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Periodical volume 30. August 1884, Nr. 49

Full text: Der Bär Issue 10.1884

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Grabens zurück!! Sie können sich glücklich schätzen, abwesend gewesen zu 
sein, denn unter denen, die zurückgeblieben, sind Wenige die Zeit über ge 
sund gewesen. Die Cholera droht fürs Erste nur noch aus der Ferne, 
und wie man in Marseille fortfährt, den Abgang auf die Straße zu 
werfen, so läßt man bei uns den schwarzen Graben seine Dünste aus 
strömen — bis auf Weiteres, Inzwischen legt man hier auf dem Gründer- 
Terrain noch neue Straßen an mittels zahlloser Fuhren von Bauschutt; 
die Herren müssen also wohl zu verkaufen hoffen. Warum auch nicht? 
Die drei Kommissionen im vorigen Sommer haben ja die Meinung ver 
breitet, daß es mit dem schwarzen Graben nun längst zu Ende sein müffe." 
Kurfürstin Dorothee (mit dem Portrait S, 689). Nachdem der große 
Knrsürst durch 21 Jahre in glücklicher Ehe mit Luise von Oranien 
gelebt und dieselbe im Jahre 1667 verloren hatte, vermählte er sich ein 
Jahr darauf mit Dorothee, der Wittwe des Herzogs Christian Ludwig 
von Braunschweig-Lüneburg-Celle, einer geborenen Prinzessin von Holstein- 
Glücksburg. Sie war eine höchst energische Dame, die ihren Gemahl auf 
allen Feldzügen begleitete und einen bedeutenden Einfluß auf ihn gewann, 
nachdem sie ihm zu Gefallen zum resormirten Bekenntnisse überge 
treten war. 
Sie suchte aus allem Vortheil zu nehmen, legte aus dem sandigen 
Boden eines ihr gehörigen Vorwerks die Berliner „Dorotheenstadt" an, 
um den Häuserzins zu beziehen und unterhielt sogar auf einem anderen 
Vorwerke vor dem Spandauer Thore einen ausgedehnten Wein- und 
Bierschank, Darüber beschwerten sich die Berliner Bürger, bei denen die 
zweite Gemahlin des großen Kurfürsten unbeliebt war. 
Man beschuldigte die Fürstin, bei dem so nachtheiligen Frieden von 
St. Germain (durch den Einfluß auf Friedrich Wilhelm) mitgewirkt zu 
haben, wofür sie von Ludwig XIV, 100 000 Thaler und einen Diamanten 
schmuck erhalten haben sollte. Man bezichtigte sie geradezu der Vergiftung 
ihrer Stieflinder, 
Schon beim Feldzuge 1674 starb bekanntlich der Kurprinz Carl 
Emil an einem hitzigen Fieber zu Straßburg, während die Kurfürstin 
im Hauptquartier zu Colmar weilte; im Jahre 1687 starb dessen jüngerer 
Bruder Ludwig kurz nach einem Gastmahle bei der Kurfiirstin. Vorher 
schon war der nachmalige Friedrich I. als Kurprinz nach einem Gast 
mahle bei der Stiefmutter gleichfalls schwer erkrankt und nur durch seinen 
Freund, den nachmaligen Minister Dankelmann, mittelst eines schnell an 
gewendeten Brechpulvers gerettet worden. 
Der Kurfürst ließ eine Untersuchung anstellen, welche aber bald darauf 
niedergeschlagen wurde. Ein Jahr nach dem Tode ihres Gemahls starb 
Dorothee in Karlsbad, Ihre Kinder, die vier Markgrafen von Branden 
burg-Schwedt thaten sich als tüchtige Soldaten hervor; ihre beiden Töchter 
Marie Amalie und Elisabeth Sophie vermählten sich mehrmals, die ältere 
zweimal, die jüngere gar dreimal, — 
Inhalt. 
Joachim II. und seine Zeit, historische Erzählung von Carl Görlitz 
(Fortsetzung); Die Einsegnung (mit Illustration); Nathanael Baumgartcn, 
von vr. phil. Richard Fisch; Schloß Beuthen, von A. Trinius; 
Grabstätten und Denkmäler im grauen Kloster zu Berlin; Charlottenburger 
Kanalisation; Kurfürstin Dorothee (mit Portrait). Inserate. 
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die wirthschaftlichen, die religiösen und die Fragen der Erziehung in einer Weise, wie sie zugleich der Wichtigkeit dieser großen Probleme der Gegenwart würdig und den 
Ansprüchen denkender Leser und Leserinnen gemäß ist. In der Politik folgt die Deutsche Rundschau keiner Partei, noch strebt sie darnach, eine zu führen. Unbeeinflußt von 
den Strömungen des Tages hält sie fest an den Er-rungenschaften unserer nationalen Entwickelung; sie betheiligt sich niemals an der erregten Debatte, sucht vielmehr zur Klärung 
beizutragen, indem sie die politischen Ereignisse, Thatsachen und Persönlichkeiten in ruhiger Erörterung, aber auch in vollkommener Unabhängigkeit smdirt. Mit derselben Unpartei 
lichkeit endlich, nur nach ihrem eigenen Werth und Verdienst, bespricht die Deutsche Rundschau die neuen Erscheinungen in Kunst und Literatur und giebt in ihren Theater- 
und Mnsikrcfcratcn Uebersichten, welche den Leser zuverlässig und vollständig orientiern. 
Die ,,De<rtsche Rundschau" erscheint in zwei Ausgaben: a) Monats-Ausgabe in Heften von mindestens io Bogen. Preis pro Quartal (3 Hefte) 6 Mark, 
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Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Emil Dominik in Berlin W. — Verlag von Gebrüder Paetel in Berlin Vf. 
Druck: SB. Mörser Hofbuchdruckerei in Berlin S. — Nachdruck ohne eingeholte Erlaubniß ist untersagt.
        
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