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Periodical volume 9. Januar 1897, No. 2

Full text: Der Bär Issue 23.1897

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Die Disponenten, die Kommis und Lehrlinge, die Konfektionsdamen 
und die Ladenburschen, die Inspektoren. Portiers und Nachtportiers, 
die Aichitekten des ständigen Baubureaus und die Familien sämtlicher 
Angestelltensie alle genießen durch die Bibliothek des Hauses 
Rudolph Hertzog die Wohlthat unentgeltlicher geistiger Nahrung, So 
steht dieses in Anlage und Ausführung gleich vortreffliche Wohlfahrts 
werk als ein bleibendes Denkmal humaner Gesinnung und kräftiger 
moderner Geistesarbeit da, wie wir glauben, ohne Gleichen als Schöpfung 
eines Mannes für ein Handelshaus, Es gereicht der Leitung des 
großen Hauses zur Ehre und dessen Angehörigen zum Nutzen; hoffentlich 
ist dieses dankenswerte Voranschreiten auf einer neuen Bahn auch für 
andere große Handelshäuser ein Sporn zur Nacheiferung und stiftet 
aus diesem Wege auch mittelbar Segen für weite Kreise unseres Volkes 
B. 
Küchcrtifch. 
Kursor Mittxetnr der GroHo, Deutschlands Kottor 
und Räctzor von n r. Adolf Zehlickc, Verlag von Louis 
Abel, Berlin 8,. Sebastianstraße 29, Nationales Prachtwerk, 
30 Hefte k 50 Pf. 
Das erste Heft dicies naiionalen Prachtwerkes, das bis zur 
Jubelfeier am 22 März 1897 vollständig vorliegen wird, ist erschienen. 
Es enthält vier Druckbogen Text, vier Voll- und zwei Doppelvollbilder 
und ist mit einem künstlerisch ausgeführten Umschlag nach einer Original- 
zeichnung versehen. Der Inhalt zeigt, daß wir es hier mil einem groß 
angelegten historischen Werke von bleibendem Werte zu thun haben. 
Der Verfasser entwickelt in diesem 1. Heft in großen Zügen die Geschichre 
des deutschen Volkes von der Urzeit bis zu Heinrich I Ueber das ganze 
Werk sagt die Verlagsbuchhandlung in der Ankündigung: 
„In dieiem Werke schildert der Verfasser, der durch sein Werk über 
den Krieg von 1870/71, durch das große Nationalepos Heinrich der 
Obotrit und zahlreiche Dichtungen eine hervorragende Stellung in der 
deutschen Litteratur einnimmt, in populärer, gemeinverständlicher und 
hochinteressanter Weise die hohen Verdienste Kaiser Wilhelms des Großen, 
die welthistorische Bedeutung seiner Regierung und der von ihm ge 
führten drei großen Nationalkriege, sowie des von ihm wieder auf 
gerichteten Deutschen Reiches. 
In einer historischen Einleitung wird die Geschichte des alten 
deutschen Reiches entrollt, seine Bedeutung für die Menschheit und die 
Ursachen keines Verfalles dargelegt. Daran schließt sich die Schilderung 
der Bestrebungen der Hohcnzollcrn, namentlich des großen Kurfürsten 
und Friedrichs des G>oßcn, ein neues Reich auf fester Grundlage zu 
schaffen, bis nach den vergeblichen Bestrebungen des Deutschen Volkes, 
das alte Reich wieder herzustellen, endlich Kaiser Wilhelm der Große 
das Sehnen von Generationen in ruhmvoller und großartiger Weise 
befriedigt und dadurch Deutschlands Weltstellung wiederherstellt und 
den Frieden Europas sichert, 
D>e besten und zuverlässigsten Quellen sind benutzt, so daß das 
Werk auch einen hohen wissenschaftlichen Wert hat. Auch die geheimsten 
Vorgänge, welche bisher nur wenigen bekannt waren, sind ans Licht 
gezogen. 
Der Verfasser hat diese große Zeit seit 1848—1888 selbst mit 
erlebt, Er ist seit 1800 als politischer Publizist thätig gewesen und hat 
den Krieg von 1870/71 als Berichterstatter mitgemacht." 
Wir brauchen wohl nicht besonders zu betonen, daß ein solches 
Werk für jeden Deutschen von großem Werte ist, und daß sich dasselbe 
ganz besonders auch als Geschenk für die Heranwachsende Jugend 
eignet, um die nationale Gesinnung zu stärken und zu fördern, 
Dio Königin Kuilo in fünfzig Bildern für Jung und Alt von 
C, Röchling, R. Knötel und W. Friedrich, Berlin, Verlag 
von Paul Kittel. Ganz-Kaliko-Ausgabe 6 Mark, mit Goldschnitt 
8 Mark Große Luxus-Ausgabe 50 Mark, Volks-Ausgabe in 
Pappband 3 Mark. 
Zu dem schnell volkstümlich gewordenen Bilderbuche „Der alte 
Fritz" hat sich in diesem Jahre ein würdiges Seitenstück „Die Königin 
Luise in 50 Bildern" bei gleich vornehmer Ausstattung und gleich wohl 
feilem Preise gestellt Die Königin Luise lebt im Herzen des deutschen 
Volkes in unauslöschlicher Erinnerung fort als der Schutzengel Preußens, 
als das verklärte Sinnbild der guten Sache, für die unsere Ahnen 
1813—1815 in den Tod gingen, und als die Mutter des großen Kaisers, 
der die ihr von dem Korsen angethane Schmach an dem Neffen gerächt 
hat. Das Buch von der Königin Luise ist zugleich eine Schilderung 
der Zeit der schwersten Kriegsnöte, in die unser Vaterland jemals ge 
raten ist, und diese Schilderung, die hier einen tragischen Abschluß 
findet, wird, dank der wirksamen Form die ihr die drei genannten 
Künstler gegeben haben, das heilige Feuer der Vaterlandsliebe auch in 
Zeiten der nationalen Erschlaffung vor dem Erlöschen bewahren. 
—y- 
Wasgarrfatprton. Ein Zeitbuch von Fritz Lienhard. Berlin. 
Verlag von Hans Lüstcnöder, Preis 1,50 M. gbd. 2,50 Mark. 
Der Verfasser gehört zu jenen Wanderern, denen Gott eine rechte 
Gunst erweisen will, wenn er sic in die weite Welt schickt — und er 
macht sich solcher Gunst würdig. Er sicht nicht Berge nur und Thäler, 
Dörfer und Städte, ihm ist der dunkle Wald ein Heiligtum, Burg und 
Fels bevölkert mit Gestalten der Vorzeit, das ganze herrliche Land ein 
teures Vermächtnis der Väter. „Elsaß" — Stichwort für Deutschlands 
Schwäche und Stärke, was faßt es alles in sich an beschämenden und 
erhebenden Thatsachen! — Wer recht in Freuden wandern will, der 
nehme sich dies Buch zur Hand und begleite den Dichter, er wird beide 
l'ebgewinnen, P. B. 
Uapatoan I. in Wort und Bild. Von Armand Dayot. Leipzig 
1896, Verlag von H. Schmidt u. W, Günther. Lsg. 31—34. 
Preis je 60 Pf. 
Diese Schlußlieferungen des schönen Werkes über Napoleon I. von 
Armand Dayot enthalten nicht weniger als 41 Textillustrationen und 
4 Doppelvollbilder und zwar „Der 18. Brumaire, das Ende der 
Republik" nach Bauchet — „Der Redoutable bei Trafalgar" nach dem 
Gemälde von Meyer — „Schlafzimmer des Kaisers Napoleon I." 
(Schloß von Fontainebleau) — „Die Kaiserin Josevhine in Malmaison" 
nach dem Gemälde von Prud'hon. Die Litteratur über den großen Er 
oberer und sein Schicksal wird durch dieses reich illustrierte Werk 
bereichert. —n. 
Die verehrten Leser und Freunde des „Bär" 
werden inständig gebeten, doch in ihren Kreisen 
auf unsere vaterländische Wochenschrift aufmerksam 
zu machen und sie zum Abonnement warm zu 
empfehlen. Nur dadurch, daß die Freunde vater 
ländischer Geschichte einem Unternehmen, wie das 
unserige ist, einmütig die angelegentlichste Unter 
stützung zu teil werden lassen, kann dasselbe seine 
Aufgabe in befriedigender Weise lösen. Mil Hilfe 
der allen Mitarbeiter und durch Anknüpfung wert 
voller neuer Verbindungen sehen wir uns zu unserer 
Freude schon jetzt in der Lage, allen berechliglen 
Anforderungen in vollem Maße zu entsprechen. 
Redaktion u. Verlag des „Bär". 
JjnljaU: Finis Poloniae. Historischer Roman von 
C. Gründler. — Das Oderbruch in seinen kulturhistorischen 
Momenten, Von C. Richter. — Beim Gcneralkapellmeister 
Wicprecht, Eine 30jährige Erinnerung an ven Sieg der Musik der 
preußischen Garde bei dem internationalen Wettkampf der Eurovän'chen 
Militärmusik auf der Pariser Weltausstellung 1867. — Kleine Mit- 
teilungcn. Friedrich der Große beim Austrocknen der Sümpfe (Mit 
Abbildung) Ein Kabincttsschreiben Friedrichs des Großen wegen der 
aufgehobenen Heiligen- und Aposteltage. Fürst Bismarck als Wohl 
thäter. Emil Du Bois-Rcymond ch. Die Bibliothek des Hauses 
Rudolph Hertzog in Berlin. — Büchertisch. 
Uoitction-Arnutetts. Aus der Heimat John Bulls hat eine 
recht eigenartige Neuheit den Weg zu uns gefunden, die augenblicklich 
bei unseren uppcr ten thonsands als recht geschmackvolle „last novelty“ 
gilt. Es sind dies die jetzt in Waffen auftauchenden Veilchen-Amuletts. 
Man denke sich eine ziemlich dicke, mcdaillenähnlichc Masse im satten Tief 
blau des Veilchens. Die Medaille hat einen niedlichen Hängsel von 
der Farbe derselben Blume. Hergestellt wird diese niedliche Kleinigkeit 
aus einer auserlesenen Zusammensetzung der frischen Blüten des Parma- 
Veilchens, welches alle anderen an Duft und Wohlgeruch übertrifft. 
In dieser festen Forui einer tragbaren Medaille verbindet es durch seinen 
ebenso lieblich süßen wie starken Dust die Annehmlichkeit eines dauer 
haften Sachets mit der eines erfrischenden Cachous sür den Atem. Ein einziges 
Stück in den Mund genommen, hat sich in der That als sehr schmack 
haft und zweckdienlich erwiesen. Geiragcn werden die Veilchen-Amuletts 
ferncr in der Tasche oder Geldbörse; auch legt m ans sie mit Vorliebe zwischen 
Handtücher, Handschuhe, Spitzen re. an Stelle des Sachets; ferner schützen sie 
die Kleider gegen die Motten. Wir können wegen des Renommees der die 
Neuheit vertreibenden Firma (F. L. Nadge, Wäschegeschäft, Berlin, W. 
Mohrenstraße 27,28.) die Veilchen-Amuletts durchaus empfehlen. —
        
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