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Volume 14. April 1889 Nr, 28

Full text: Der Bär (Public Domain) Issue15.1889 (Public Domain)

Unter Nitwirkung 
Dr. R- KörcknAirior, F. KudL;rcs, Tftoc-dr»r Fontarre, Stadtrat G. Fvredet, 
Gvmnasialdirektor Dr. M. Srftwcrvt; und Grünst Vsrr Mitdrnbvnrli 
' herausgegeben von 
OsKav KrtzwoDet, ÄorUrrr. 
XV. 
^abraana. 
M 28.' 
Erscheint wöchentlich am Sonnabend und ist durch alle Buchhandlungen, Zeitungsspeditioneir und Postanstalten für 14. A^rjs 
2 Mk. 50 Pfg. vierteljährlich zu beziehen. — Im Postzeitungs-Aatalog eingetragen unter Nr. 6gs. 1889. 
Dem Fürsten Dismarck. 
Nun ward nach Gottes Rat der junge Held 
Wilhelm der Zweit' auf Preußens Thron gestellt. 
Wenn nun sein Adleraug' nach denen schaut, 
Auf deren Kraft sein Ahitherr einst gebaut, 
Die ohtie Wanken treulich Tag und Nacht 
Zur Pflicht ihm waren, — ihnr zum Dienst bedacht, 
Zn Krieg und Frieden, wie es Gott uns wählt, 
Viel Lücken dann der junge Kaiser zählt. 
Der Melden jener großen Zeit — wie viel 
Erreichten vor den Kaisern schon ihr Ziel! 
P Mllkommen all'! Herein, du muntrer Thor! 
/ ® Die Freude ruft, sie öffnet euch das Thor. 
Laut schallt der Hörner Klang. Von Lichtern glänzt 
Der weite Saal, wie Frühling rings bekränzt; 
Bunt wechselnd prangen Fahn' und Wappenschild, 
Dazwischen hebt sich manch' geliebtes Bild. 
Zn langen Zeilen reiht sich Tisch an Tisch, 
Daran die Zecher sitzen ftoh und. frisch. 
Und doch, eh' noch in übermüt'ger Nacht 
Die Tafel dröhnt, der Salamander kracht, 
Zur rechten Zeit ein mahnend Wort erscheint; 
Denn wir sind hier „zu ernstem Ding" vereint. 
Zuvörderst denkt an das vergangne Zahr, 
Das reich an Thränen wie kein andres war, 
Das Deutschland bracht' unnennbar bittern Gram 
Dnd rasches Laufes uns zween Kaiser nahin. 
Wilhelm, des Reiches Gründer, stieg ins Grab, 
Der Preußen, Deutschland Ehr' und Waffen gab, 
Der unsrer Feinde Hohn und Haß zerschlug, 
Rach Wien, Paris siegreiche Fahnen trug, 
Rnd ob ihm wurde höchstes Heldentum, 
Roch fand als Friedenshort den schönsten Ruhin. 
Renkt sein auch, der als Kronprinz schlug wie Blitz 
Königgrätz, bei Sedan, unsres' Fritz! 
Res großen Wilhelms vielgeliebter Sohn 
bestieg als Dulder seiner Väter Thron. 
Ren Schmerz, den Zainmer, den der Edle litt, 
Es fühlten ihn wohl alle Herzen mit. 
schlaft wohl! So lange deutsche Sitt' und Brauch 
pn Ehren stehn, lebt euer Name auch. 
Prinz Friedrich Karl, der tief in Frankreichs Herz 
Die Heere führte, fest wie Stahl und Erz, 
Ließ fallen allzufrüh den Narschallstab, 
Den ihm, dem würdigsten, sein Mheim gab. 
Bei seinem Standbild hub zum Schwur die Hand 
Der junge Kaiser, daß kein Stücklein Land, 
Das der erfochten, soll verloren gehn. 
Und weiter laßt uns auf Vergangnes sehn! 
Längst schied der Wann, der argen Spott und Hohn 
Für seinen König mutig trug, Graf Roon, 
Der trutzig einst die Waffen machte scharf, 
Nit denen Wilhelm unsre Feinde warf. 
Nanteuffel, Steinmetz, Vogel-Falckenstein, 
Sie schwanden hin, ihr Name blieb allein. 
Wie viel noch könnt' ich nennen jener Zeit! 
Sie schlummern jetzt, zur That einst rasch bereit. 
Er aber, der, wenn andre sprachen, schwieg, 
Rastlos für unser Heer sann Sieg um Sieg, 
Gras Noltke lebt, erlauchten Geistes voll,
	        
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