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Periodical volume 4. April 1885, Nr. 27

Full text: Der Bär Issue 11.1885

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„Von Gottes gnaden. Wir Johan Sigißmundt, Marggraf 
zu Brandenburg!, des Heyl. Röm. Reichs Erz Cämmerer und 
Churfürst in Preußen re, bekennen hiermit für uns, unsere 
Erben und nachkommende Marggrafen und Churfürsten zu 
Brandenburg!: Nachdem unser Kammerdiener und Lieber getreuer 
Antonius Freitag! unlängsten in unsrer Stadt Berlin ein Haus 
nebst (neben) des verstorbenen Landvogts Berndt von Arnimbs 
Hause anbelegen, von unserm Cammermeister Hanßen Gripen 
erkauft, und wie der Augenschein gibet, zu der Stadt Zier und 
Besten ein ansehnliches darin verbauet, 
Derowegen er auch bey uns unterthenigst angesucht, wir 
möchten ihm seiner langkwierigen getreuen Dienste halber, und 
damit er und folgends die seinigen der aufgewannten Baukosten 
zu Brandenburg! wollen auch ihn, Antonium Freitagen und 
seine mit beschriebene zu jederzeit hierbey schützen und handhaben. 
Befehlen hierauf, hinfüro ihn, die seinigen oder getreue 
Briefs-Inhaber solcher Schöße und Pflichten keineswegs zu 
besprechen noch zu belangen, sondern solche, wie gebräuchlich, in 
Abgang zu bringen und zu berechnen. 
Urkundlich mit Unserm Churfürstlichen Sekret . wissentlich 
besiegelt und eigenhändig unterschrieben. Geben Coln an der 
Sprew, am Neuen Jahrstag des Sechszehnhundersten und 
Vierzehenden Jahres. 
(L. 8.) Hanß Sigißmundt, Churfürst. 
Georg Wilhelm. 
Friderich Wilhelm, Churfürst." 
Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten, 
Wohnung des Fürsten Bismarck von 1862—1878. 
in etwas ergezung (Ergötzung) erlangten, angereget Haus aller 
Schöße und anderen Pflichten, so jehrlichen davon zu entrichten 
sein möchten, aus gnaden befreyhen, 
Wan wir dann sein unterthenigst Suchen in gnaden erwogen, 
und demselben wegen langkwiriger, treuer und fleißiger Auf 
wartung, wie auch wegen der scheinlichen großen aufgewandten 
Unkosten, geruhet: 
Als befreyhen wir Ihm und seine Erben hiemit, aus Chur- 
fürstlicher Macht und von Obrigkeit wegen, angereget Haus aller 
Schöße und an Pflichten, so jehrlichen davon bißhero entrichtet 
worden, genzlichen. Derogestalt und also, daß er und die 
seinigen es frey genießen, besitzen und gebrauchen, auch da es 
ihnen nit länger zu behalten geliebte. Anderen solcher maßen 
zuschlagen und verkaufen mögen. 
Wir und unsere nachkommende Marggrafen und Churfürsten 
Bemerkt sei vorweg, daß die Urkunde vom Kurfürsten Georg 
Wilhelm und, nach dessen Tode, vom Großen Kurfürsten durch 
Namensunterschrift von neuem bestätigt wurde. 
Drei Wochen später, nachdem Johann Sigismund aus Furcht 
vor der „weißen Frau" in dem Hause seines Kammerdieners eine 
Zufluchtsstätte gefunden, sollte ihm hier die Ruhe des Todes zu 
Theil werden. Im unscheinbaren Hinterstübchen des Erdgeschosses, 
zur Linken der Eingangsthür, verkündet die lateinische Inschrift 
einer Messingtafel, zu deutsch: 
„Im Jahre Christi 1619, am 23. December, 3 Uhr Nach 
mittags, hat der Durchlauchtigste Fürst und Herr Johann Sigis 
mund, Markgraf und Kurfürst von Brandenburg, in Preußen, 
Jülich-Cleve-Berg Herzog, in Gegenwart Ihrer Durchlauchtig- 
keiten der Kurfürstin, Seiner Gemahlin Liebden, Seines erst 
geborenen Sohnes und Thronfolgers und dessen Gemahlin
        
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