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Periodical volume 22. August 1885, Nr. 47

Full text: Der Bär Issue 11.1885

(Eine Chronik für's Haus 
Erscheint wöchentlich am Sonnabend und ist durch alle Luch Handlungen, Seitungsspedltioncn und Postanstalten für 2 Mark 50 Pf. 
XI. Jahrgang. vierteljährlich zu beziehen. - Im Postzeitung-.Katalog eingetragen unter Nr. 2455. den 22. August 
Nr. 47. Verlag von Gebrüder Paetel in Berlin W. 1885. 
22. August 1768. 
22. August 1864. 
23. August 1695. 
23. August 1813. 
23. August 1866. 
23. August 1870. 
24. August 1572. 
Gedenktage. 
Superintendent Delbrück, Erzieher Friedrich Wil- 24. August 1831. 
Helm IV. *. 25. August 1744. 
Abschluß der Genfer Convention. ! 25. August 1758. 
Die Brandenburger nöthigen Namur zur Capitu- 25. August 1840. 
lation. 26. August 1813. 
Schlacht bei Großbeeren. > 26. August 1848. 
Friede zu Prag. I 27. August 1667. 
Beschießung der Festung Bitsch. 27. August 1770. 
Bartholomäusnacht; Coligny ermordet. 28. August 1749. 
Nachdruck verboten. 
Gesetz v. 11. VI. 70. 
Gneisenau 
Herder * zu Mohrungen. 
Schlacht bei Zorndorf. 
Karl Jmmermann f. 
Blücher siegt an der Katzbach; Körner ch. 
Waffenstillstand zu Malmö. 
Schlabrendorfs Sieg bei Peterwardein. 
Hegel *. 
Göthe *. 
Der fürstliche Vetter in Schwedt. Historische Novelle von W. Wcycrgang. 
io. „Das haben denn auch die Fiddichower 
eingesehen, und als kürzlich wieder einer 
voil ihnen, der Fischer Krüger, des steten 
Frohndienstes sich geweigert, da hat unser 
gnädigster Herr Markgraf befohlen, ihn 
sammt seiner Eheliebsten aufzliheben und 
in's Schwedter Prison zu transportiren. 
Aber die Fiddichower hatten's längst unter 
sich ausgemacht, daß kein Bürger den 
anderen mehr transportiren sollte, — so 
hatten Alle keine Zeit zu dem Weg auf's 
Amt, und der Amtmann . . ." 
„Der Garde, das ist ein wackerer 
Kerl . . 
„Der konnte von seinen Leuten auch 
just keinen misten, und so inußtc der Bürger- 
ineister für sein eigen Geld zwei Arbeitslcute 
zu dem Dienst requiriren . . ." 
„In der unterthänigsten Voraussetzung, 
daß die markgräfliche Kammer ihm die 
gehabten Unkosten gnädigst erstatten werde! 
Haha, — La kann er lange warten!" 
„Und der Krüger ist richtig hier in's 
Prison geschafft? Leute, dem müssen wir 
heraus helfen!" 
„Damit hat's keine Noth!" lachte 
spöttisch der Advokat. „Sie haben sich das 
Ding nur von außen besehen und sind 
rechtzeitig echappirt. Hier aber ist ein 
Steckbrief hinter ihnen drein," — und er 
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Mauriliuspokal, 
auS der Berliner Sammlung des Rechnungralhs 
F. Warnerke. 
zog aus der Brnsttasche ein großes Papier 
mit gewaltigem Siegel und riesiger Untcr- 
schrift hervor, — „da, Schulze, nehmt, 
das ist für Euch bestimmt. Könnt's hernach 
im Dorfe austromineln lassen, wie's Eure 
Pflicht und Schuldigkeit." 
Der Schulze überblickte schnell das 
Schriftstück und gab es mit einem „Na, 
hiernach wird Keiner den Krüger heraus 
finden!" dem Schulmeister hin. 
„Nein, meiner Seele!" lachte auch der 
alte Schnurrbart. „Hört nur, Leute," 
und bei den schwierigeren Worten von dem 
Advokaten unterstützt, trug er laut den 
Inhalt vor: „Nachdem der Fischer Erd 
mann Krüger aus Fiddichow, so von läng 
lich schwarzem Angesicht und Haaren, dicken 
Maules, etwas blöden und verdrehten Ge 
sichts auf dem rechten Auge, mittelmäßiger 
Leibesdicke und ein grau Kamisol tragend, 
vhngefähr fünfzig Jahr alt, den 28. Marin c., 
wegen verschiedener harter Verbrechen aus 
Furcht der eaptur ausgetreten . . ." 
Aergerlich warf der Schulmeister das 
Blatt zur Seite: „Und das soll dem Krüger 
gelten?" 
„Das soll's! Und ein Jeder, der nicht 
parirt, kann einen ähnlichen Liebesbrief hinter 
sich drein haben, daß er drin abkonterfeit ist 
für ewige Zeiten ... He, gefällt's Euch nicht,
        
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