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Periodical volume 25. Juli 1891, No. 43

Full text: Der Bär Issue 17.1891

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einmütig war man dafür, diesem Parke den Namen Viktoria- 
Park zn geben. Der Schöpfung des letzteren sollten jedoch 
eine Reihe langwieriger Verhandlungen vorangehen, die zum 
Teil jetzt noch nicht beendet sind. 
Schon im Jahre 1873 hatte der preußische Landtag 
134 000 Mk. für die Schöpfung eines Parkes am Kreuzberge 
bewilligt, doch zeigte sich die Regierung prinzipiell abgeneigt, 
die Anlage auf Staatskosten ins Leben zu rufen, obwohl der 
Fiskus ca. 20 Morgen von dem dortigen Terrain besaß. Am 
28. Februar 1879 richteten zahlreiche Adjacenten jener Gegend 
eine Petition an Kaiser Wilhelm I., in welcher sie dringend 
um Errichtung des Viktoria-Parkes baten. Diese Petition hatte 
zur Folge, daß die Ministerien der öffentlichen Arbeiten und 
Finanzen dem Magistrat mitteilten, es sei ihnen erwünscht, mit 
Handlungen, sowie derjenigen zwischen Magistrat und Stadt- 
verordneten-Versammlung einzugehen. Als Gesamt-Resultat 
ergab sich folgendes: 
Der Staat lehnte es definitiv ab. den Viktoria-Park ins 
Leben zu rufen, gab zu demselben jedoch einen baren Zuschuß 
von 134 000 Mk. und trat das ihm gehörige Terrain von 
48 650 qm, sowie 7610 qm Terrain an der Kreuzbergstraße 
ab; das Bestreben, das Aufmarsch-Terrain an der letzteren für 
den Park zu gewinnen, scheiterte an dem Widerstande des 
Reichsmilitär-Fiskus; die Stadt hingegen beschloß (6. Mai 
1886), Unternehmerin und Erhalterin des Parkes zu werden. 
Nachdem der Vertrag mit dem Fiskus abgeschlossen war 
(September und Okiober 1887) erwarb die Stadt zur Er 
weiterung des fiskalischen Terrains die Grundstücke Kreuz- 
piktrmia - park am Krerrzkorg: Lliiii mk das tzrnkmal vau Süd > WkS. 
Nach einer photographischen Aufnahme des Hof-Pholographen F. Albert Schwartz in Berlin. 
Vertretern desselben über die Errichtung des Parkes in Ver- 
Handlung zu treten. Gleichzeitig offerierien die Minister dem 
Magistrat jene 134 000 Mk. und die 20 Morgen, welche der 
Fiskus besaß. Hierdurch gelangte die Angelegenheit von dem 
Standpunkt akademischer Erörterungen wenigstens zu praktischen 
Verhandlungen. Es sollten jedoch noch eine Reihe heftiger 
Kämpfe sowohl zwischen Staatsregierung und Magistrat als 
auch innerhalb der städtischen Organe stattfinden, ehe der 
Viktoria-Park in seinem jetzigen Glanze erstand. 
Zu einem gewissen Abschlüsse gelangten die Verhandlun- 
gen zwischen der Regierung und dem Magistrat erst in der 
Konferenz vom 7. Januar 1884, welche von Verrretern der ! 
Ministerien der öffentlichen Arbeiten und der Finanzen, sowie | 
von Vertretern des Magistrats gehalten wurde. Es kann hier 
nicht unsere Aufgabe sein, auf die Einzelheiten dieser Ver- j 
bergstraße 60—66. 71*), Lichterselderstraße 9 und 10 und Am 
Kreuzberg 5 und 13 meist im Wege der Emeignung. Sie 
mußte für diese Erwerbungen über zwei Millionen Mark 
zahlen und behielt fich die Bebauung der Grundstücke mit 
Villen, soweit dies ästhetisch zulässig erschien, vor. Von diesem 
Plan, an welchen in der jetzigen Anlage des Parkes nur noch 
die große Fahrstraße erinnert, ist man zum Glück ganz abge 
kommen. Die Villen hätten auch in einer Weise in einander 
geschachtelt werden müssen, daß dieselben schwerlich als hübsche 
bauliche Anlagen mit genügend großem Gariemerrain hätten 
hergestellt werden können. 
Das Verdienst, der Anlage des Viktoria-Parkes so große 
Dimensionen gegeben zu haben, gebührt in erster Linie der 
*) Von 71 ist nur der Hintere Teil erworben worden
        
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