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Periodical volume 5. August 1893, No. 45.

Full text: Der Bär Issue 19.1893

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von 2000 Gulden ab, und zwei Jahre später überließ ihm 
Kaiser Ferdinand die andere Hälfte der Herrschaft gegen Er 
legung einer Summe von 3000 Gulden und 1200 Thalern 
gleichfalls zum Erbeigentum. Weil aber die in der Herrschaft 
Spremberg angesessene Ritterschaft sich weigerte, den Landvogt 
von Lobkowitz als ihren Oberherrn anzuerkennen, so übergab 
ihm Ferdinands Nachfolger, Maximilian II., am 6. Oktober 1566 
Schloß, Stadt und sechs Dörfer als ein erbliches Lehen, 
nachdem schon ein 
Jahr vorher die 
juristische Fakultät zu 
Wien die Richtigkeit 
der Verträge sowie 
die Abhängigkeit der 
Ritterschaft anerkannt 
hatte. Obgleich die 
Ritterschaft nun will 
fährig war, so hatten 
die Mißhelligkeiten 
mit derselben dem 
Herrn von Lobkowitz 
den Besitz von Sprem 
berg offenbar ver 
leidet, denn er ver 
kaufte am 29. April 
1568 die Herrschaft 
für 30 000 Fl. an 
den Landrichter der 
Niederlaufitz, Kaspar 
von Minkwitz auf 
Drehna. Auch gegen 
diesen Besitzer scheint 
die Spremberger 
Ritterschaft sich auf 
gelehnt zu haben, 
denn der Kaiser sah 
sich 1571 auf des 
Herrn von Minkwitz 
Beschwerde veran 
laßt, der Ritterschaft 
und vornehmlich 
denen von Löben und 
von Schützen, den 
Befehl zu erteilen, 
sich aller Neuerungen 
und Beschwerungen 
zu enthalten. Auch 
Kaspar von Mink 
witz verkaufte wegen 
dieser Unzuträglich 
keiten am 6. April 1584 Stadt und Schloß neben den sechs 
dazu gehörigen Dörfem an Karl von Kittlitz, Herm auf Mal- 
mitz und Eisenberg in Schlesien, wodurch Spremberg zum 
dritten Male in den Besitz dieses Geschlechtes kam. 
(Schluß folgt.) 
Die ältesten Uciftnadeln 
Die ältesten Nähnadeln. 
Von G. Kerntre. 
(Mit Abbildungen). 
Wir wollen nnd können nicht mit der unerläßlichen Ge 
nauigkeit eines Statistikers Art und Herkunft der verbürgt 
ältesten Nähnadeln aufweisen; es wäre — wenn wir über 
haupt auf solchen Gedanken kommen könnten — ein Bemühen, 
das weniger Aus 
sicht auf Erfolg hätte, 
als eine Reise zum 
Monde oder ein 
Briefwechsel mit den 
Bewohnern des 
Mars. Es läßt sich 
indes doch eine 
Lebensgeschichte der 
ältesten Nähnadeln 
ausfindig machen; 
und eine solche Be 
trachtung , wie die 
vorliegende, zeigt 
einerseits, wie weit 
man in der Er 
forschung jener Ge 
schichte gekommen 
ist; andererseits will 
sie zur Aufmerksam 
keit in geeigneten 
Kreisen anregen. Daß 
diese Betrachtung 
nur einen Blick in 
die Fülle des un 
begrenzten Stoff- 
Gebietes bedeutet, 
sei ausdrücklich ver 
merkt. Ich werde 
mich im allgemeinen 
an meinen in der 
„Brandenburgia" 
(Gesellschaft für Hei 
matkunde der Pro 
vinz Brandenburg) 
gehaltenen Vortrag 
halten, kann aber 
gleich mit einer 
Thatsache hier vor 
rücken, welche mir 
damals noch fehlte, 
d. h. ich habe heute 
einen ganz jugendftischen Ur-Enkel der ältesten Nähnadeln 
zur Verfügung — ein Stück, dessen Dasein ich damals 
nur vermutete. Daß im Laufe der Zeiten eine große 
Familie allerhand Wandlungen erfährt, daß der eine Zweig 
immer vornehmer, ein anderer immer mehr das Gegen 
teil davon wird, wiffen wir; man nennt das: Schicksal, Be 
anlagung u. s. w. Dergleichen läßt sich auch von der Familie 
„Nähnadel" melden. Und so dürfen wir keineswegs den Kopf 
schütteln, wenn eine moderne Berliner knöcherne Schnürnadel
        
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