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Periodical volume 8. September 1883, Nr. 50 Beiblatt zur Illustrirten Berliner Wochenschrift Der Bär

Full text: Der Bär Issue 9.1883

Insertion» - Gebühren 
für die 
4 gespaltene Nonpareillezellr 
40 Pfennig. 
Anzeigen aller Art 
werden 
van jedem Annoncen-Bureau 
angenommen. 
IX. Jahrgang. Nr. 50. 
Redacteur r Verlag: 
Lmil Dominik. Gebrüder paetel. 
Berlin W. 35 f Lützowftraße Nr. I. 
Berlin, 8. September 1883. 
Fapade nach der Königgrätzerstraße fertig. Der imposante Bau mit seinem 
halbrunden, von acht Doppelsäulen getragenen Portale und seiner mächtigen 
Front von zivölf kolossalen Bogenfenstern geivährt heute schon einen 
prächtigen Anblick. Man beginnt hier jetzt mit dem Einsetzen des aus 
weit hervorragenden Sandsteinen bestehenden Dachvorsprunges. Sclbver- 
ständlich kann an die Decoration der Jnnenräume dieses Prachtbaues noch 
lange nicht gedacht werden. Die Fertigstellung des Ethnologischen Museums 
dürfte kaum vor Ende nächsten Jahres bezüglich Anfang 1885 zu crivarten 
sein, doch gewinnt es schon jetzt den Anschein, als ob dasselbe ein würdiger 
Nachbar des herrlichen Kunstgewerbe-Museums werden und die projectirte 
Straße sich zu einer der glänzendsten Berlin's entfalten sollte, wenn das 
löbliche Kriegsministerium einmal seinen kleinen Küchengarten geopfert und 
den Durchbruch der Straße gestaltet haben wird. — 
Me tzierliörfe Merlins ist, wenn der Name auch humoristisch klingt, 
doch von hoher Bedeutung für das physische Wohlergehen der Hauptstadt, 
deren Bevölkerung 1882 nicht weniger als 2 466 000 Schock Eier verzehrt 
hat, die einen Werth von 7 708 716 M. repräsentirten. Jeden Montag 
und Donnerstag von 10 bis 11 Uhr versammeln sich die großen Commis 
sionäre und Eierhändler Berlins in der Produktenbörse, und man sieht 
dann auch ausnahmsweise Frauen im Tempel Merkurs. Hier werden je 
nach der Zufuhr die Preise festgestellt und die Abschlüsse gemacht. Sind 
die Zufuhren knapp, so steigen die Preise. Kürzlich galt das Schock 2,90 M., 
für die Jahreszeit ein nicht billiger Preis. Der Eierbörse aber haben 
wir es zu danken, daß das Publikum sofort durch die ganze Stadt hier 
an günstigen Conjuncturen Theil nimmt. Berlin war früher ein noch 
bedeutenderer Platz für Eier; seit der Einführung des Eierzolles aber hat 
sein Export aufgehört. Berlin versorgt jetzt fast nur noch die nächste 
Umgegend. Das betreffende Quantum Eier wog 1882 1 123 100 Kilo 
gramm ; die gesanimte Einfuhr Berlins repräsentirte das stattliche Gewicht 
von 10 370 792 Kilogramm gleich 2 765 000 Schock im Werthe von 
8 647 390 Mark. B. B. C. 
Shakespeare's Werke. Es ist ein erfreuliches Zeichen, daß Buch 
druck und Büchereinband in den letzten Jahren in Deutschland zu einer 
ungeahnten Höhe der Vervollkommung und künstlerischen Ausstattung sich 
emporgeschwungen haben. Was an Gediegenheit des Papiers, an Sauber 
keit und Eleganz des Druckes und der Schriftzeichen, was an Kunstfertig 
keit im Holzschnitt zu erreichen ist, das hat sich harmonisch in den Dienst 
des Buchdrucks gestellt. Es ist eine Herzensfreude, derartige Werke zu 
durchblättern, und magnetisch fesselt das anziehende Aeußere das Auge 
und ladet zum Lesen ei». Zu einem der hervorragendsten Werke dieser 
Art zählen wir die illustrirte Prachtausgabe von Shakespeare's 
Werken, illustrirt von John Gilbert (Stuttgart, Deutsche Verlags- 
Anstalt, vormals Eduard Hallberger). Wir finde» hier splendide Aus 
stattung in sinnigster, dem Texte angepaßter Form und Gestaltung. Die 
geniale» Illustrationen des Engländers John Gilbert, geschöpft aus dem 
Geiste des gewaltigen Briten Shakespeare, stempeln das Werk dieses inter 
nationalen Geistesheroen zu einem Kunstwerk bedeutsamster Art, das von 
wirklich bleibendem Werthe ist und neben unseren Dichterfürsten Schiller 
und Goethe eine Zierde jeder deutschen Bibliothek sei» wird. 
Die bei Erscheinen der vierten Auflage von der Verlagshandlung 
auf das Prachtwerk veranstaltete Subskription ist nunmehr zum Abschluß 
gelangt. Wer das Werk (Preis in 4 feinen Leinwandbänden mit reicher 
Goldpressung M. 40. —) nicht auf einmal sich z» erwerben wünscht, dem 
ist jedoch auch jetzt »och Gelegenheit geboten, es nach und nach in belie 
bigen Zwischenräumen in Lieferungen a 50 Pfennig durch jede Buchhand 
lung beziehen zu können. Es ist hierdurch auch dem über nicht große 
Mittel Verfügenden erleichtert, sich diese herrliche Shakespeare-Ausgabe 
anzuschaffen. 
Brief- und Fragekasten. 
Frhrr. von Seydl. in M. Ich danke für Ihre freundliche Zuschrift 
und für das Interesse, das Sie unserem Blatt gewähren. Ihre Anfrage 
habe ich einem Sachkundigeren zur Beantwortung geben müssen und theile 
Ihnen nach Eintreffen der Antwort Näheres mit. 
Inhalt. 
Ein Abenteurer am Hofe König Friedrich Wilhelms 1., vaterländische 
Erzählung von Th. L. M. (Fortsetzung); Die erste Novelle, Erzählung von 
A. von Senten; Kloster Chorin in seiner heutigen Gestalt (mit Illu 
stration der Klosterruinen); Friedrich Wilhelm Freiherr von Biilow, Gras 
von Dennewitz (mit Portrait); Zur Geschichte des Klosters Leitzkau von 
R. Labarre; Die Schloßkapelle im königl. Schlosse zu Berlin (mit Illu 
stration von Herm. Dietrichs); Der zoologische Garten; Die Grundstücks 
verhältnisse Berlins; Zum Stadtbahnverkehr re. Brief- und Frage 
kasten. Inserate. — 
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