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Periodical volume 25. August 1883, Nr. 48

Full text: Der Bär Issue 9.1883

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Insertion« - Gebühren 
für die 
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lluslnrten Jerliner 
Der "Bär. 
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angenommen. 
IX. Jrrhrgimg. Nr. 48. 
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Redacteur i Verlage 
«Emil Dominik. Gebrüder paetel. 
Berlin W. 35, Liißowstraße IU. 7. 
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Verlin, 25. August 1883. 
die Uebungen der Hochschule darin schon nach Ablauf der Sommerferien 
beginnen können. Die Utensilien des Institutes sind bereits aus dem 
bisher innegehabten Haus neben dem Raczinsky'schen Palais nach dem 
neuen Heim transportirt worden, weil das bisherige Dienstgebäude wegm 
des Baues des Parlamentsgebäudes abgebrochen werden muß. Das neue 
Grundstück an der Potsdamer Straße gehörte s. Z., wie schon mitgetheilt, 
dem Hofrath Schneider, der dasselbe zu einem Institut eingerichtet hatte, 
in dem das von ihm construirte „astro - meteorologische" System gelehrt 
werden sollte, mit dessen Hilfe er aus der Constellation der Sterne die 
Witterung voraussagen wollte, um so die Astronomie der Landwirthschaft 
und dem Gartenbau dienstbar zu machen. Herr Schneider fand trotz 
vielfacher Vorträge, die er in den fünfziger Jahren über sein System in 
den verschiedensten Gesellschaften und Vereinen gehalten, bei den Fach 
leuten sehr wenig Sympathien, und so kam auch sein System und sein 
Institut nicht zur Geltung, so daß er es wieder theils selbst bewohnte, 
theils als Wohnungen für Privatpersonen vermiethete, bei denen eS aller 
dings wegen seines anmuthigen Gartens und Parkes, die der Besitzer 
mit besonderer Sorgfalt pflegte, großen Anklang fand. Nun wird die In 
schrift, welche bis jetzt an dem Frontispicc des Gebäudes thronte und 
die zum Theil in astronomischer Zeichenschrift dargestellt ist, in den nächsten 
Tagen verschwinden, um, wie die „Voss. Ztg." schreibt, einer neuen In 
schrift Platz zu machen, welche die gegenwärtige Bestimmung des Ge 
bäudes ausdrückt. 
Per Spielteufel in Merlin. Die „Times", die sich in einem 
längeren Artikel mit dem widerwärtigen Prozeß des „Unabhängigen" be 
schäftigt, fällt in jener Besprechung ein Urtheil, welches wir leider nicht 
als völlig unberechtigt zurückweisen können. Das Weltblatt schreibt: 
„Sensationell genug waren die Details, die im Verlaufe des viertägigen 
Prozesses zum Vorschein kamen. Aber vielleicht ist da? Bemerkenswertheste 
an dem Prozeß die Enthüllung der Thatsache, daß die moralische At 
mosphäre Berlins eine derartige ist, daß in ihr eine Giftpflanze wie 
jenes Erpresser-Organ gedeihen konnte. Selbst Personen mit reinen Hän 
den und ruhigem Gewissen zahlten demselben lieber ihr Schweige-Geld, als 
daß sie sich den Gehässigkeiten jenes Blattes aussetzten. Aber in Wahrheit 
muß gesagt werden, daß Berlin sicherlich ein reiches Feld für die Thätig 
keit solcher Revolvermänner wie derjenigen des „Unabhängigen" darbietet. 
Besonders die Leidenschaft des Spiels mit allen dazu gehörigen Siinden 
und mit all' ihren ruinösen Wirkungen hat in Berlin so furchtbare Dimen 
sionen angenommen, wie etwa in „Monaco" .... Wir geben die Mei 
nungsäußerung der „Times" wieder und wir müssen leider, gerade was 
den letztberegten Punkt anlangt, eingcstehen, daß sich Berlin gegen die 
von der „Times" vorgebrachten Anschuldigungen nicht wirksam verthei 
digen läßt. Das Hazardspiel wird in Berlin in einer Weise getrieben 
wie in keiner anderen Stadt. Allbekannt sind die vornehmen Restaurants, 
in welchen man in den „Privatzimmern" der Herrn Wirthe dem Jeu 
huldigt, bekannt die Spieler von Profession, die bankerotten Kaufleute, 
Weinagcnten und ähnliches Gelichter, welche die Bank halten, und welche 
zumeist „Falschspieler" sind. 
Schlüter »Penkmal in Merlin. Der Bildhauer Professor 
A. Wredow hat das lebensgroße Modell einer Statue Schlüters voll 
endet, welche voraussichtlich im nächsten Jahre in der Vorhalle des alten 
Museums neben Rauch, Johann Müller und Schinkel Aufstellung finden 
soll. Nach der Voss. Ztg. hat der Künstler Schlüter dargestellt in dem 
Momente, da er im Begriffe steht, die Stadt Berlin für immer zu ver 
laden, um in Petersburg eine Existenz für sich und seine Familie zu 
gründen. So ist denn der große Meister aufgefaßt, wie er wehmüthig 
zum Abschiede die linke Hand gegen das Schloß ausstreckt, während die 
Rechte den Hut hält, den er von dem lockigen Haupte abgenommen. An 
einem nebenstehenden Baumstumpf hat der Bildhauer zur besseren Cha 
rakteristik eine der Schlüter'schen Kriegermasken angebracht. 
Aktpreußische Wonatfchrift, herausgegeben von Rud. Reicke und 
Ernst Wichert. Verlag von Ferd. Beyer's Buchh. Königsberg i. P. 
Das 2. Quartalheft hat folgenden Inhalt: Königsberger Stadtgeschlechter 
von I. Gallandi; die Georgenkirche zu Rastenburg; Ein ungednicktes 
Werk von Kant, als Manuscr. herausgegeben von Reicke re. 
Brief- und Fragekasten. 
Alter Werekrer des Mär. Sie schreiben, und ich bin ganz mit 
Ihnen einverstanden: „Der von Herrn Prof. I)r. G. A. von Kloeden in 
einer der letzten Nr. des „Bär" veröffentlichte Aufsatz trifft in einem Punkte 
sicherlich nicht zu. Denn wir besitzen zur Ehre Berlins ein Werk „Berlin 
und seineBauten, herausgegeben von den Mitgliedern des Architckten- 
vereins" allgemein faßlich dargestellt, mit über l 000 Holzschnitten von 
Ingenieurbauten, Wasserbauten und Hochbauten, an welches der „technische 
Führer durch Wien" nicht im entferntesten heranreicht." — 
Anhalt. 
Ein Abenteurer am Hofe König Friedrich Wilhelms I.» vaterländische 
Erzählung von Th. L. M. (Fortsetzung): Eine Wanderung durch das 
Hohenzollern - Museum (Fortsetzung) mit dem Portrait Friedrichs des 
Großen nach Pesne; Schloß Cöpenick von D. (mit Illustration); Des 
Deutschen Ordens „Gebietiger" in Berlin von Oskar Schwebet; Zum 
Stralauer Fischzug (mit Illustration); Bebauung der Museum-insel; 
Hochschule für Musik; Spielteufel in Berlin; Schlüter-Denkmal; re. 
Brief- und Fragekasten. Inserate. — 
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