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Periodical volume 13. October 1888 Nr, 2

Full text: Der Bär Issue 15.1889

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I. Fossilien, also thierische und pflanzliche Reste, sowie 
Petrefakten aus prähistorischer Zeit. Besonders kommen in Betracht 
Hörner, Elchgeweihe und Zähne aus den benachbarten Torfmooren 
und Seen, verschiedene Backenzähne von einem Mammuth aus den 
Lagern von Neuhaldensleben, darunter einer 5 und einer 7'/- Pfund 
schwer, Phosphoriten und Koprolithen d. i. versteinerter Koth von 
Bären und Hyänen aus dem Lager von Helmstedt, versteinertes 
Holz u. a. m. 
II. Aufzeichnungen. A. Handbücher, z. B. Kunstdenk 
mäler von Bergau, Lissauer, Henne am Rhyn u. a. B. Aeltere 
Drucke des l6. —18. Jahrh., namentlich aus dem Gebiete der 
altchristlichen Theologie, der Geschichte und Geographie, z. B. 
Werke von Melanchthon 1550, Merian, Bekmann u. s. w. theilweise 
in Pergamentband. 0. Handschriften, darunter interessante 
Pergamenturkunden mit Wachssiegeln der Bischöfe von Havelberg 
1436, 1472, Urkunden der hohenzollernschcn Markgrafen und Könige 
z. B. von „Hannß Sigißmundt 1607", alte Kauf- und Lehrbriefe 
auf Pergament mit Wachssiegel (17. Jahrh.), alte Akten und Briefe 
Heyrothsberge bei Magdeburg, von Manlbeerwalde und Strcckenthin 
in der Prignitz, wozu noch andere Ausgrabungen bei Zaatzke in 
Aussicht genommen find. Verschiedene Schmuckgegenstände, Gcräthe 
und Waffen von Stein, Bronze und Eisen, insbesondere ein 
Schwert, Schildbuckel, Lanzcnspitze aus einem Hünengrabe, andre 
Geräthe aus den Torfmooren, ein großes Steingebildc in der Form 
eines Menschenfußes mit Knöchel, vielleicht von einem alten Götzen- 
bildc, aus Vehlow in der Prignitz, kirchliche Altcrthünier z. B. 
Holzbildnisse aus Mechow, Gantikow, Alt-Krüssow in der 
Prignitz, Dungelbeck, Prov. Hannover; steinerne Opfermesser, 
Hämmer, Aexte; Kanonenkugeln verschiedener Größe, theils von 
Stein, theils von Eisen, theils von Bronze, aus dem 30 jährigen 
Kriege, noch in den letzten Jahrzehnten auf dem Schlachtfeld von 
Wittstock (1636) ausgepflügt, verschiedene Schußwaffen und Geschosse 
aus den schlesischen, französischen, dänischen und deutschen Kriegen 
(1756—1871), zwei alte Ellenmaße mit Inschriften. 
Spezielleres lokales Interesse gewähren die Funde, welche 1887 
bei den Ausgrabungen in den Ruinen der alten Bischofsburg in 
Havrllandschast. 
aus Schlössern und Stadtarchiven u. s. w. O. Bildwerke ver 
schiedener Art an den Wänden und in Mappen, namentlich land 
schaftliche und kulturhistorische, darunter Kupferstiche und Atlanten 
c. 300 Jahre alt, zahlreiche Gipsbüsten, antike und moderne Nach 
bildungen. 
III. Prägungen. A. Siegel, besonders eine Reihe alter 
Wachssicgel mit Bullen aus der Bischofszeit Wittstocks. B. Münz en. 
Die erst seit einem Jahre angelegte Münzsammlung zählt über 
200 z. T. sehr alte und intereffante Münzen; a) Denkmünzen, 
b) Antike Münzen z. B. Von Julius Cäsar (Vom Vidi Vici), 
•c) Brakteaten und andre Münzen des Mittelalters z. T. aus 
dem 1881 bei Herzsprung in der Prignitz gemachten Silberfunde 
aus dem 12. Jahrh., ck—b) Diverse deutsche, europäische und 
außereuropäische Münzen des 16.—19. Jahrh., i) Papierscheine, 
darunter ein Assignat der französischen Republik 1792. 
IV. Gewerbliche Erzeugnisse verschiedener Kultur 
perioden. A. Prignitz und Umgegend, darunter 30 wohl- 
erhaltcne, z. T. sehr große und kunstvolle Urnen mit Inhalt sowie 
Fragmente solcher aus den Hünengräbern von Althaldensleben und 
Wittstock gemacht und mit ministerieller Genehmigung im Gymnasial- 
Museum deponirt und geordnet sind. Vgl. die Mittheilung im 
^ „Bär" 1888 S. 482 ff. Bausteine verschiedener Art und Forni, 
eine Anzahl von Fliesen mit Abdrücken einer großen Thierpfote, 
vergoldete Sandsteinzierathen und Gebilde aus der ehemaligen 
Kapelle, Urnen, unglasirte und glasirte Gefäße, grünglasirte 
Majolikakacheln mit plastischen Porträts und Darstellungen aus 
der biblischen Geschichte, aus der Geschichte der Kaiser und Pfalz 
grafen, mit zahlreichen lateinischen und altdeutschen Inschriften, einige 
mit der Jahreszahl 1550, verschiedene Gläser mit goldartig 
schimmerndem Perlmutterglanz, Malereien und Inschriften, allerlei 
Geräthe und Zierrathen von Eisen, Blei, Kupfer und Thon, ein 
polirter großer Amethyst aus deni Schinuck der Kapelle, vielleicht 
von einem Kruzifix oder einer Monstranz, allerlei Waffentheile, 
insbesondere spanische Reiter, 5 eiserne Armbrustbolzen mit Spitze 
aus der Wendenzeit, Fragmente eines Panzerhemdes, Münzen, 
Hirchgeweihschmuck, Eberzähne u. a. Fossilien. Bemerkenswerth ist, 
daß in dem Archiv der zur Burg gehörigen Königlichen Domäne 
zu Goldbeck außer anderen Urkunden über das seit dem Ende des
        
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