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Periodical volume 20. März 1897, No. 12

Full text: Der Bär Issue 23.1897

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Der deursch-französische Krieg, der wie ein Blitz ans 
heilerem Himmel herabfiel, einte ganz Deutschland in wenigen 
Tagen, und sein Heer schritt von Sieg zu Sieg und erkämpfte 
mit schmerzlichen Opfern Ereignisse, die nur durch Gottes 
Willen möglich waren. Dieser Wille stählte die Gesinnung 
der Kämpfenden in Hingebung und Ausdauer und nie ge 
kannter Tapferkeit, so daß an Preußens Fahne und an die 
seiner Verbündeten sich unvergängliche Ehre knüpfte. Dieser 
Wille begeisterte das Volk zu nie gekannter Opferwilligkeit, 
So mild und duldsam der Kaiser in religiösen Dingen war. 
so fest und unentwegt bekannte er seinen Glauben gegenüber dem 
Unglauben: 
Vor allem kommt es darauf an, daß die Kirche auf dem 
rechten Grunde stehen bleibt, auf dem Grunde des aposto 
lischen Glaubensbekenntnisses. 
Wenn wir nicht mehr den Glauben haben an den Hei 
land. daß er ist der Sohn Gottes, was soll dann werdend 
Dann wären auch seine Aussprüche nur Menschensatzungen. 
zur Linderung der Leiden, die der Krieg unvermeidlich schlägt. 
Mit demütig dankerfülltem Herzen preise ich Gottes Gnade, 
dle uns würdig befunden hat. so Großes nach seinem Willen 
vollbringen zu sollen! Möge diese Gnade ferner uns zur 
Seite stehen beim Auf- und Ausbau des neu geeinten Deutsch 
lands, zu dem erst der Grund gelegt ist. und Frieden uns 
beschieden sein, „die Güter in Demut zu genießen," die in 
blutigen, heißen Kämpfen errungen wurden! 
Herr Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf 
Erden! Amen! 
Nach einer Begrüßung durch Geistliche und Lehrer sprach der Monarch: 
Wir haben einen und denselben Bau, ich und Sie, nur 
mit dem Unterschiede, daß Sie die Fundamente legen müssen, 
auf denen ich weiter das Volkswohl bauen kann, und diese 
Fundamente sind Glaube und Gottesfurcht nach Gottes Wort. 
Wo diese Fundamente gelegt sind, da allein können die Obrig 
keiten weiter am Volkswohl bauen. Wo diese Fundamente 
fehlen, bauen die Obrigkeiten auf Sumpf. Legen Sie diese 
Fundamente, und Sie können auf mich rechnen, und nicht bloß 
auf mich, sondern auch auf meine Nachkommen.
        
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