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Periodical volume 26. Juli 1885, Nr. 43 Abbildung: Friedrich II. mit Prinz Heinrich [bei der] Truppenschau im Lustgarten

Full text: Der Bär Issue 11.1885

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Der Markgraf halte das Schloß bereits verlassen, als 
der Page eintrat, um den befohlenen Rapport über seine 
Sendung abzustatten; zu ungeduldig, um auch nur den kleinsten 
Aufschub in seinen Plänen zu gewähren, des Wartens nicht 
gewohnt, war er ohne seinen sonst so unent 
behrlichen Begleiter zur Jagd gefahren; doch 
hatte er den Befehl zurückgelassen, der 
Junker solle ihm in der Richtung nach 
Hanseberg sofort nachkommen. 
Dem Befehle muß gehorsamt werden, 
und obgleich der Page andere Pläne für 
seinen dienstfreien Sonntag-Vormittag ge 
macht, so ließ er doch sein Pferd aus dem 
Stalle ziehen und schlenderte, dasselbe zu 
erwarten, in Hof und Park uinher. 
Auf der Rampe vor dem Schlosse 
spielten die beiden kleinen Prinzessinnen; 
Wärterin und Kammerfrau gingen plau 
dernd in einein der Nebenwege auf und 
nieder. Die Beiden außer Hörweite sehend, 
beugte er sich freundlich zu dem jüngeren 
der Mädchen, der kleinen Prinzessin Luise, 
nieder und fragte leise: „Soll ich die 
Mama grüßen?" 
„Wo ist sie? Wo ist meine chöre 
„Solch' Blättchen bringt Glück, gnädigste Dame," hörte er sie 
sagen. „Am Sonntag in der Frühe gefunden, bedeutet es 
ein angenehmes Wiedersehen." 
Die junge Dame blickte lächelnd auf, gleichsam als wollte 
sie fragen, wer in ihrer Einsamkeit freundlich nach ihr schauen 
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Soll ich sie 
„Ich will zu ihr reiten, 
grüßen?" 
Das Kind schaute verständig, aber 
traurig zu dem Pagen auf. „Die Mama 
kommt bald wieder, nicht wahr?" fragte es. 
Der Junker nickte bejahend, und die 
Kleine klatschte fröhlich in die Hände. 
„Das ist schön! Das ist schön! Dann 
grüße sie und bringe ihr meine Blumen!" 
Und sie reichte dem Junker die Blumen, 
die sie im Spiel gepflückt. 
Die Wärterin näherte sich der Gruppe, 
und da gleichzeitig der Stallbursche das 
gesattelte Pferd am Parkthore vorführte, 
so trat der Junker still grüßend zurück. 
Im Schritt ritt er zum Thore hinaus, 
sobald er aber das Städtchen im Rücken 
hatte und sich unbeachtet wußte, ließ er 
sein Pferd ausgreifen und lenkte auf Um 
wegen dem Jagdschlößchen Monplaisir zu. 
Am Eingänge des Parkes band er 
das Thier an eine der hohen Weiden, die 
den Eingang beschatteten, und eilte schnell 
den breiten Laubengang hinab. 
Vor dem grün umrankten Schlößchen 
saßen, mit weiblicher Handarbeit be 
schäftigt, die beiden Bewohnerinnen des 
selben; vor ihnen stand, aus ihren Kriickstock gelehnt, die alte 
Mutter Uhö, welcher, wie der Junker wahrzunehmen glaubte, 
die Damen theilnehmend zuhörten. Unbemerkt konnte er näher 
treten. Die Alte deutete soeben auf ein vierblätteriges Klee 
blatt, das Mignon neben sich auf den Gartentisch gelegt. 
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2. der neue Radloff. 3. der Heran. 4t. des Xauffirumn and Cotton Talncant OehmiAens Ji'aiifs, 5- das JuffAiarcJicdL fiinejer■ 
sehe, Ji'anS. 6. neue- Ji'ceuser in der Sophien Stad. 's. Sophien Kirche-, 
Friedrich II. mit Prinz Heinrich b 
möchte. Da fiel ihr Auge auf den Junker, und mit tiefem 
Erröthen erwiderte sie seinen Gruß. 
„Nachricht vom Schlosse, Hoheit!" flüsterte sie der Ge 
bieterin zu. „Der Junker von Seydlitz!" 
In freudiger Hast sprang die Markgräfin auf, um dem
        
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