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Periodical volume 21. Februar 1885, Nr. 21

Full text: Der Bär Issue 11.1885

Brande der Kroll'schcn Räumlichkeiten (I. Februar 1851) mit der Gungl- 
schen Kapelle als erster Violinist nach Berlin gekommen und übernahm, 
innerhalb des neuerbautcn Etablissements, an Stelle des erkrankten 
Gungl die Direktion des Orchesters, welche sich zu einer langjährigen 
Direktion des Kroll'schcn Gesammtanwesens ausdehnen sollte. Doch ist 
das Engel sche Ehepaar nicht ohne Unterbrechung im Besitze des Instituts 
geblieben. In den Jahren 1857—1862 finden wir einige andere Eigen- 
lhümer desselben, so zwar, daß Engel, der Begründer der Kroll'schcn 
Sommeroper, lvenigstens die Leitung der Konzerte beibehielt. Aus dieser 
ersten Periode de« Kroll'schen Theaters wären als allgemein intercssirende 
Momente hier etwa hervorzuheben: die Bureau-Thätigkeit des Narziß 
dichters A. C. Brachvogel (1854—55), Karl August Gömer's zweijährige 
artistische Leitung, diejenige des bekannten Theater-Agenten Ferdinand 
Röder, des Königsbergers Woltersdorff Direktion. Mit dem 1. Oktober 
1862 war das Etablissement von Direktor Engel als Meistbietendem bei 
einer gerichtlichen Subhastation wieder erworben worden und ist seitdem 
in seinein Besitzthum geblieben; 1877 bis 1879 war es an den bekannten 
Komponisten Rudolf Bial verpachtet. Unter den zahlreichen Kapellmeistern 
im Laufe der Jahrzehnte findet sich in den Sommersaisons von 1866 
und 1867 auch Adolf L'Arronge, welcher zu jener Zeit zugleich seinen 
ersten dramatischen Versuch mit der Posse (nomen et omen!) „Das 
große Loos" machte. 
3n der Konkurrenz für die Mevauung der Kaiser Wikhetm- 
Ktraße zwischen Burg-Straße und Heiligegeist-Staßc hat das Preisgericht 
mit Einstimmigkeit folgende Beschlüsse gefaßt: Der erste Preis von 
4000 Mark wurde dem Entwürfe der Architekten Cremer und Wolfsenstein 
Hierselbst, ein zweiter Preis von 2000 Mark dem Entwürfe der Architekten 
von Holst und Zaar und ein ebensolcher Preis dem Entwürfe des Lehrers 
an der Königlichen Kunstschule, Hernrann Guth, Hierselbst zuerkannt. Zum 
Ankauf wurden ferner vom Preisgericht die Entwürfe der Architekten 
Erdmann und Spindler Hierselbst, Endell und Kern in Breslau, Adolph 
Borchard Hierselbst und Edgar Giesenberg Hierselbst empfohlen. 
Lries- und Fragekasten. 
M. R. in L. Sie meinen jedenfalls die soeben in ziveiter Auflage 
erschienene Brochüre: „Das Antiphon. Ein Apparat zum Unhörbar- 
machcn von Tönen und Geräuschen. Von M. Pleßner, Hauptmann a. D. 
Rathenow, Verlag von Schulze und Bartels, Optische Industrie-Anstalt." — 
E. von L hier. Sie sind im Irrthum und haben Ihre 
Wette verloren: Bereits am Schluß des Jahres 1882 hatte „die Geier- 
Wally" der Frau von Hillen, die 38. Aufführung im Königlichen Schau 
spielhaus« erlebt; die erste Aufführung fand am 8. Oktober 1881 statt. 
Die Bühnenbcarbeitung ist nicht im Buchhandel erschienen, und die 
Erzählung selbst im Verlage von Gebrüder Paetel in Berlin (Preis 
2 Mark 50 Pf.). 
Inhalt. 
Ephraim und Gotzkowsky, historischer Roman in drei Bänden von 
W. Weyergang (Fortsetzung); Der Postbote im Spreewalde (Illustration); 
Die Memoiren eines Kaisers von Madagaskar, herausgegeben von Oskar 
Schwebcl (Fortsetzung); Ein Ausflug in Berlins Umgegend; Die Ein 
führung des Feuergelvehrs in Sorau in d. L.; Der Weiße Saal im 
Schlosse zu Berlin (mit Abbildung); Pferdebahn „Zoologischer Garten- 
Teltow"; Krolls Etablissement; Konkurrenz für die Bebauung der Kaiser 
Wilhelm-Straße. Brief- und Fragekasten. Inserate. 
Aufruf. 
Am 9. v. M. ging durch die hiesigen Zeitungen die Nachricht, daß 
der Droschkenkutscher Lindenau, an der sogenannten Schwarzenbrückc, 
in der Gegend des Viehhofes, durch Unvorsichtigkeit während einer Nacht 
fahrt verunglückt sei, am Morgen unter seiner zertrümmerten, mit ihm 
den Abhang herabgestürzten Droschke todt aufgefunden wurde. Den 
neuesten Nachrichten zur Folg« ist an dem bedauernswerthen Mann, wie 
es immer wahrscheinlicher wird, ein Mord verübt worden, weshalb die 
Leiche auf Anordnung der Staatsanwaltschaft exhumirt worden ist. Der 
auf so schreckliche Weise in seinem Berufe ums Leben gekommene Mann 
hinterläßt eine Frau im Alter von 63 Jahren, welche ein Bild des Elendes, 
krank und vollständig erwerbsunfähig ist, ferner eine Tochter, welche, 
durch di« schreckliche Katastrophe tiefsinnig geworden, keine Stütze der 
leidenden Mutter ist. Dies« Familie sah einst bessere Tage. Der 
re. Lindenau besaß seiner Zeit 12 eigene Droschken, die Ungunst der Zeit 
ließ ihm die eine, nun zertrümmerte, um seine Familie nothdürftig zu 
ernähren. Der unterzeichnete Verein glaubt wohl nicht umsonst die 
herzliche Bitte an seine Mitbürger zu richten, nach Kräften ihr Scherslein 
zur Linderung der Noth dieser so schwer betroffenen Familie beizutragen. 
Ist ja doch Herz und Hand stets offen, Wunden zu heilen, sei cs nah 
oder fern. Für den Augenblick ist der schrecklichsten Noth durch eine Gabe 
des unterzeichneten Vereins begegnet, wie bald treten nicht aber die 
Forderungen des Lebens von Neuem an die unglückliche Frau heran. 
Ein Unterstützungsgesuch an die Armendirektion ist bis heute, nachdein 
drei Wochen seit der Absendung verstrichen, leider noch unbeantwortet 
geblieben, mögen unsere Mitbürger gedenken, wer schnell giebt, giebt 
doppelt. Zur Annahme milder Gaben ist der Vorstand des Eentral-Vereins 
Berliner Fuhrunternehmer sowie die Expedition dieser Zeitung gegen 
Quittung gern bereit, worüber seiner Zeit öffentlich berichtet wird. 
Der Vorstand. W. Langner, I. Vorsitzender, Alexandrinenstr. 1l. 
I. Gnadt, II. Vorsitzender, Pappel-Allee 5a. Busch, Schriftführer, 
Scharnhorststr. Iß. Beck, Markgrafenstr. 91. Schunke, Wartenburgstr. 11. 
Fritzsche, Gerichtstr. 6. Mulold, Neue Friedrichstr. 18/19. Block, 
Kronenstr. 8. Ziemendorf, Britzerstr. 45. A. Stessen, Adalbertstr. 9. 
Arbeiter und Arbeiterinnen begehen häufig fladurcli, dass sic Mo ersten 
Anzeichen einer gestörten Verdauung und Ernährung (Leber-, Gallen- und Hämor 
rhoidalleiden etc.) unbeachtet lassen, einen grossen Fehler, indem bei sofortigem 
Gebrauch der berühmten Apotheker li. Brandts Schweizerpillen (erhältlich 
ä Schachtel Mk. 1 in den Apotheken) schwereren Leiden vorgebeugt und die 
Arbeit nicht gestört worden wäre. Man achte genau darauf, dass jede Schachtel 
als Etiquett ein weisses Kreuz in rothem Grund und den Namenszug R. Brandts 
trägt. — 
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Druck: W. Moeser Hofbuchdruckerei in Berlin 8. — Nachdruck ohne eingeholte Erlaubniß ist untersagt.
        
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