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Periodical volume 13. Dezember 1884, Nr. 11

Full text: Der Bär Issue 11.1885

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di« wegen der Untiefen nöthig waren, aufgehalten, sodann durch Schnee 
und Frost behindert. In der südwestlichen Spitze des Terrains, vor dem 
neuen Gebäude, worin sich die Baubureaux befinden, erblickt man eine, 
in Holzwcrk errichtete hohe Wand, woran Versuche mit Verkleidungen 
und Ornanicntirungen der Faxaden des Reichstagsgebäudes in verschie 
denem Material für dm Augenschein ausgeführt werden. 
Zwei Berliner Künstler, Emil Doepler d. I. und Ludwig 
Burger (der kürzlich verstorben ist), hatten sich vereinigt, im Auftrag des 
„Vereins für Deutsches Kunstgewerbe" für das Kronprinzliche Paar zur 
Feier der Silbernen Hochzeit für den Spielschrein ein Spiel deutscher, wie 
französischer Karten in neuer durchaus vornehmer künstlerischer Ausstattung 
auszuführen. Sinn liegen diese Karten in einer vorzüglichen Nachbildung 
als Weihnachts-Gabe des Verlages von T. O. Weigel in Leipzig vor, 
und wir sind überzeugt, daß sie sich in vielen Familien, die etwas auf 
gediegene Form, auf ein schönes Aeußere halten, ihr Heimathsrecht er 
werben werden. Die Karten Präsentiren sich in zwei farbigen, äußerst 
eleganten Kästchen, die allein schon einen hübschen Zimmerschmuck abgeben. 
Wir dürfen mit vollem Recht dies Fest-Geschenk warm empfehlen. 
Wollkc- und Alsenvrücke. Die städtische Baudeputation mußte 
sich wiederum mit der Moltkebrücke beschäftigen; die Ausweichung der 
Spannungen in den einzelnen Brückenbogen hat leider stetig zugmommen 
und beträgt — nach der Mittheilung des Berl. Tagbl. — bei dem mittelsten 
Bogen bereits 14 Ctm., d. h. fast einen halben Fuß. Wäre jetzt nicht 
Winter und Frostwetter, welches die weichenden Massen fest zusammenzieht, so 
müßte die Brücke gänzlich gesperrt werden. Jetzt hofft man noch schleunigst 
Zuganker init einem Kostenaufwande von ca. 4000 Mark einlegen zu 
können, um dem Lchlimmsten vorzubeugen. Immerhin ist der Abbruch 
und der Neubau der Brücke, wie dir genannte Verwaltung festgestellt hat, 
unvermeidlich, es sind dafür 1 200 000 bis 1300 000 Mark veranschlagt, 
und im nächsten Etat sollen bereits 200 000 Mark davon angesetzt tverden. 
Man hofft übrigens den preußischen Fiskus gutwillig oder im Zwangs- 
wcge heranziehen zu können, wenigstens einen Theil dieser Kosten zu er 
statten. Seitdem dergleichen verlautet, bemüht man sich nun, einen Regreß 
pflichtigen zu ermitteln, unseres Erachtens ohne jeden zureichenden Grund; 
will man überhaupt einem Faktor hier ein Verschulden zur Last legen, so 
könnte es doch nur die oberste Revisionsinstanz in Brückenbausachen selbst 
sein, die von Landespolizeiwegen Ja und Amen zu den Projekten und 
Anschlägen der untergebenen Architekten und Ingenieure zu sagen hat. 
Aber diese Revisionsinstanz könnte doch auch nur herangezogen werden, 
wenn sie, was nicht anzunehmen, wider die anerkannten Regeln der 
Baukunst gesündigt hätte. (In sachverständigen Kreisen ist man der Mei 
nung, daß die Alse»-Brück« noch dürftiger gebaut ist und daß, wenn 
in Folge Sperrung der Moltkebrücke der gesummte Frachtverkehr über die 
Alsen-Brücke geleitet wird, deren Baufälligkeit ebenfalls alsbald ein 
treten werde.) Wir nehmen schließlich von einer anderiveitigc» Auf 
fassung Notiz, wonach Ueberführung zu schweren Fuhrwerks und Aen 
derungen im Flußbett an den Deformationen der Moltkebrücke Mitschuld 
haben. 
Aas für die Iluhnieshallc bestinimte Standbild Friedrich 
Wilhelms I. von Hilgers wird zweimal in der Gladenbeckschen 
Gießerei in Bronze gegossen werde», und zwar ist der zweite Abguß nach dem 
Berl. Tagbl. für den Lustgarten in Potsdam bestimmt. Hier, wo der König 
sich an „seinen langen Kerls" freute und in höchsteigener Person die Riesen 
drillte, soll seine Statue auf schlichtem Postament aufgestellt werden. 
Die in der Gladenbeckschen Gießerei gegossenen Büsten des Prinzen 
Heinrich, des alten Ziethen, des Herzogs von Braunschweig und des 
Generals v. Treffenfeld sind bereits nach der Feldherrnhalle des Zeug- 
; Hauses überführt worden. Mit dem Guß resp. der Eiselirung verschie 
dener anderer Feldherrnbüsten, sowie der von Brunow modellirten Statue 
König Friedrichs I. ist man gegenwärtig in den Werkstätten der genannten 
Gießerei des Weiteren beschäftigt. 
Gries- und Fragelrasten. 
C. C. Lüneburg. Möchten verzichten. 
E. Kr. in W. Wir kennen das Spiel nicht. 
Herr E. D. wird auf § 284 des deutschen Rcichsstrafgesetzbuchs, der 
von den „Glücksspielen" handelt, aufmerksam gemacht; die Einbehaltung 
des reklamirten Gegenstandes war daher vorzugsweise in Ihrem Interesse. 
Inhalt. 
Ephraim und Gotzkowsky, historischer Roman in drei Bänden von 
W. Wey er gang (Fortsetzung); Ein Morgenstündchen bei Lutter, eine 
Devrientnovelle von Heinrich Smidt (mit Illustration); Kurbranden 
burgische Tagebücher und Korrespondenzen aus vornehmer Welt (Fort 
setzung); Ludwig Deorient; Friedrich der Große nach der Schlacht von 
Kollin (mit Illustration); Reichstagsuferstraße; Bepflanzung der Pro 
menaden; Gedenkt Alle unserer Singvögel re. Brief- und Fragekasten. 
Inserate. 
Vorrat-big in allen Buchhandlungen. 
Verlag von Sam. Lucas in Elberfeld. 
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/ 
Aus der Mappe 
Idealisten 
von 
$ Gerhard von Amyntor. H 
/ 
13 Bogen bröehirt 3 Mark. 
Elegant gebunden 3 Mark 75 Pfg. 
Der berühmte Autor veröffentlicht 
unter obigem Titel eine Sammlung 
von kurz und scharf niedergeschrie 
benen Apercus, welche brennende 
Fragen des gesellschaftlichen, künst 
lerischen, politischen und religiösen 
Lebens betreffen. Die geistreiche 
Behandlung dieser Themata ge 
staltet das Buch zu der anziehend 
sten Leetüre aller Gebildeten, und 
macht es auch zu einem hübschen 
und werthvollen Weihnachtsgeschenk 
geeignet. 
Verlag von Sam. Lucas in Elberfeld. 
H 
ypochondrische 
Plaudereien 
Gerhard von Amyntor. 
Vierte Auflage. 
15 1 / 2 Bogen gr. 8°. broschirt 5M. 50 Pf. 
Elegant gebunden 6 M. 75 Pf. 
Der messende Styl und die launige 
Form, in # welche der Verfasser seine 
meistens sehr pikante Kritik an Typen 
der Gegenwart u.an Zeitanschauungen 
zu kleiden weiss, kennzeichnen ihn 
als gewandten Schriftsteller, geist 
vollen Beobachter und Mann derWelt. 
Seine Plaudereien wird deshalb kein 
Gebildeter unbefriedigt aus der Hand 
legen, und selbst Diejenigen, welche 
die Pfeile d. Humors auf sich gerichtet 
fühlen sollten, werden — welcher Steh 
hing oder welchem Alter sie auch ange 
hören mögen—ihm dennoch gern ein 
räumen, dass er als gewandter Cava- 
lier des Salons zu treffen weiss, ohne 
zu verletzenI —- Auch die Ausstattung 
des Buches, welches für manchen Hy 
pochonder das beste Weihnachtsge 
schenk sein dürfte, lässt nichts zu 
wünschen übrig und ist, wie der In 
halt, salonfähig. 
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Hirtttttlrtti monatI * schon v. 15 Mark Ab- 
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Preislisten stehen ans Wnnseb franco so Diensten. 
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Als Weihnachtsgeschenk feBr 51t empfeftfenü 
Verlag von Gebrüder Partei, flerlin: 
Heinrich Smidt. 
Inhalt des II. Bandes. 
1. Der Eheprocurator. 
2. Charlottenstraße Nr. 38. 
3. Ein Morgenstündchcn bei Lutter. 
4. Die beiden Großmeister. 
5. Meister Ludwig auf Gastrollen. 
6. Der Schauspieler in der Pfarre. 
7. Richard der Dritte. 
8. Die letzte Rolle. 
Zwei Bände. Preis broschirt Mark 6.—. 
In einen Baud elegant gebunden Mark 8.—. 
Au liaßen in jc6cr Wnchliandt'ung. 
Inhalt des I. Bandes. 
1. Ein Ständchen und ein Gelübde. 
2. Herkules in der Wiege. 
3. Der Posamentier-Lehrling. 
4. Kaspar Larifari. 
5. Die Räuber. 
6. Dessauer Leiden und Freuden. 
7. König Lear. 
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Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Emil Dominik in Berlin W. — Verlag von Gebrüder Paetel in Berlin W. — 
Druck: W. Moeser Hofbuchdruckerei in Berlin 8. — Nachdruck ohne eingeholte Erlaubniß ist untersagt.
        
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