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Periodical volume 7. April 1894, Nr. 14

Full text: Der Bär Issue 20.1894

*8 171 S» 
Meister; er malt sie, ohne durch übermäßiges Betonen des Abschreckenden 
ihrer Auswüchse den künstlerischen Charakter zu verwischen. Die ehrliche 
Arbeit und die mühelose deS CouponabschneiderS sind in ihren Beziehungen 
zu einander in der „Million" in kurzen aber treffenden Zügen, geschildert, 
wobei die Sympathie der Lesers sich für die erstere entscheidet, die in dem 
ehemaligen Arbeiter, jetzigen Millionär Heller einen bezeichnenden Vertreter 
gefunden hat. Neben der feinen Charalteristik fesselt die treffende Lokal 
farbe, mit der der großstädtische Hintergrund der Romans gemalt ist. 
L. K. 
Vestigia Leonis. Die Mär von Bardowieck. Von Richard Nord 
hausen. Leipzig. Verlag von Karl Jacobsen. Preis 4,20 Mk.; 
gbd. 5 Mk. 
Ein frisches, kräftiges Talent, das die besten Aussichten hat, manche 
Scheingröße zu überstrahlen, zeigt sich Nordhausen als ein formgewandter, 
bilderreicher Dichter. Dar Epos, welches sich an das Schicksal der von 
Heinrich dem Löwen zerstörten Stadt Bardowieck anlehnt, gruppiert sich um 
Harald, den illegitimen Sohn der Fürsten, welcher, edeldenkend und voller 
kühner sozialer Pläne, zu Grunde geht durch die Ränke eines Weiber, dar 
er heiß und innig geliebt hat. Daneben aber schiebt sich, zuerst episodisch 
und dann immer ausgreifender, eine Lieberidylle zwischen Harald und 
einer Bürgerstochter in den EntwickelungSgedanken des Gedichtes ein, die 
schließlich zur Auflösung der künstlerischen Einheit führt. An dieser Kon 
gruenz der Handlung leidet die Dichtung sehr, denn sie trübt die sonst 
lebensvolle Charakicrzeichnung Haralds auf der einen Seite, während sie 
auf der anderen den Verfaffer zu übermäßig breiter Detailmalerei verlockt 
hat. Dahingegen zeigt Nordhausen eine Meisterschaft in dem Beherrschen 
des Verses und eine Kraft des Kolorits, die ihn in die erste Reihe 
unserer Epiker stellt. L. M. 
Dor Ict»srrt-Surtd. Von Arthur Zapp. Berlin. Verlag von 
Carl Georgi. Preis 1 Mk. 
Schwärmerische junge Damen und ein hungernder Litterat bilden in 
der kleinen Stadt den Ibsen-Bund, deffen Mitglieder zum Teil durch die 
Lektüre der „Nora" und de» Björnsenschen „Handschuh" ganz verschrobene 
Ansichten über die Pflichten und Rechte des Weiber sich aneignen. Da 
giebt er denn allerlei Mißverständnisse, kleine Intriguen und scherzhafte 
Verwechslungen und zum Schluß eine allseitige Versöhnung. Ganz unter 
haltend schildert Arthur Zapp aus diesem Grunde den NordlandS- 
EnthusiaSmuS, der eine Zeitlang die deutsche Litteratur beherrschte. So 
ist die kleine Novelle eine recht freundliche Gabe auf dem belletristischen 
Büchertisch. — lk- 
Dle Krpgierio der Kewegung. Von Paul Mantegazza. 
Leipzig. Verlag von Georg Heyne. Preis 1 Mk. 
Der unermüdliche Mantegazza hat seinen bisherigen volkstümlichen 
Schriften die obengenannte folgen laffen, au« der ersichtlich ist, wie sehr 
er die Mängel unserer nervenschwachen Jahrhunderts erkennt. Er spricht 
in klarer, leicht faßlicher Art über alle Anen der Bewegung: Turnen, 
Tanzen, Gymnastik, die er in seiner geistreichen Art zu lebenerhaltenden 
und lebenstärkenden Uebungen heranbilden möchte. Hoffentlich gelangen 
feine Lehren auch überall hin, wo Unverstand und Trägheit sich über daS 
Natürliche und Einfache hinweg gesetzt haben. —i— 
Inhalt: Niclot. Ein Sang aus Mecklenburgs Vorgeschichte. 
Von B. Erhard. — Liuba. Eine Erzählung aus der Wendenzeit von 
Ernst Neumann (Fortsetzung). — König Friedrich Wilhelm I. von 
Preußen als oberster Landesbischos. Von A. von Winterseid. — 
Friedrich der Große und sein Verhältnis zur deutschen 
Sprache, Litteratur und Schule. Von Dr. E. Wiehr. — Kleine 
Mitteilungen: Die Wafferwerke der Stadt Berlin am Müggelsee. (Mit 
drei Illustrationen). — Die Entwickelung der Militärmusik. — Von Lothar 
Bücher. — Vereins-Nachrichten. — Büchertisch. — Anzeigen. 
Inserate werden von der Geschäftsstelle Berlin N., Schönhauser Allee 141, — Fernsprechstelle Hl 8460 —, sowie von allen Annoncen- 
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