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Periodical volume 8. Juli 1893, No. 41.

Full text: Der Bär Issue 19.1893

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feffelt, so sehr auch die jetzl im Uebergangsstadium befindliche 
Umgebung der Schlucht, hoffentlich nicht mehr aus lange, stören 
mag. Man darf sich von der Nachbarschaft des geplanten 
Wassersturzes künftig eine durch Wasserstaub und Dünste be 
dingte Kräftigung dieser so eigentümlichen Vegetation ver 
sprechen. Für jetzt blicken von Nadelholz nur einige gut ge 
deihende Rottannen und eine ziemlich kümmerliche Lawson- 
Cypresse in das Epheumeer hinein, dem fich hier und da 
Plätzchen voller Maiblumen und Veilchen beigemengt haben. 
Taxus-, Stechpalmen- und Rhododendrongebüsche würden zur 
Vervollständigung sich als wünschenswert erweisen, ja die 
überaus geschützte Lage wohl auch die Libanonceder, sowie den 
pontischen und portugiesischen Laurocerasus als Freiland 
gewächse ermöglichen, über welch letztere die kanadische Tsuga 
passend ihre elegant hängende Krone breiten könnte. Doch 
wüchsigkeit Grauen erregen würde, gefielen. Als einer der 
früheren Eigentümer sei der Justizrm von Kunow ski, als 
letzte, mit Recht beklagenswerte Besitzer seien ein Herr und 
eine Dame lieber nicht genannt, weil ich, früher vom gleichen 
Schicksal der Expropriation bedroht und diesem nur mühevoll 
entgangen, herzlich mit ihnen sympathisiere und demgemäß ihr 
Zartgefühl schonen möchte. Leider mußte in unmittelbarer Nähe 
des Epheus eine mit diesem verbundene wilvromannsche 
Gartenanlage, deren Hauptzierde eine mächtige Weinlaube von 
fast sicilischer Ueppigkeit, umringt von verwildernden Blumen 
mancherlei Art war, den Wegbauten und anderen notwendig 
gewordenen Terrainumwandlungen weichen. Direktor Mächtig 
hat von den schöneren oder selteneren Bäumen dieses Platzes 
gerettet, was irgend zu retten war; wie er denn auch in zu- 
vorkommendster Weise auf dem Gipfelplateau des Kreuzberges 
Der Niktrrvicr-Park in Dorten: 
In der Wolfrschlucht. 
Nach einer pholographischen Aufnahme von F. Albert Schwary in Berlin. 
alles dies wird später zu erörtern sein und durch den ge 
läuterten Geschmack des Herrn Stadtgarten-Direklors Mächtig 
einer Vollendung entgegengeführt werden, welche ein Pückler 
oder ein Meyer gewiß gern unterschrieben haben würden. 
Erwähnt sei noch, daß es, allem Anschein nach, die 
Varietät hibernica von Hedera Helix L, also der bei uns 
sogenannte schottische großblättrige Epheu, wenn auch in etwas 
kleinblättriger Gestalt, ist, mit dem wir es hier zu thun haben. 
Trotz der größeren Raschwüchfigkeit dieser Form dürften viele 
Jahrzehnte darüber hingegangen sein, bis ihre Ausbreitung so 
weitgehende Dimensionen annehmen konnte. Wildwachsender 
Epheu, sonst durchaus nichts Seltenes hier zu Lande, ist an 
gleichem Orte nicht vorhanden gewesen. Man verneigt fich 
gern vor der starken Naturliebe der Vorbesitzer, welche sich in 
der Schöpfung und Erhaltung einer so köstlichen Wildnis, die 
allerdings manchem geschulten Gärtner vermöge ihrer Ur- 
zwei alten, ohne Zweifel von Lennes erster Anpflanzung um 
das Monument herum herrührenden Zürgelbäumen (Celtis 
oocidentalis) mit schon stark entblößren Wurzeln, auf unser 
Ersuchen hin, durch Erdaufschüttung das Dasein gefristet har. 
Außer der hier von uns geschilderten Epheu- oder Wolfs 
schlucht, hat es übrigens auch im östlichen Teil des Kreuz 
bergmassivs noch eine andere Wolfsschlucht gegeben, die im 
Labyrint neuerbauter Straßen untergegangen ist. Dieselbe, 
selbst jüngeren Berlinern noch erinnerlich, lag über jenem be 
rufenen, nun längst zu den Schatten hinabgestiegenen „dusteren 
Keller", der in alter Zeit den Winzern als Bodega seinen 
Raum geliehen, später aber lange Zeit als eine stark besuchte 
Bürgertabagie Ruf gehabt hatte. Hier hat bekanntlich Graf 
Mirabeau seinen Berliner Freunden den Anbruch der fran 
zösischen Revolution als bevorstehend vorausgesagt. Das 
obere Ende dieser sekundären Wolfsschlucht beschattete eine in
        
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