sucht, befriedigt uns nicht, so 
wenig wie die Figur des verbummelten Studenten, für den man nicht 
einen Funken Sympathie übrig haben kann. Um so anmutender wirkt 
die Gestalt der stillen Dulderin an der Seite des Prinzen, nichr minder 
die Gesellschafterin, welche in rührender, aufopfernder Treue bis zum 
Ende aushält, ob das eigene Herz auch zu brechen droht. Vortrefflich 
sind auch der lebensfrohe Offizier und der tiefsinnige Berliner Gelehrte 
gezeichnet. Duich das ganze Buch geht ein Zug weichen, tiefen 
Empfindens, von besonderem Reiz für die herrlichen Naturschilderungen, 
die der Dichter Busse geschaffen hat. P. B. 
Zur Lebens- und Familiengeschichte Fr. Wilh. Marpurg's ver 
öffentlicht neuerdings Dr. Willy Thamhayn in den „Monatsheften für 
Musikgeschichte" <1897, Nr. 7) einen Aufsatz, in welchem nachgewiesen 
wird, daß der Geburtsort des als Musikschriftstcller hochbedeutenden Alt 
märkers das Gut Neugold ist, welches früher Scehof hieß und in dem 
Dorfe Wendemark bei Werben a. d. Elbe liegt. Seine Mutter, mit 
welcher der Vater in zweiter Ehe vermählt war, hieß Maria Magdalene 
Hupe; fie war die Tochter des Bürgermeisters in Werben. Der Urgroß 
vater und Großvater des berühmten Mannes waren Bürgermeister in 
dem nahen Seehausen. Ein Bild der Familie des Großvaters, welches 
allerdings vor der Geburt des jüngsten Sohnes, der dem Musikschrift 
stcller das Leben gab, entstanden ist, befindet sich auf einem auch sonst 
interessanten Grabdenkmal, welches im Gymnasium zu Scehausen auf 
bewahrt wird; eine genaue Beschreibung desselben wird in dem zweiten 
Teil der genannten Arbeit gegeben. 
Anl,alt: Georg Werdau. Eine Geschichte aus dem „tollen" 
Jahre 1848. Nach dem Leben erzählt von C. R. (Schluß.) — Eine 
Stahlroß-Tour in der Mark. Von G. Ehrecke. — Frieda 
von Lipperheide. Von Dr. I. Lessing. (Mit Porträt.) — Kleine 
Mitteilungen: Kundschaftcrritt des württcmbergischen Hauptmanns 
Grafen Zeppelin am 24. und 25. Juli 1870. (Mil Abbildung.) Die 
Spielkarten des Kaisers. Pilgerfahrten von Hohenzollernfürsten nach 
Palästina. Ein Racheakt Friedrichs des Großen. Lebensalter der 
Kommandierenden Generale der ^zwanzig deutschen Armeekorps. — 
Büchertisch. 
Der neue Hauptkatalog des Hauses Rudolph Hertzog in Berlin 
ist soeben in gewohnter, vornehmer Ausstattung erschienen. Auf 176 
Seiten, die mit zahlreichen erklärenden Abbildungen versehen sind, finden 
wir in dem stattlichen Buche alle die Schätze der Mode aufzeichne:, die 
das Herz der Frau höher schlagen machen. Bei näherer Schilderung 
des reichen Inhalts würden wir den uns zu Gebote stehenden Raum 
weit überschreiten, wir müssen uns daher lediglich darauf beschränken, 
einen kurzen Ueberblick zu geben. Jacketts, Umhänge, Mäntel, fertige 
Kostüme, Blusen, Unterkleider, Tücher, Decken, Kleiderstoffe aller Art, 
von den einfachsten bis zu den kostbarsten Genres, Seidenwaren und 
Sammete, Elsässer Baumwollenwaren, Leinen, Wäsche-Konfektion mit 
zahlreichen Abbildungen, Tricotagen, Strümpfe, Handschuhe, Damcn- 
und Herren-Kravattcn, Schürzen und Schirme — kurz Alles was im 
Inland und Ausland auf dem ewig wechselnden und ewig neu schaffenden 
Gebiet der Mode hervorgebracht wird, ist in den unermeßlichen Lagern 
dieses größten Kaufhauses Deutschlands aufgespeichert. Besondere 
Aufmerksamkeit verdient die Abteilung für Pelze, die in über-aschend 
reichhaltiger Weise assortiert ist. Jeder, welcher den Wunsch hat, sich 
über das hier Gebotene zu informieren, erhält den Katalog zugesandt, 
der ihn bei allen Einkäufen ein zuverlässiger und treuer Führer sein 
wird. Daß er, was immer auch sein Herz begehren möge, im Hause 
Rudolph Hertzog schnell, gut und billig befriedigt wird, dafür leistet 
der Weltruf des Hauses Bürgschaft. 
Neue Herbst- und Wintcrmodcn erblicken wir auf einem dem 
Kataloge beiliegenden Kostüm-Bilde, welches den Damen sehr willkommen 
sein, wird, um daraus die Modelle für chice und elegante Kostüme zu 
entnehmen. Gardinen, Möbelstoffe, Teppiche, Wachstuche und Linoleum 
werden in einem Spezial Kataloge offeriert. 
Wie man uns mitteilt, sind die Neu- und Erweiterungs-Bauten 
in der Breiten- und Brüderstraße, welche Zeugnis geben von dem steten 
Wachsen des Hauses Hertzog, nahezu vollendet und werden bereits vor 
Weihnachten dem Geschäftsverkehr übergeben werden. 
Airsorate werden von der Geschäflistelle Berlin X., Schönhauser Allee 141, — Fernsprechstelle III 8460, — sowie von allen Annoncen 
Bureau« entgegengenommen. — Der Preis für die 4fach gespaltene Petit-Zeile beträgt 40 Pf. 
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Braut-Ausstattungen elegantesten Pariser Genre. 
Herren-Wäsche jeder Art. * Betten und Bett-Wäsche. * Gardinen. « Tafel-Wäsche. 
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im <3——
        
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