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Periodical volume 8. August 1885, Nr. 45

Full text: Der Bär Issue 11.1885

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Dr. Rethwisch über die Aufgaben der Geschichtswissenschaft und Geheimer 
Staatsarchivar Dr. Bailleu über Prinz Louis Ferdinand von Preußen. 
Kurze Auszüge aus den betr. Vorträgen sind den Berichten eingefügt. 
Eine alte ch»ausurkunde. Im Grundsteine eines alten Hauses zu 
Stendal fand sich um 1700 die folgende Nachricht: 
„Nach Gottes Geburt 1400 und in dem 96sten Jahre habe ich. 
HansBuchholz, Gisos Sohn, von dem Schadewachten genannt, gebauet 
dieses Haus und zwei Jahr davor die Grundvesten! Meine Hausfrau 
heißt Adelheid und ist eine Tochter von Hans Lüderitz, und hab' ich mit 
ihr gehabt 5 Töchter nach einander. Kathrinchen, Annchen und Kathrin- 
chen, die mittelste, sind noch von ihnen am Leben. Auch habe ich einen 
Stiefsohn; der heißt Magister Johannes Brunkow und ist gepromoviret 
zu Leipzig in artibus zum Magister, als er 21 Jahr alt war. Mein 
Vater Giso Buchholz hatte drei Söhne, als Herrn Matthias, Hans und 
Giso. und mein Vater wurde ein Mann, schier achtzig Jahre alt. Unsere 
Mutter, die hieß Anna, und war Eines von Köckden Tochter. Unsres 
Vaters seliger Mutter hieß Elisabeth und war eines von Ballenstädt 
Tochter auf Osterholz. Der Fürste dieses Landes ist der durchlauchtige, 
hochgeborne Fürst und Herr, Herr Johannes, Markgraf zu Brandenburg, 
Kurfürst, mein gnädiger Herr, ein Sohn Markgraf Albrechts, und derselbe 
Markgraf Hans hat Herzogs Wilhelms Tochter zu Thüringen genommen, 
Margarethe; „da hat er mit" zwei Söhne, als Markgraf Joachim und 
Albrecht. Von Bischöfen, Grafen und Herren, die gesessen sind unter dent 
Fürstenthume zu Brandenburg, sind: die Ehrwürdigen, in Gott Vater und 
Herr, Bischof Otto zu Havelberg, einer von Königsmark geboren, Joachim, 
Bischof zu Brandenburg, einer von Bredow geboren, und die Edlen 
und Wohlgeborenen, Johannes und Jakob. Gebrüder, Grafen von Lindow, 
Herren zu Ruppin und Möckern, Johann, Günzel, Balthasar und Henning, 
Gebrüder, Jasper und Achim Gans, Herren zu Putlitz, Erbmarschälle der 
Mark zu Brandenburg. Des Fürsten Hauptmann in der Mark ist Fritzo 
von der Schulenburg. Von Domherren zu Stendal sind: Johannes 
Benedicti, Propst, im Geistlichen Rechte Doktor, Herr Heinrich Belch, 
Dechant, Herr Friedrich von Lützendorf, Erbschenk, und der Kapitel, als 
zu Halberstadt und Stendal, Senior, Herr Hermann Pieverling, Herr 
Albrecht Klitzing, Herr Hermann Bote, Scholastikus, Magister Johannes 
Buchholz, Herr Kaspar Pfuel, Herr Albert von der Schulenburg, Herr 
Matthias Buchholz, mein Bruder, Herr Simon Hecht, Herr Matthäus 
Moring, Herr Henning Klötze. Im Rathe zu Stendal sind: Heinrich 
Buchbolz und Hans Buchholz, Bürgermeister; Rathmanne aber: Jakob 
Brasche, Blaus Moire, Wilke Fuge, Hans Schönhausen, Hans Kastiel, 
Hans Buchholz, Gisens Sohn, — der Eigenthümer des Hdüses, — Marten 
Moring, Marten Brunkow, Hans Kolck und Steffen Lüderitz, der da ist 
ein Bruder meiner Hausfrauen. In demselben Jahre, in der Fasten, 
brach die Elbe aus gegen Kokelitz und auch zwischen Werben und See 
hausen und an jener Seite der Elbe an vielen Enden. Und wenn die 
Elbe ferner weit so wäre ausgebrochen, so hätte das Treibeis von Auf 
stauens halber die Burg zu Sandau umgeworfen Der Hauptman», der 
daraus saß, der zog mit Weib und Kindern von der Burg und zog zu 
Sandow auf den Pfarrhof so lange, bis daß die Elbe wieder fiel. Mußte 
das Land ins Gesammt mit Hülfe der Städte (als Werben, Seehausen 
und Osterburg) einen neuen Deich „ausreiten" lassen und machen. Der 
Meister, der dies Haus bauet«, der hieß Klaus Arndt, und meine 
„guten" Nackbarn sind: Ludewig Moring und Wilhelm Caffel. Actum 
ut supra, des 16. Tages im Maimonate." Die Buchholz gehörten dem 
ältesten Stendaler Rathsgeschlechte an und erscheinen in städtischen Aemtern 
schon zu Anfang des XIII. Jahrhunderts (1208). 
Kleine Chronik. 19. Juli. Eröffnung des Berliner Hüttenbaues 
auf dem L-chwarzenstein im oberen Zillerthal. — 21. Juli. Landtags 
abgeordneter von Lücken-Venedien ff zu Venedien. — 22. Juli. Geheimer 
Sanitätsrath Dr. Brück ff zu Driburg. — 23. Juli. Trauung des 
Prinzen Heinrich von Battenberg mit der Prinzessin Veatrice von Groß 
britannien zu Whappingham. — 24. Juli. Freiherr von Falk enstein, 
Direktor der Stadtvoigteigesängnisse ff; 25 jähriges Jubiläum der König 
lichen Bergakademie, Festessen im Zoologischen Garten. — 25. Juli. Ver 
bandsfest der deutschen Gewerke im Eiskeller-Etablissement. — 26. Juli. 
Sommerwettfahren des Vereins für Velocipedfahren; Knappschaftsfest in 
Rüdersdorf; Pferderennen zu Charlottenburg. — 27. Juli. Reise der 
Kaiserin von Coblenz nach Homburg v. d. H.; Anwesenheit des Fürsten 
Hohenlohe in Galtein. — 28. Juli. Fünfzigjähriges Dienstjubiläum 
des Geheimen Rechnungsrath Kraatz (Justizministerium). — 30. Juli. 
Hofschauspieler Carl Gustav Berndel ff zu Gastein. 
Inhalt: Gedenktage. — Der fürstliche Vetter in Schwedt, 
historische Novelle von W. Weyergang (Fortsetzung). — Feuilleton: Fried 
richs II. Lobrede auf G. W. von Knobelsdorff, übersetzt von P. Walle 
(mit Portrait); — Die französischen Colonien in der Provinz 
Brandenburg von Dr. R. Buringuier (Forts.); Ein Ausflug nach 
dem Kreise Ost-Sternberg, von E. Buchholz; Das Polizeiwesen 
und die Gefängnisse der Reichshauptstadt von H. Sundelin. — 
Miscellen: Das Regiment Wedell; Rundfahrt um Potsdam; Alte 
Zeichnungen vom Japanischen Hause; Eine Episode aus der Schlacht bei 
Roßbach (m. Abb.); Kunstausstellung von 1886; Historische Gesellschaft zu 
Berlin; Eine alte Hausurkunde. — Kleine Chronik. — Inserate. 
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Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Peter Walls in Berlin SW. — Verlag von Gebrüder Paetel in Berlin W. 
Truck: W. Moeser Hofbuchdruckerei in Berlin 8. — Nachdruck ohne eingeholte Erlaubniß ist untersagt.
        
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