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Periodical volume 10. November 1883, Nr. 7

Full text: Der Bär Issue 10.1884

Line Chronik für's Haus 
Erscheint wöchentlich am Sonnabend und ist durch alle Buchhandlungen, Zeitungsspeditionen und Postanstalten für 2 Mark 88 Pf. 
X. Jahrgang. vierteljährlich zu beziehen. - Im Postzcitungs-Latalog eingetragen (14. Nachtrag) unter Nr. 2278. den 10. November 
Nr. 7. 
Herausgegeben von Emil Dominik. 
Verlag von Gebrüder Partei in Berlin W. 
1883. 
Der Günstling des Prinzen. 
Historischer Roman von T. t>. u. Dcdmrolfi. (Fortsetzung.) 
Nachdruck verboten. 
Gesetz v. 11. VI. 70. 
Zehntes Kapitel. 
Edgar v. Wulffeil, dem Georg im Vertrauen mittheilte, 
welches Anerbieten ihm die Vicomtesse gemacht und was die 
selbe ihm von Rittling mitgetheilt, gab seinem Freunde den 
Rath, sobald als möglich seine 
Abkvmmandirung zu einem in 
der Provinz garnisonircndcu 
Bataillon seines Regiments zu 
erbitten, damit er durch seine 
Eutsernung von Berlin den 
Intriguen entgehe, in welche 
man ihn zu verflechten bemüht 
war. Wie kurze Zeit die beiden 
jungen Männer auch erst mit 
einander bekannt waren, hatte 
gegenseitige Sympathie sie doch 
schon zu vollstem Vertrauen 
vereint. Hüte Dich vor Rittling, 
warnte Edgar, das ist ein ge 
fährlicher Mensch. Er verkehrt 
sehr viel mit dem Herrn v. Pa- 
dillon, obwohl derselbe nichts 
weniger als den Eindruck 
eines Cavaliers macht und 
Rittling viel auf Aeußeres 
giebt. Padillon scheint Geld 
von ihm zu erhalten und nach 
dem Du inir erzählt, daß Ritt 
ling der Schwester Padillons 
den Hof macht, argwöhne ich, primessm Victoria von 
vaß irgend eine infame Intrigue 
gegen Dich gespielt wird, denn Padillon darf das Haus des 
Bicomte d'Alibert nicht besuchen, auch scheint er mir ein ganz 
passendes Subjekt für boshafte Pläne eines Rittking zu sein. 
Für alle Fälle aber bitte ich Dich um Eines — sollte Ritt- 
eine Reibung mit Dir herbeiführen, die ein Duell pro- 
vozirt, so wähle mich zum Sccundauten. Thue nichts Ent 
scheidendes, ehe Du mit mir gesprochen. 
Georg drückte die Hand des Freundes. Ich hoffe, ver 
setzte er, Du siehst zu schwarz.' Ich verachte den Gecken zu 
sehr, um mich nicht beherrschen 
zu können, wenn er mich reizen 
sollte, ich werde ihm ausweichen, 
ich möchte seinetwegen nicht 
. gegen die Duellgesetze verstoßen 
und mir die Carriere ver 
derben, wenn ich es vermeiden 
kann. Es ist mir keine Ehre, 
mit ihm die Klinge zu kreuzen. 
Um so bester, wenn Du 
so denkst, antwortete Edgar, 
aber Rittling scheut keine 
Mittel, seinen Willen durchzu 
setzen. 
Die Freunde trennten sich 
und es schien, als sei die 
Warnung Edgars prophetisch 
gewesen; ehe noch Georg die 
Hausthüre erreichte, ward er 
von zwei Herren überholt, 
welche die Treppe hinab kamen, 
er konnte sich der Begegnung 
nicht entziehen, Padillon, dem 
Rittling auf dein Fuße folgte, 
redete ihn an und spielte den 
Ueberraschtcn, Hocherfreuten, 
ihn wieder zu sehen. 
Rittling mischte sich ins Gespräch. Er mochte bemerken, 
daß Georg dasselbe abzubrechen versuchte und er machte mit 
■ der verbindlichsten Miene den Vorschlag, gemeinsam in ein 
Weinhaus zu gehen, anstatt hier im Hausflur zu plaudern. 
Herr Kamerad, sagte er zu Georg, als dieser Mangel an Zeit 
Preußen. (S. Seite 102.)
        
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