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Periodical volume 7. Februar 1885, Nr. 19

Full text: Der Bär Issue 11.1885

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Inhalts für die Feldherrnhallen. Diese Kunstwerke stnd zur Zeit aus 
geführt, oder doch in Bestellung gegeben. Durch erzielte Minderausgaben, 
günstige Vertragsabschlüsse u. s. w. wurde es aber möglich, auch für die 
beiden Feldherrenhallen die sehr wünschenswerthe Ausschmückung mit 
Malereien, und zwar mit 6 Schlachtenbildern, auszuführen oder doch in 
Auftrag zu geben. Diese 6 Bilder breiten sich aus den nördlichen Wand 
flächen dieser Hallen aus. Durch den Staatshaushaltsetat für 1885/86 
werden nun die Mittel im Betrage von 180 000 Mk. verlangt, um auch 
die Wände an der Ost-, Süd- und Westseite der Feldherrenhallen mit ent 
sprechenden Bildern schmücken zu können. 
Die Verbindung von Merlin-West und Südwcst. Die Arbeiten 
an der Unterführung der Blücherstraße unter dem Bahnhof der Berlin- 
Potsdam-Magdeburger Eisenbahn, welche die Verbindung der Potsdamer 
und Halleschen Vorstadt herzustellen bestimmt ist, sind augenblicklich wegen 
des harten Frostes eingestellt. Die eisernen Brückentheile sind zum 
größten Theil bereits herangeschafft; die noch fehlenden müssen noch 
während des Winters geliefert werden, so daß mit deren Aufstellung so 
fort bei Eintritt der günstigen Witterung begonnen werden kann. Der 
Bau soll dann so gefördert werden, daß die Straße zum nächsten Herbst, 
spätestens am 1. Oktober d. I., dem Verkehr übergeben werden kann. 
Zu derselben Zeit wird dann ebenfalls die Haltestelle „Blücherstraße" er 
öffnet und die Haltestelle „Schöneberg" wieder nach dem alten Bahnhof der 
Verbindungsbahn bei Schönebcrg verlegt, die jetzige bei der Kolonnenbrücke 
aber eingehen; dadurch wird Berlin-West zwei Bahnhöfe der Südring 
bahn erhalten. Schade nur, daß immer noch nicht daran gedacht wird, 
die Züge auf der Nord - und Südringbahn halbstündlich abzulassen. — 
Me Bewegung der Bevölkerung Merlins nach den Veröffent 
lichungen des statistischen Amts der Stadt. Die fortgeschriebene Bevölke 
rungszahl betrug am I. Januar 1885 incl. der nachträglichen An- und 
Abmeldungen 1 261 859, hat sich demnach gegen die Woche vorher um 
37 Seelen vermehrt. In der Woche vom 28. Dezember 1884 bis 3. Januar 
1885 wurden polizeilich gemeldet 1176 zugezogene, 1596 fortgezogene 
Personen; standesamtlich wurden 233 Ehen geschlossen. — Geboren wurden 
830 Kinder, und zwar lebend: 413 männliche, 381 weibliche, zusammen 
794 (darunter 96 außereheliche), todt: 18 männliche, 18 weibliche, zu 
sammen 36 (darunter 6 außereheliche) Kinder. Die Lebendgeborenen, aufs 
Jahr berechnet, bilden 33,3, die Todtgeborenen 1,5 pro Mille der Bevölke 
rung, die außerehelich Geborenen 12,ss pCt. aller in der Woche Geborenen, 
davon die bei den Lebendgeborenen 12,s>, die bei den Todtgeborenen I 
16,«7 pCt. In der königl, Charit« und Entbindungs-Anstalt wurden ! 
40 Kinder geboren. — Gestorben (ohne Todtgeborene) sind 510, nämlich 
281 männliche, 229 weibliche Personen. Von diesen waren unter 1 Jahr 
alt 141 (incl. 35 außereheliche), 1 bis 5 Jahre 129 (incl. 11 außer 
eheliche), 5 bis 15 Jahre 35, 15 bis 20 Jahre 10, 20 bis 30 Jahre 
24, 30 bis 40 Jahre 46, 40 bis 60 Jahre 50 , 60 bis 80 Jahre 68, 
über 80 Jahre 7. Die Sterbefälle beim Alter von 0 bis 5 Jahren 
machen 52,94 pCt. sämmtlicher in dieser Woche Gestorbenen aus. Von 
den im Alter unter 1 Jahr gestorbenen Kindern starben 48 im ersten, 
13 im zweiten, 20 im dritten, 15 im vierten, 7 im fünften, 6 im sechsten, 
32 im siebenten bis zwölften Lebensmonat; von denselben waren ernährt 
38 mit Muttermilch, 1 mit Ammenmilch, 57 mit Thiermilch, 2 mit Milch 
surrogaten, 17 mit gemischter Nahrung, von 26 war es unbekannt. — 
Todesursachen waren besonders: Lungenschwindsucht (84), Lungenentzün 
dung (35), Bronchialkatarrh (13), Kehlkopf-Entzündung (20), Krämpfe (26), 
Gehirnschlag (20), Gehirn- und Gehirnhaut-Entzündung (15), Krebs (19), 
Altersschwäche (14), Lebensschwäche (32), Abzehrung (17), Masern (16), 
Scharlach (16 , Diphtherie (41), Typhus (3), Diarrhoe (6), Brechdurchfall 
(7), an andern Krankheiten starben 126, und durch Selbstmord 2, davon 
durch Vergiftung 1, durch Sturz aus der Höhe 1. Die Sterblichkeit der 
Wocbe aus das Jahr berechnet, kommen durchschnittlich auf 1000 Be 
wohner in Berlin 21,3, in Breslau 26,4, in Frankfurt a. M. 26,2, in 
Köln 21,6, in Dresden 27,5, in München 29,5, in Bremen 23,s, in 
Stuttgart 20,3, in Paris 26,8, in London 24,7, in Liverpool 28,i. In 
der Woche wurden dem Polizei-Präsidium gemeldet als erkrankt an Typhus 
7, an Masern 178, an Scharlach 59, an Diphtherie 191. In den 8 
größeren Krankenhäusern wurden in der Berichtswoche 706 Kranke auf 
genommen, davon litten an Masern 5, an Scharlach 3, an Diphtherie 
! 33, an Typhus 2. Es starben 118 Personen oder 23,i pCt. aller in der 
i Woche Gestorbenen: als Bestand verblieben 3137 Kranke. 
Me verlängerte Aimmerstraße. Der Voff. Ztg. wird geschrieben: 
[ „Während in der Wilhelmstraße schon seit Jahr und Tag die zum Durch- 
> bruch erforderlichen Grundstücke angekauft, niedergerissen und die pro- 
j jektirte Straße bis zum Garten des Kriegsministeriums fertig gestellt 
l worden ist, und auf der andern Seite, an der Königgrätzer Straße, die 
kostbaren Museen schon in der projektirten Zimmerstrahenverlängerung 
stehen, ist zum größten Bedauern der Anwohner und Passanten noch 
immer nicht abzusehen, wann sich die Staatsbehörde entschließen wird, 
den erforderlichen kleinen Zipfel vom Garten des Kriezsministeriums, 
welcher dem Durchbruch hinderlich im Wege steht, herzugeben. Durch 
den Durchbruch würde die Passage am Potsdamer Platz, welche jetzt für 
Fußgänger wegen der starken Frequenz nur mit Lebensgefahr auszuführen 
. ist, desgleichen die Anhaltstraße, bedeutend entlastet werden, da die meisten 
Droschken sofort vom Potsdamer Bahnhof durch die Zimmerstraße fahren 
j würden. Die Bewohner des Stadttheils zwischen Anhalter und Pots- 
! damer Bahnhof können jetzt nur auf Umwegen durch die ohnehin über- 
! lastete Leipziger oder Anhaltstraße nach dem Centrum gelangen. Dieser 
I Uebelstand wird sich um so fühlbarer machen, wenn die Markthalle in 
der Zimmerstraße erst fertig ist. Auch verfehlen die kostbaren Museen in 
der jetzigen Sackgasse vollkommen ihren Zweck; der Besuch derselben wird 
bis zur Durchführung der Straße nur mangelhaft sein, da sie von Vielen 
in dem versteckten Winkel schwer gefunden werden, und Viele den weiten 
Umweg scheuen. Da der Staat im diesjährigen Etat zur Uebernahme 
des kunstgewerblichen Museums 300 000 Mark verlangt, so sollte diese 
Summe erst dann bewilligt werden, wenn das Museum dem Publikum 
(besser) zugänglich gemacht ist." Anschließend wollen wir noch erwähnen, 
daß die Einfahrt an der Königgrätzerstraße durch holperiges Pflaster und 
durch Unsauberkeit am Anfang des Bauzaunes einen, dieser Stätte ganz 
unwürdigen Zustand ausweist. 
Inhalt. 
Ephraim und Gotzkowsky, historischer Roman in drei Ländern von 
W. Weyergang (Fortsetzung); Erinnerungen eines alten Parlamentariers, 
nach dem Manuscipte mitgetheilt von O. G.; Die Memoiren eines Kaisers 
von Madagaskar, herausgegeben von Oskar Schwebe! (Fortsetzung); 
Ein böser Brauch aus der guten alten Zeit; Der Streit des alten 
Dessauers mit Grumbkow; Gras Friedrich Adolf von Arnim-Boitzenburg 
(mit Portrait); Die Bauakademie auf dem Schinkelplatz (mit Abbildung); 
Deutsche Neger in Berlin; Zeughaus; Die Verbindung von Berlin-West 
und Südwest; Bewegung der Bevölkerung Berlins; Die verlängerte 
Zimmerstraße. Inserate. 
(Ansicht eines erfahrenen Praktikers.) Egeln bei Magdeburg, sehr 
geehrter Herr! Sie hatten die Güte, mir vor längerer Zeit eine Schachtel Ihrer 
Apotheker K. Brandt’s Schweizerpillen zur Prüfung und Anwendung zu über 
senden; ich linde mich veranlasst, deshalb meinen Dank abzustatten. — Ich nahm 
Gelegenheit, diese Pillen bei meiner Frau anzuwenden, da dieselbe an Anschop 
pungen in den Unterleibsorganen, an Blutüberfüllung im Pfortadersystem, an 
Hämorrhoidalzuständen und deren Folgen litt. — Das Resultat durch den Gebrauch 
Ihrer Schweizerpillen, Abends 2 Stück, war schon nach kurzer Zeit ein auffallend 
günstiges und ist meine Frau jetzt fast ganz von ihrem langen Leiden befielt. 
Auch ich bin über die so rasche Aenderung ihres leidenden Zustandes sehr erfreut 
und überrascht und habe deshalb die so vorzüglichen Schweizerpillen bei ähn 
lichen Leiden empfohlen etc. Hochachtungsvoll und ergebenst Dr. med. Brauer. 
Man achte genau darauf, dass jede Schachtel als Etiquett ein weisses Kreuz 
in rothem Grand und den Namenszug Rieh. Brandt’s trägt. — 
Carl Lust. Gerold [ 
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DM" Dieser Nummer liegt eine Beilage von fllebriidrr Senf, HriefmarKenljirndlung in Leipzig, bei, auf die wir unsere geehrten 
Leser besonders aufmerksam machen! 
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Emil Dominik in Berlin W. — Verlag von Gebrüder Paetel in Berlin W. — 
Druck: W. Moeser Hofbuchdruckerei in Berlin 8. — Nachdruck ohne eingeholte Erlaubniß ist untersagt.
        
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