Path:
Periodical volume 9. Februar 1884, Nr. 20 Beiblatt zur Illustrirten Berliner Wochenschrift. Der Bär

Full text: Der Bär Issue 10.1884

Matt zur 
Vustmten Berliner 
othcitfdtrif 
Insertion» - Gebühren 
für die 
4 gespaltene Uonparelllezelle 
40 Pfennig. 
Anzeigen aller Art 
werden 
von jedem Annoncen-Bureau 
angenommen. 
X. Jahrgang. Nr. 20. 
¥ 
Rrdactmrr Verlag! 
Lmil Dominik. Gebrüder paetel. 
«erlin W. 35, LLtz-wstr-ßr Ht. 7. 
Berlin, 9. Februar 18S4. 
L 
haben, darunter: SuccessionstabeUe der aus dem Hause der Burggrafen 
zu Nürnberg entsprossenen Churfürsten zu Brandenburg. 
Bei dem Banquier Corvisier in der heiligen Geiststraße nicht weit 
vom Posthause im neugebauten Freihause, sind vor einheimische und 
fremde vornehme Herren, auch Standes Personen meublirte große und 
kleine Zimmer, Wie auch Stallung und Raum vor 20 Pferde, auf Mo 
nate, Wochen oder Tage zu vermiethen. 
Wer 500 Rthl. a 5 pro Cent leihen will, und dagegen annehmliche 
und sichere Hypotheque stellen kann, dem wird das Königliche Address- 
Comptoir dazu behülflich sein. 
Ein ohnweit Berlin wohnender Ober-Amtmann verlangt einen un- 
geheiratheten tüchtigen Menschen zum Occonomo, welcher gut schreiben 
und in der Oeeonomie gut erfahren ist, und hat derselbe ein billiges 
Gehalt und gute Station zu erwarten. 
Nachdem der sich Moses Caimes Catz nennende Jude, welcher unterm 
Namen Abraham und mit einem im dato veränderten Paß aus Distau 
von 1726 überall und in sperre in der Churmark Brandenburg herum- 
vagiret, insonderheit aber einige von Adel unterm Vorwand, Kapitalien 
anzuschaffen oder Güter zu kaufen, verschiedentlich betrogen, von Zielenzig 
aus anhero zur Haus-Vogtey gebracht, und der Inquisitions-Process wider 
denselben eröffnet, also werden re. re. 
Bier- Brod- und Fleisch-Taxa 
Das Quart 
pfenn. 
U. 
Loth 
Quart 
Kostet das 
Pfund: 
gr. 
pfenn. 
Braun-Bier.. 
8 
vor 3 pfenn. 
Rindfleisch... 
i 
3 
Weiß-Bier... 
6 
Semmel ... 
— 
10 
23/4 
Kuhfleisch ... 
i 
,, 
vor 2 gr. 
Kalbfleisch... 
4 
Weißbrod .. 
4 
12 
— 
Hammelfleisch 
i 
3 
vor 2 gr. 
Schweinefleisch 
6 
Hausbacken. 
4 
3l 
— ' 
Kopf, Maul, 
Füße 
i 
" 
Das Polborn'sche, jetzo Schäffersche Freihaus nebst Seitengebäude, 
belegen in der Königsstraße und an der Ecke der Klosterstraße, ist ge 
würdigt worden aus 5 087 Rthl., der Terminus Peremtorius zum Verkauf I 
ist der 15. May. 
Es ist bereits vor 12 Jahren ein in der Spand. Schule frequenti- 
render Schüler, damahlen etwan von 12 Jahren, Nahm. Joh. Christi. 
Wächtler aus Cuba bei Chemnitz in Meißen gebürtig, von seinem Vater 
dem jetzigen Königl. Preuß. Ober-Mühleninspektor und Mühlenbaumeister 
Herrn Stechern, aus ermeldter Schule vermisset worden. Weilen nun 
nicht allein besten christl. Eltern in Meißen sondern auch die gantze 
Familie von diesem verlohrenen Sohne gern Nachricht haben möchten; 
Als wird jedennänniglich, dem dieses zu lesen vorkommt, dienstfreundlich 
ersucht, des bemeldten Wächtlers etwa wissenden Aufenthalt, Stand und 
Amt dem Königl. Addreß-Comtoir bekannt zu machen; damit er wieder 
zu den lieben Seinigen gelangen, und also aus bisherigem Kummer und 
Noth allerseits gesetzt werden. 
Denen Liebhaber der Auriculn und Tulipanen wird hierdurch bekannt 
gemacht, was gestalt dergleichen Blumen von verschiedenen Sorten und 
Farben und zwar von jeder Gattung ä 25 Stück wovon der Preiß von 
25 Auriculn 2, 3 bis 4 Rthl. von Tulipanen aber das Sortement 2, 
4 bis 6, 8 Rthl. zu bekommen, und können 10, 20, 30, 40, 50 Sortements 
verlassen werden. Die Auriculn sind zu haben in der Mitte des Monats 
Aprilis mit dm Blumen zugleich, und die Tnlipancn-Zwiefeln im Monat 
August und September und wird das königl. Addreßkomtoir auf Erfordern 
Nachricht geben. 
Es wird hiermit bekannt gemacht, daß auf der Engl. Glas-Manu 
faktur bei Duisburg Glaß, so das französische weit übertrifft, um folgenden 
Preis zu haben ist: Eine Scheibe von 42 bis 46 Zoll hoch zu 40 Stüber 
oder 16 gr. rc. 
Es findet sich eine Person allhier, welcher in Buchhalten sonderbare 
Wistenschaft hat, auch dabei die kunst-reichsten Regeln der Aritllmetic 
verstehet, als da sind die Regula Falsi Alligationis, Plus & Minus. 
Quinque, Quinque Conversa; hiernächst die Schiff- auch Gewinn- Verlust 
und Interesse-Rechnung, nebst andere mehr, rechnet alles auf die kürtzeste 
und leichteste Art mit wenigen Zahlen, ist willens sich allhier häuslich 
niederzulassen. So nun einige derer hiesigen Herrn Kaufleute Kinder 
haben, auch andere Personen, Christen und Juden, so von dieser Rechen- 
kunst zu profitirm gedenken, die wollm sich beim königl. Addreßkomtoir 
meldm; Es schreibet auch diese Person eine feine leserliche Hand und 
will auch damit dienm, alles vor ein billiges Geld. 
Sachen, so bei der hiesigen Hof - Post - Cammer unabge- 
fordert liegen blieben: Es sind seit einiger Zeit nachstehende Sachen 
bei dem Königl. hiesigen Hoff-Post-Amt liegen geblieben, als nemlich: 
1) eine Curier- Peitsche. 2) Ein Päcklein in Leinewand an Joh. Ernst 
Nonnenkampff, worinnen 3 Bund alter Stieffeletten oder Westknöpfe von 
Messing 3) An Pinel, ein korb mit 2 Pack Poudre; 4) Ein Päcklein 
Musikalim an Maria Langen; 5) Ein Päckchen an Mr. Letzinsky, be 
stehend in gemeinen Mark-Sänger-Liedem. 
Wer recht guten und jungen Buchsbaum in die Gärten zur For 
mierung der Luststücken, oder zu Umsetzung der Beeten gebrauchet, kann 
ihn um billigm Preis erhalten. 
In der Frau General-Lieutenantin von Lilien Hause in der Heil. 
Geiststrabe, wo über dem Thorwege das Schild vom Hrn. Logement 
ausstehet, ist in der 2ten Etage eine sehr große und eommode Stube zum 
Billard oder Tantzboden zu vermiethm. 
(Fortjetzung folgt.) 
Die Aautliätiglieit in unserer Stadt macht sich die milde Witterung 
in ausgedehntester Weise zu Nutzen. In dem Stadttheile zwischen den 
Linden, der Wilhelms-, der Oberwall- und der Kochstraße wird trotz der 
Winterzeit lustig fortgebaut, und ein Prachtbau nach dem anderen steigt 
in solidem und echtem Material empor. Im Westen der Stadt vollzieht 
sich besonders in der Kurfürstenstraße, zwischen Zwölf-Apostelkirche und 
Kurfürstendamm, eine überraschende Metamorphose: auf der südlichen 
Seite dieser Straße werden an Stelle der alten Schuppen und Baracken 
etwa zwanzig gewaltige Neubauten, jeder von acht bis zwölf 
Fenster Front und fünf Stock Höhe, errichtet. Die meisten dieser Wohn 
hausbauten sind schon unter Dach und Fach gebracht und lassen schon 
jetzt erkennen, daß sie in architektonischer Beziehung den älteren Luxus 
bauten auf der Nordseite der Kurfürstenstraße tvürdig gegenüber stehen 
werden. Auch nach Charlottenburg und dem Grunewald hin wächst das 
vornehmere Quartier der Hauptstadt mit riesiger Schnelligkeit. Im All 
gemeinen läßt sich erkennen, daß die Stadtbahnhöfe und die Pferdebahn- 
linien für Bauunternehmer ganz besondere Anziehungspunkte bilden. Von 
öffentlichen Gebäuden find gegenwärtig in der Ausführung begriffen: 
das naturhistorische Museum in der Jnvalidenstraße, zwischen Berg 
akademie und landwirthschaftlicher Hochschule; der neue Packhof am 
Lehrter Bahnhof mit je einem Gebäude für das Hauptzollamt für aus 
ländische Gegenstände und für die Provinzialsteuerdirektion; das Reichs 
tagsgebäude am Königsplatz; die neue Morgue an der Philipp 
straße; das Landg erichtll; einige städtische Schulgebäude; die Central 
markthalle am Alexanderplatz; verschiedene klinische Anstalten und 
die große Kaserne zu Tempelhof. Fast völlig vollendet und bereits 
eingeweiht ist die Dankeskirche auf dem Wedding, und begonnen wird 
demnächst mit dem Bau einer anderen Kirche, der h. Kreuzkirche auf 
dem Johannestisch. In Sicht steht noch eine große Kirche auf dem 
Dennewitzplatz, ein Neubau für das Abgeordnetenhaus und eine 
neue Waaren - Börse. Im inneren Ausbau werden vollendet das 
chemische Laboratorium des Polytechnikums zu Charlottenburg und das 
neue Hotel am Alexanderplatz. Sollten auch noch die beabsichtigten 
Mus een bauten in Bälde wirklich in Angriff genommen werden, so dürfte 
Berlin eine Bauthätigkeit aufzuweisen haben, wie solche selbst tvährend 
der Gründerperiode nicht ausgedehnter gewesen ist. B. T. 
Gries- und Fragekasten. 
Frühere Abonnentin. Ich würde Ihnen gern schriftlich danken, aber 
mir fehlt Ihre Adresse. 
An unsere Mitarbeiter. Wir suchen eine Vorlage für eine Illustration 
„Palais des Prinzen Albrecht" in der Wilhelmsstraße vor dem Um 
bau, am liebsten eine solche vom Jahre 1750. 
Inhalt. 
Di« Pulver-Anne, eine Episode aus dem Leben des Markgrafen Hans 
von Küstrin, von W. Sternbeck; Heinrich Heine in Berlin, von Gustav 
Karpeles; Die Geschichte des Wallnertheaters von L. v. S. (Fortsetzung) 
mit dem Portrait Franz Wallners; Der Bauplatz für einen Neubau 
des Abgeordnetenhauses an der Sommerstraße (mit einem Situationsplan); 
„Unter de» Linden" anno 1780 (mit einer Illustration); Der Nachfolger 
des Grafen Redern; Aus dem Berliner Jntelligenzblatt vom Jahre 1727; 
Die Bauthätigkeit in unserer Stadt. Brief- und Fragekasten. In 
serate. —
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.