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Periodical volume 16. Oktober 1897, No. 42

Full text: Der Bär Issue 23.1897

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zu schaffen; dem internationalen Zuge muß alles folgen, und 
ob London oder Paris den Ton angiebt. das ist viel weniger 
eine Frage des Trachtenwesens, als eine Frage des allgemeinen 
Schwergewichts. Die Leiterin einer Modenzeitung wird hier- 
Jmmerhin kann sie die Formen im künstlerischen Sinne 
beeinfluffen, und wer die Blätter der Berliner „Modenwelt" 
etwa mit fremdländischen, reich ausgestatteten Zeitungen ver 
gleicht, wird sehr wohl empfinden, welcher Geist künstlerischer 
Frieds von Lipperheide. 
Nach einer Photographie von g. Encke in Berlin ans dem Jahre 1885. 
bei viel weniger von ihrem persönlichen Geschmack als von 
einer Art Instinkt, für das Maßgebende der Stunde geleitet. 
Ihre Aufgabe bleibt es, aus den wunderlichen Zickzack-Bewe 
gungen den leitenden Strom herauszufühlen, die Ausartungen 
zu beseitigen und das internationale Thema für den Gebrauch 
ihres Landes abzustimmen. 
Mäßigung hier waltet. Von der Verbindung, welche Franz 
Lipperheide mit der Künstlerwelt unterhielt, hat auch Frau 
Frieda reichlichen Nutzen gezogen. Die Modcfiguren können 
von gewissen Uebertreibungen nicht völlig frei bleiben, wenn 
man das charaklecistisch Neue sinnfällig machen will, aber der 
künstlerische Sinn von Frau Frieda Lipperheide hat es erreicht.
        
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