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Volume 22. November 1884, Nr. 8

Full text: Der Bär (Public Domain) Issue11.1885 (Public Domain)

Erscheint wöchentlich am Sonnabend und ist durch alle Buchhandlungen, Zeitung-speditionen und postanstaltcn für 2 Mark 50 Pf. 
XI. Jahrgang. vierteljährlich zu beziehen. — Jm postzeitungS'Latalog eingetragen (14. Nachtrag) unter Nr. 2278. den 22. November 
Nr. 8. Verlag von Gebrüder Poetel in Berlin W. 1884. 
Ephraim und Gohkowsky. 
Historischer Roman in drei Bänden von Iv. Aleiieegang. (Fortsetzung.) 
Nachdruck verboten. 
Sesetz ». II. VI. 70. 
Zweiter Theil. 
VIII. 
König Friedrich Wilhelm I. ist gestorben „mit der Neu 
gier eines Naturforschers", wie der eigene Thronerbe bewun 
dernd von ihm berichtet, 
„der noch im Augenblick 
des Hinscheidens beob 
achten möchte, was mit 
ihm geschieht, und dem 
Heldrnmuthe eines Man- 
nes, der den Seinen ein 
nachahmenswerthes Bei 
spiel Hinterlasten will". 
Und bewegt hat sich der 
junge Fürst gelobt: 
„Bon nun an dien' ich keinen: 
Gott, 
Als meinem lieben Volk allein! 
Lebt wohl nun Verse, und 
Musik, 
Mein höchster Gott ist meine 
Pflicht!« 
Erwartungsvoll sind 
die Augen von ganz 
Europa auf den Thron 
erben gerichtet, besten 
entsagungsvolle Jugend 
schon allgemeine Theil 
nahme erweckte, besten 
bedeutende Fähigkeiten 
nicht unerkannt bleiben 
konnten. Man fühlt, 
daß für den jungen 
Preußenstaat Bedeutendes 
von ihm zu erhoffen ist; 
doppelt heißt es drum 
aus der Wacht sein, daß 
Friedrich Ivndzcck, Köuigl. Preuß. Professor und Bibliothekar. (S. Seite 118.) 
aus solcher Förderung den Nachbarstaaten kein Nachtheil 
erwachse. 
In Oesterreich ist Kaiser Karl VI. gestorben. Obgleich 
für seine Tochter Maria Theresia, die mit Franz von 
Lothringen vermählt ist, 
durch große Opfer die 
Zustimmung der europäi- 
schenHöfe für ihre Thron 
folge in den österreichi 
schen Erblanden erkauft 
ist, hat Kurfürst Karl 
Albert von Baiern mit 
den Waffen in der Hand 
Ansprüche an den öster 
reichischen Thron er 
hoben. 
Vom preußischen 
Hofe ist Graf Götter er 
wählt, der jungen Fürstin 
die Glückwünsche zu ihrer 
Thronbesteigung zu über 
bringen. Ein Geeigneterer 
hätte kaum gefunden wer 
den können, da Götter 
sich der Fürstin besonderer 
Gunst erfreut und ein 
flußreiche Freunde am 
österreichischen Hofe be 
sitzt; gilt es doch nicht 
Glückwünsche allein, auch 
Forderungen geschickt zu 
vermitteln. — Für seine 
Stimme zur Kaiserwahl 
für Herzog Franz, sein 
schlagfertiges Heer und 
seine gefüllte Schatz-
	        
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