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Periodical volume 5. September 1885, Nr. 49

Full text: Der Bär Issue 11.1885

Erscheint wöchentlich am Sonnabend und ist durch alle Buchhandlungen, Seitungsspeditionen und Postanstalten für 2 Mark 50 Pf. 
XI. Jahrgang. vierteljährlich zu beziehen. - Jtn postzeitungs-statalog eingetragen unter Nr. 2455. & en § September 
Nr. 49. Verlag von Gebrüder Paetel in Berlin W. 1S85. 
5. September 1701. 
5. September 1733. 
5. September 1870. 
<i. September 1729. 
8. September 1872. 
7. September 1631. 
7. September 1811. 
7. September 1871. 
8. September 1767. 
Gedenktage. 
Leopold von Dessau nimmt mit preußischen Grena 
dieren die Citadelle von Pinazzv. 
Martin Christoph Wieland * zu Oberholzheim. 
Einzug König Wilhelms in Reims. 
Moses Mendelssohn * zu Dessau. 
Dreikaiserzusammenkunst in Berlin. 
Gustav Adolphs Siez bei Breitenfeld. 
Fürst Karl Anton von Hohenzollern *. 
Bombardement von Schlettstadt. 
August Wilhelm von Schlegel * zu Hannover. 
8. September 1778. 
9. September 1818. 
9. September 1822. 
9. September 1872. 
10. September 1785. 
10. September 1870. 
| 11. September 1525. 
11. September 1787. 
11. September 1870. 
11. September 1870. 
Nachdruck verboten. 
Gesetz «. U. VI. TO. 
Clemens Brentano * zu Thal Ehrenbreitstein. 
Maler Eduard Hildebrandt * zu Danzig. 
Robert Friedrich Wilms * zu Arnswalde. 
Bismarck Ehrenbürger von Berlin. 
Friedrichs II. Bündnih mit Nordamerika. 
Die französischen Schisse räumen die Nordsee. 
Johann Georg Kurfürst von Brandenburg *. 
Maler Wilhelm Wach * zu Berlin. 
Einrücken der Deutschen in Meaur. 
Rückkehr d. deutschen Nordpolexpedition n. Bremen. 
A 
Der fürstliche Detter in Schwedt. Historische Novelle vor. W. Wcpcrgaug. 
12. „Der Stallmeister bittet, das begleitende Kabinetschreiben 
Seiner Majestät übergeben zu dürfen," meldete der Page weiter. 
Der Markgraf beschied sofort den harrenden Abgesandten 
zu sich herauf. Aller Unmuth war ihm verflogen, alle rheu 
matischen Schmerzen schienen vergesien. 
Durch das geöffnete Fenster rief er selber 
die Befehle für sorgliche Unterbringung 
der schönen Thiere hinab. 
„Was soll's mit den Pferden?" fragte 
Sehdlitz den ihm auf der Treppe begeg 
nenden Stallmeister leise. 
„Zum ausschließlichen Dienst für die 
Frau Markgräfin bestimmt," war die 
gleich vorsichtige Antwort- „Mit zwei 
tausend Thalern zu bezahlen und auf 
Rechnung der markgräfllchen Rentkammer 
zu unterhalten." 
„Haha," lachte der Junker, „ein gutes 
Pflaster für meine spanische Fliege, in der 
That! Auch für die Markgräfin, mein' ich, 
von wegen der Wildenbrucher Fahrt. 
Werd' es ihr gleich selber melden. Aber 
Euch, Herr Stallmeister, möcht' ich den 
Rath geben, macht Euch davon, ehe Seine 
Hoheit Euer Kabinetschreiben gelesen! Nun soll mir der Ritt so 
schwer nicht werden: Frau Markgräfin, ich bringe gute Kunde!" 
In den Zimmern der sogenannten Surprise, dem Jagd 
schlößchen zu Monplaisir, hatte die Markgräfin Sophie sich 
eingerichtet, so gut es gehen wollte. Auf einen mehrwöchent- 
lichen Aufenthalt hatte sie indeß kaum gerechnet; ihre Absicht, 
einen eigenen festen Willen zu bekunden, erschien ihr erreicht, 
und die lange Dauer der freiwilligen Verbannung fing an, 
auch sie zu bedrücken. Ihr Hofstaat und 
die kleinen Prinzessinnen weilten nach wie 
vor im Schwedter Schlöffe. Wohl stat 
teten sie bisweilen der Mutter einen ver 
stohlenen Besuch ab; um zu ihr überzu 
siedeln, fehlte es jedoch an Raum und 
vor Allem an der Zustimmung des Mark 
grafen. 
Die Oberhofmeisterin, eine strenge 
alte Dame, hätte sich auch nimmer in 
Familicn-Differcnzen gemischt. Ihre Stel 
lung war ihr zu lieb, und die beiden 
Hofdamen, zwei Fräulein von Winterfeldt, 
fügten als nahe Verwandte sich blind 
lings ihren Weisungen. Klug wußten sie 
jedoch die äußere Form zu wahren. 
„Unsere gnädigste Frau Markgräfin be 
dürfen der Ruhe," — damit entschul 
digten sie die längere Abwesenheit der 
Gebieterin, und die Gattinnen der höheren 
Beamten und Militärs verstanden den Wink und hofften 
mit den Bewohnern des Städtchens, daß dem markgräf 
lichen Hause noch einmal ein männlicher Erbe beschieden 
werden möge.
        
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