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Periodical volume 10. Juli 1897, No. 28

Full text: Der Bär Issue 23.1897

konterfey auff die filberart wol tragen. Zu Krausen, 
Schürtzen. Kietlichen mögen sie mit jhren Männern gleiche 
Leinwand tragen, doch daß sie sich beyderseits der großen 
Vberschläge, vnd sonderlich der breiten Striche auff den 
weitermlichen Kietlichen vnd Schürtzen gäntzlich eusern. Kräntze 
mögen diese Jungsrawen den vorigen gleichtragen, doch keine 
Kronenkräntze. — Handwerger in Vorstädten haben sich dem- 
gleich zu halten. 
„Vorstävter, so eigene Häuser haben, auch die 
Pfalbürger, so auffer der Stadt wohnen, ausgeschlossen die 
jenigen, so in obige Ordnung gehören, sollen nichts als gemein 
Landtuch und Leder, Parchet vnd Zwillich. Gallerleinwand 
mit jhrem Lohne, Leinwad vnd anderm, zu treibung jhrer 
Hoffarth, zum Höchsten vbernehmen, sonderlich aber der weiterm 
lichen Kietlichen vnd großen Schürtzen, ausgenäetes vnd Zancken 
denselben gäntzlich verboten seyn. 
„Der Bawerßmann beneben Weib vnd Kindern, 
soll bei jedes ortsgewöhnltche Tracht bleiben, vnd sich alleine 
am Landtuche, Leder, vnd was noch geringer ist, begnügen 
lassen. Insonderheit aber derselben Weib vnd Kinder, keinen 
Sammet noch Seidenatlas, auch nicht stickwerck oder gestepte 
fachen, viel weniger Gold oder Silber an jhren Kleydern, es 
sey gut oder toll, tragen. So sollen sie sich auch ingleichem 
der weilen schwäbischen oder andern zeugs Ermel enthalten u. s.w. 
Märkisches Vsuernhgus- 
Von Paul B r o cf m ü 11 c r. 
Aus: „Von Schreibtisch und Werkstatt», Verlag von Karl Siegismund-Bcrli.n. 
vnd dergleichen nachgelassen seyn, auffer den Weibern, Cardeck 
zu jhren Mützen, auch Vorstat vnd Harraß zum verbrämen 
oder Schweiffen, drey finger breit an Kitteln vnd Röcken. 
— Krausen. Schleyer. Kietlichen, Schürtzen mögen sie von 
Schlesischer Leinwand zu 5 oder 6 Groschen jhnen anmachen 
lassen, vnd nicht höher. — Die Kräntze sollen den Jung- 
frawen von allerley Blumwerk, auffer Roßmarin, Torgawischen 
vollen vnd andern Nägelin, vergönnet werden. 
„Dienstboten. Knechten vnd Mägden sollen zu jhren 
Kleidungen nichts als Leder, Parchet vnd gemein Landtuch 
von Leinwad zugelassen seyn; Es were denn eine oder die 
andere Magd aus dem andern bürgerlichen Stande, alß denn 
möchten sie jhrem Stande gleich tragen, vnd sonst nicht. All 
dieweil auch sie Mägde in gemein jhrer Herren vnd Frawen 
„Strafe der Vbertreter. Auff daß nun solches alles 
desto steifer, fester vnd unverbrüchlicher gehalten werden möge. 
So soll erstlichen einer vom Adel, wenn er, sein Weib oder 
Kinder hierwieder handeln würde, 50 Thaler, ein Doctor 
vierzig, der dritte vnd vierte Stand dreißig, vnd die andern 
jedesmal 20, die Handwergßleute vnd Dienstboten aber 
10 Thaler zur straffe zu geben schuldig seyn. Oder in 
Mangelung des Geldes, acht Tage lang mit Gefengniß be> 
leget, vnd als muthwillige Verächter Vnseres Gesetzes vnd 
Ordnung mit Wasser vnd Brod gespeiset werden. Do man 
sich aber daran nicht kehren, sondern zum andern mahl ver 
botene Tracht gebrauchen würde, so soll der verbrechenden 
Person das Kleid oder schmuck, so zur vngebühr vnd der 
Ordnung zu wider getragen worden, öffentlich abgenommen,
        
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