Path:
Volume 1. März 1884, Nr. 23

Full text: Der Bär (Public Domain) Issue10.1884 (Public Domain)

320 
graph und Geschichtsforscher, Professor em. Heinrich Carl Berg 
haus im 87. Jahre seines Lebens. War Professor Berghaus auch kein 
Sohn unserer Stadt, — so schreibt die N. Stettiner Zeitung — so gehörte 
er derselben doch seit langen Jahren als ihr Mitbürger an und verfolgte 
das öffentliche Leben derselben unausgesetzt mit dem lebhaftesten Interesse, 
wofür seine Geschichte der Stadt Stettin, enthalten in Abtheilung II. Band 
8. und 9. des umfangreichen Landbuches von Pommern, das beste Zeug 
niß giebt. Stoch bis wenige Tage vor seinem Tode war seine Thätigkeit 
unserer heimischen Geschichte gewidmet und Stettin verliert in ihm zweifel 
los einen seiner hervorragendsten und bedeutendsten Männer. Heinrich 
Berghaus wurde geboren am 3. Mai 1797 zu Cleve und erhielt seine 
erste Bildung aus den Schulen zu Münster, Marburg und Berlin. Im 
Jahre 1811 bereits als Kondukteur für den Brücken- und Straßenbau 
in deni damaligen französischen Lippedepartement angestellt, fand er hier 
Gelegenheit, sich in dem Berufe eines Geodäten auszubilden und die Grund 
lagen zu feinen vielen späteren geo- und kartographischen Werken zu legen. 
An den Freiheitskriegen betheiligte er sich als Freiwilliger und kam mit 
dem Corps des Generals Tauenzien bis in die Bretagne. Auch während 
dieser Zeit ruhten seine geographischen Studien und Beobachtungen nicht, 
wovon seine im Jahre 1824 erschienene Karte von Frankreich Zeugniß 
giebt. Nach dem Frieden lebte er anfangs in Weimar, bis er 1816 als 
Jngenieurgeograph in das Kriegsministerium nach Berlin berufen 
wurde, 1821 daselbst eine Stelle als Lehrer der Bauakademie erhielt und 
1824 zum Professor der angewandten Mathematik an derselben 
befördert wurde, welches Amt er bis zum Jahre 1855 bekleidete. Die 
Zahl seiner kartographischen Leistungen ist außerordentlich groß, nicht 
minder stattlich die Anzahl seiner geographischen und geschichtlichen Ar 
beiten. Auch als Lehrer übte er eine überaus ersprießliche Wirksamkeit, 
indem er Schüler wie den vor einigen Jahren verstorbenen berühmten 
Geographen Petermann heranbildete, zu dem er zugleich die Stelle 
eines Pflegevaters einnahm. Bahnbrechend wirkte Berghaus durch seinen 
großen „Physikalischen Atlas", in welchem sein Sammlerfleiß zum ersten 
Male alle auf die verschiedenen physikalischen Verhältnisse der Erde bezüg 
lichen Darstellungen vereinigte und durch eigene Beiträge nach der pflanzen- 
und thiergeographischen wie ethnographischen Seite hin bereicherte. Er 
war Mitarbeiter an den bekannten Stieler'schen und Spohr'schen Atlanten, 
sowie an verschiedenen Fachzeitschriften, schrieb u. A. eine „Allgemeine 
Länder- und Völkerkunde" (Stuttgart 1837 — 40, 5 Bd.), ein „Landbuch 
der Mark Brandenburg", das in der ersten Hälfte der fünfziger Jahre 
in 3 Bänden erschien und arbeitete seit etwa 1860 an dem bereits er 
wähnten „Landbuch des Herzogthums Pommern", das er nicht mehr zum 
Abschluß bringen sollte. Erwähnenswerth ist u. A. auch noch sein „Brief 
wechsel Alexander von Humboldt's mit H. B." (Leipzig 1863, 3 Bände). 
Lrief- und Frageliasten. 
Heine. Die „Artillerie- und Ingenieurschule" wurde 1816 gegründet, 
jedoch erst — irre ich mich nicht — 1826 oder 28 — in das von Schin 
kel errichtete Gebäude, Unter den Linden 74, verlegt. 
H. S. Wenden sie sich an einen Antiquar. 
Inhalt. 
„Die Pommern kommen", eine Erzählung aus der Mark von 
W. Sternbeck (Fortsetzung); Gotzkowskh's Tod und Familiengeschichte, 
von Rektor Wieland; vr. Ch. W. Hufeland (mit Portrait); Die 
Königliche Münze von D. (Schluß) mit der Illustration „Im Prägesaal" 
und „Das Medaillenprägen"; Die Kolonisation der Mark Brandenburg, 
von R. Lutter (Fortsetzung); Ueber Berliner Straßennamen; Wer baut 
in Berlin? Hausvoigteiplatz, Abgeordnetenhaus; Bau des Landgerichts; 
Chamissohaus; Tegeler Schießplatz; Heinr. Karl Berghaus. Brief- und 
Fragekasten. Inserate. — 
KmpfeMenswertbestes Keschichtswerk. 
von 
Prof. Dl*. <£. Wernicire. 
Fortgesetzt von Prof. Dr. William Pierson. 
Sechste, vermehrte und verbesserte Auflage. 
6 Bände, gr. 8. XLIV und 3923 Seiten. Preis geheftet 36 Mark, «leg. in 6 Halbfranzbände geb. 48 Mark. 
Geschichte des Alterthums. VIII und 728 Seiten. Geheftet Mark 7.—; in eleg. Halbfranzbande Mark 9.—. 
Geschichte des Mittelalters. VIII und 811 Seiten. Geheftet Mark 8.— ; in eleg. Halbftanzbande Mark 10.—. 
Geschichte der Neuzeit. 2 Abtheilungen. XVI und 1134 Seiten. Geheftet Mark 10.; in eleg. Halbftanzbande Mark 14.—. 
Geschichte der neuesten Zeit. 2 Abtheilungen. XII und 1250 Seiten. Geheftet Mark II.—; in eleg. Halbftanzbande Mark 15. 
Jede Abtheilung ist einzeln Käufticb. 
Verlag von Gebrüder Partei in Berlin IV., Lüftowstrafte 7. 
Hlrsehhorn’§ 
gusseiserne Patent- Petroleum - Koch - Apparate 
Deutsches Reichs-Patent 
X«. 10390 
mit ein- und ausschiebbaren Lampen in Glas und Messing, 
seit Jahren in 100 000 Exemplaren im Gebrauch. Nur 
diese aUei« haben sich bisher durch grägt* #rii- 
kvttfl, grrnchlgle Verbrennung, einfache. be- 
querne Kindlichkeit und Solidität 
jahrelang bewahrt. 
Aus Grund dieser Erfahrung bewillige beim Kauf jede- 
'AcrterrtkocHers Wo. 10 890 
eine schriftliche 5 jfthrige Garantie. 
Erste Berliner 
Petrol e am - Koch - Apparat-Fabrik von 
J. Hirschhorn, 
C., 8. Stralanerbrücke 3, gegenüber d. Pochhammerschen Badeanstalt. 
BerkanfSlolal und Fabrik Auf gerade,«. 
Carl Gust. Gerold i 
Cigarren-Import, Faforikgeschäft 
(gegründet 1804) 
BERLIN W. 64. Unter den Linden No. 24. 
empfiehlt «ein (4-eschäftslocal ra geneigtem Besuch. 
Preislisten stehen snf Wunsch franco sn Diensten. 
31. Auflage. 
Briefs. © r i g i n a f - SpratL - und SprcdUHniemli f. d. §e[fijt|ndmm. 
Englisch 
v. b. Professoren Dr. 
van Daten, Lloyd, 
Langenscheidt. 
Deutsch. 
von Professor Dr. 
Daniel Sanders. 
Französisch 
! v. d. Professoren 
Toussaint u. Langen- 
scheidt. 
Engl. od. Franz.: Jede Lpr. 2 Hilft, ä 18 AI.: •Surf. I. u. II. zus. 27 Al. 
Deutsch: Ein Kursus von zwanzig Arielen, nur llompkell, 20 20. 
Brief 1 jeder dieser 3 Sprachen als Probe d, 1 Mark. 
Wie Prospekt nachweist, haben viele, die nur diesen, (nie mündlichen) 
Unterricht benutzten, das Examen als Lehrer der bezüglichen Sprache 
gut bestanden. 
Urtheil der Neuen freien Presse: „Verfasser versprechen nicht, wie viele schwindel 
hafte Machwerke und Systeme, in etwa 3 Monaten zum Beherrschen der fremden Sprache 
zu verhelfen, verlangen hierzu vielmehr 18 Monate bei täglich ca. 2 ständiger Arbeit. Wer 
kein Gelo wegwerfen und wirklich zum Ziele gelangen will, bediene sich dieser, von 
Staatsmlnister Dr. v. Luv Excellenz, Staatsseeretär Dr. Stephan Excellenz, den 
Professoren Dr. Büchmann, Dr. Diesterweg, Dr. Herrig und anderen Autoritäten 
empfohlenen Original-Unterrichts-Briefe." 
AM"" Adresse: Langrmsckktckl'scke Verlags'LnckKamllung, Lettin SW. 11. 
^Besorgung ^"Verwerthung 
J.BRANDT Civil-Jngenieur 
>aRöniggrätzer Str.131. BERLÜI.'W: 
Paeiai. flstraa (Ostrom) 
b. Filekne- Pensionat, gegr. 1850. Septima 
bis Prima (Gym u. Real). Berechtigung 
z ein). Dienst. Betheiligung von nah und 
fern. Gute Aufsicht. Sichere Erfolge. 
Prosp. und Ref. gratis. (H. 14727) 
H.raissgeber und verantwortlicher Redakteur: Emil Dominik in Berlin W. — Verlag von Gebrüder Paerel in Berlin W. — 
Truck: W. Mörser Hofbuchdruckerei in Berlin 8. — Nachdruck ohne eingeholte Erlaubniß ist unterlagt.
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.