Path:
Periodical volume 3. Juli 1897, No. 27

Full text: Der Bär Issue 23.1897

ffifatt «Itiiitritrülmtm m atm a<ito Ik>» 
Mitgeteilt bort 
(Fortsetzung statt Schluß.) 
„Studiosi. Die Studiosi auff den Vuiversitäten sollen 
sich kleiden, wie es jhrer Eltern Stand erfordert, vnd das 
Vermögen leiden will, sich auch eines mehrern nicht vnter. 
sangen, jhnen aber nochmals, inmassen allbereit geschehen. 
Wehren zu tragen gäntzlichen verboten sein. 
„Schösser, Amptsvoigte, Verwaltern, Bürger 
meister und Rathsverwandten. Schössern. Amptsvoigte», 
Verwaltern, Bürgermeistern, Rathsverwandten und allen nach 
gefolgten Ständen, so 
wohl deroselben Weib 
vnd Kindern, soll ins 
gemein hiermit insonder 
heit verboten seyn: Alle 
außländische frembde 
Trachten, Muster vnd 
Manier von Kleidungen, 
es sei Spanisch, Welsch, 
Französisch, Engelländisch 
oder Niederländisch, wie 
die erdacht werden mö 
gen, sondern sie sollen 
sich der rechten deutschen 
Kleidung, wie solche eine 
zeit hero in diesen Lan 
den bräuchlich gewesen, 
allein gebrauchen; alle 
gute güldene vnd silberne 
Thalar, große vnd Hei 
ne Borten, auff was 
Muster solche künfftig er- 
dacht oder gemacht werden 
könnten; alle rauche 
Futter an Schauben vnd 
Röcken, so köstlicher als 
gemeine Bawm- oder 
Steinmardern seynd, 
wie auch alle Goldrosen, 
klein vnd groß, ge- 
schmeltzt vnd vnge- fft te p ltof 
schmeltzt, so die Mannes- 
Personen zu Hutschnüren 
brauchen, die Weiber vnd Jungfrawen sonsten zuHauben vudVor- 
bäntgen gebrauchen könten, auch die vom Adel sonst zu tragen 
pflegen; allerguterglatter,gemöbelter vnd vngemödelter Sammet, 
soll beydes Mannes- vnd Weibspersonen zu Hosen. Röcken, vnd 
Schürtzen auch verboten seyn; alle Perlenketten, Kleinodien mit 
Edelgesteinen an den Ketten, am Halse oder auff der Stirn, an 
Kleidern, Schleyern vnd Mützen. Alle Goldkörner an Schnüre 
gefaßt am Halse, oder sonst an Kleidungen, nebenst allem 
von Gold oder Silber gesticktem, Goldstiffte vnd Unterläge. 
Es sollen auch hinfüro weder Weiber noch Jungfrawen, ohne 
unterscheid, auff Welsche oder Niederländische Art mit offenem 
Halse oder Brust gehen, viel weniger ober den jhnen sonsten 
zugelassenen Schmuck, oben auff den Krausen jhre Hälse mit 
Perlen, Granatgen, Goldköruern, kleinen Kettlein vnd der- 
gleichen absonderlich schmücken; Alles Cammertuch, thewre 
Holländische Leinwad, so man höher, als die Elle vor einen 
gülden zahlen muß. zu Krausen Vberschlägen, Kietlichen, 
Schürtzen. Schleyern, Haar vnd Vberschläge. so länger denn 
ein halb viertel, auch nicht zugleich vnd auff einmal zu tragen, 
sondern es soll jedes alleine getragen, vnd aller vberfluß mit 
Zancken vermieden, vnd die Elle ober 3 gr. vnd 6 pfen. zu 
gebrauchen nicht verstattet werden; alle vergüldete, silberne vnd 
von anderen Metallen überzogene oder schlechte Krausendräte, 
sampt allen Leibeisen, grossen vnd vngehewren Wülsten auff 
Englische Manier, sampt den seidenen Strümpffen, vnd andere 
vppige Kleider, welche biß dato etliche Weibßpersonen den 
Männern gleich getragen. 
Sammete Stieffeln, 
Schuhe vnd Pantoffeln, 
so wol die, so mit Gold 
oder Silber gestickt, oder 
sonsten mit Perlen oder 
schwartzen Schmelzwerk 
besetzt — Kränze mit Per 
len, Goldrosen. Edel 
gesteinen, güldenen vnd 
silbernen Stifften, mit 
eingefaßter geschlagener 
Müntze, alles vergüldete 
und versilberte Blum 
werk, von Gewürtze oder 
anderer Materien, wie die 
namen haben mag. neben 
allen güldenen, silbernen 
stecknadeln, Ohrengehenck 
vnd dergleichen; alle 
Striche in den Schürtzen, 
die höher als eine spanne 
seynd, vnten vnd an 
seilen hero, so wohl in 
den Kietlichen soll kein 
Weibsbild einen strich 
breiter als in den 
specialibus jhnen er 
laubt vnd zwar nur einen 
Strich tragen. (Strich 
-Denkmal bei Kripzig. "Elt man m Mittel 
deutschland einen Einsatz 
oder Garnitur von 
Spitzen oder gemustertem feinen, durchsichtigen Zeuge, wie z. B. 
Mousselin, Gaze u. dgl.) Diese alle vnd jede stücke, sollen jetzt ge 
nanten Personen vnd andern folgenden in gemein gäntzlich ver 
boten seyn. — Da entgegen denselbigen nachfolgende Tracht 
nachgelassen wird: Schöffern und Rathspersonen soll erlaubt 
werden 1) Aller seidener Zeug, welcher in den generalibus 
(vorhergehende allgemeine Bestimmung) denselben zu tragen 
nicht ausdrücklich verboten, doch sollen sie des Atlas nur zu 
Wammeffen sich gebrauchen, zu Hosen aber guten seidenen 
oder Hamburger Tripp, des guten Sammets aber weiter nicht 
als auf Vffschläge der Mäntel, Polnischen Mützen vnd Hären. 
2) Alles rauche Futter, so nicht besier als Marder, die 
Schöffern vnd Bürgermeistern zwar, vnd die diesen gleich zu 
achten, vnd neben dem Rathsstule andere officia publica zu
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.