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Periodical volume 18. April 1885, Nr. 29

Full text: Der Bär Issue 11.1885

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Aufführungen, wovon diese Zeitung hinlängliche Belege enthält, denen sein 
Name untersteht. Daß solche Kritiken zuweilen in Rügen übergehen, die 
eine empfindliche Aufnahme finden, ist offenbar und gemein; und doch 
mag der Mann eines dankbaren Andenkens werth sein, der 
sich aus Eifer für die gute Sache oft genug dem Unwillen 
und der Verantwortung hingegeben, wenn man bedenken 
will, daß er es mit der Heuchelei hätte leichter und lieber 
haben können." U. B. 
Markthallensrage. In den maßgebenden Kreisen der städtischen Ver 
waltung giebt man sich der Hoffnung hin, daß es dem Minister des Innern 
noch im Lause des Monats April gelingen werde, die baupolizeilichen 
Bedenken hinsichtlich der erforderlichen Zugangsbreite zu den Markthallen 
zu beseitigen oder eine andere Entscheidung herbei zu führen. In diesem 
Falle würde es wohl auch möglich sein, die in der Ausführung begriffenen j 
Markthallen zum 1. Oktober d. I. fertig zu stellen, während andernfalls 
eine Hinausschiebung dieses Termins um mindestens zwei Monate er- 
folgen müßte. 
Drechsler und Advokaten. Friedrich Wilhelm I., König von 
Preußen, schrieb den Advokaten eine besondere Kleidung vor. Sie war > 
vermuthlich der französischen Advokatenkleidung entlehnt; schwarz mit 
einem Mäntelchen. Die Kleidung mochte aber ziemlich auffallend sein, ! 
und die Drechsler fabrizirten daher Püppchen, welche Advokaten in 
schwarzen Mäntelchen darstellten. Die Advokaten reichten deshalb in 
Berlin eine Beschwerde ein. Der König stutzte. Er schickte geschwind 
zu den Drechslern, um nach einer ihn selbst darstellenden Puppe fragen 
zu laffen. Nichtig, es gab auch von ihm mehrere Konterfeis. Jetzt ward 
die Resolution geschwind ertheilt: „daß Se. Majestät sich über solche 
Klage höchlich wunderten, die Drechsler aber so viel Advokaten machen 
könnten, als sie wollten." B. Er. 
Kleine Chronik. 1. April. Prinz und Prinzessin Wilhelm pflanzen 
mit ihren Kindern im „Neuen Garten" zu Potsdam eine Bismarckeiche; — 
der außerordentliche Gesandte Veli Riza Pascha überbringt dem Kron 
prinzen des deutschen Reichs und von Preußen die Insignien des türkischen j 
Jmtiaz-Ordens in Brillanten; im sranzösischen Gymnasium wird die von 
Gladenbeck gegossene Broncebüste Bismarcks enthüllt; 25jähriges Bestehen 
der Duysen'schen Pianosortefabrik; Feier des 25jährigen Bestehens 
der Buchdruckerei der Gebrüder Grünert; der Reichsanzeiger veröffentlicht 
den Erlaß vom dritten September v. I., wonach die gewerblichen und 
kunstgewerblichen Fach- und Zeichenschulen, ferner das Kunstgewerbe.mit 
Einschluß der Porzellanmanufaktur rc. von dem Kultusministerium an das 
Handelsininisterium übergehn (und zwar unter dem bisherigen Dezernenten, 
Geh. Ober-Regierungsrath Christian Luders); — 2. April. Graf Wilhelm 
von Bismarck verlobt sich mit Sibylla von Arnim-Kröchlendorf, Tochter 
der Schwester des Reichskanzlers Malwine; Schließung des bekannten 
Weißbierlokals Markgrafenstraße 75, der „alten Geheimerathskneipe" an 
deren Stelle ein Neubau erstehen soll. — 3. April (Charfreitagj. Ober- 
konsistorialrath Dr. Weiß hält in dem großen Saale der Hochschule für 
Musik, Potsdamerstratze 120, den ersten Hülfsgottesdienst für die Mit 
glieder der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde; Oberforstmeister von Span 
keren fi; Professor Julius Schneider, Musikdirektor und Mitglied des 
Senats der Akademie der Künste + (* 6. Juli 1805 in Berlin). — 
5. April. Kaiser Wilhelm wohnt dem Ostergottesdienst im Dome bei. — 
6. April. Wiedereröffnung der Pferde-Rennen auf der Bahn bei Char- 
burg in Anwesenheit des Kronprinzen und der Kronprinzessin; diamantene 
Hochzeit des Philipp Mecklenburgischen Ehepaares; General Vogel 
von Falckenstein -s auf Schloß Dölzig bei Sommerfeld. — 7. April. 
Bismarckfeier der Subaltern- und Unterbeamten der Eisenbahndirektion 
Berlin im Centralhotel unter Vorsitz des Bureauvorstehers Rewicki; 
Wiedereröffnung der in der Ruhmeshalle aufgestellten Waffensamm 
lung des verstorbenen Prinzen Karl. — 8. April. Eröffnung des 
XIV. Congresses deutscher Chirurgen durch Professor Dr. v. Lan- 
genbeck in der großen Aula der Universität zu Berlin; 50 jähriges Amts 
jubiläum der Lehrer Dahse, Riehl und Musikdirektor Wendel in 
Potsdam. — 9. April. Ausstellung von Jagdhunden, veranstaltet 
von dem deutschen Jagdklub zu Berlin auf dem Terrain der Schöneberger 
Schloßbrauerei. 
Inhalt: Gedenktage; Ideale, Novelle von K. Rin hart; Zustand 
und Fortgang der Gelehrsamkeit und Wissenschaft unter König Friedrich I.; 
Die Memoiren eines Kaisers von Madagaskar, herausgegeben von Oskar 
Schwebel (Fortsetzung); Das astrophysikalische Observatorium auf dem 
Telegraphenberge bei Potsdam (mit Abbildung». — Feuilleton: Berlin 
im deutschen Literaturkalender für 1885. — Miscellen: Oberpräsident 
Achenbach (mit Portrait); Die Berliner Anatomie im Jahre 1720 (mit 
Abbildung): Merkwürdige Inschrift in St Nicolai; Zacharias Werner in 
Berlin; Rellstab's Vater; Markthallenfraze; Drechsler und Advokaten; Kiß' 
Amazone vor dem alten Museum (Abb.).— Kleine Chronik.— Inserate. 
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gehandelten Effekten einen Coursbericht der Fonds- und Pro- 
dukten-Börse enthält; 
5. die offizielle, bei der Reichsbank eingeführte, von der Redaktion 
des „Reichs- und Staats-Anzeigers" bearbeitete Berloosungsliste 
allwöchentlich; 
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absichtigt, wissen muß, um sich vor Nachtheil zu bewahren. 
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Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Peter Walls in Berlin SW. — Verlag von Gebrüder Paetel in Berlin W. — 
Druck: W. Moeser Hofbuchdruckerei in Berlin 8. — Nachdruck ohne eingeholte Erlaubniß ist untersagt.
        
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