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Periodical volume 11. August 1883, Nr. 46

Full text: Der Bär Issue 9.1883

561 
Fahnen 
Flammen 
darin 
Z. 
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Stärke. 
M. od. 
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Rthlr. 
Uebertrag 
125 
21250 
braun 
Obstlieut. 
Vorhauer 
6. 
© 
- 
© 
2300 
roth 
— 
Erichson 
6. 
600 
1600 
1400 
schwarz 
— 
Lembke 
4. 
400 
200 
weiß 
— 
Goldacker 
2. 
200 
978 
weiß 
' 
' 
Oberst 
Kehrberg 
1. 
100 
Dragoner: 
blau 
General 
Klitzing 
6. 
600 
sittiggrün 
Oberst 
E. Burgsdorf 
4. 
400 
grasgrün 
Obstlieut. 
Müller 
6. 
600 
4000 
2000 
blau 
— 
Potthausen 
1. 
100. 
600 
400 
braun 
' — 
Vorhauer 
1. 
200 
2300 
schwarz 
— 
Lembke 
1. 
100; 
orange 
Kapitain 
Goldow 
1. 
200 
300- 
Summa 
164 
25350 
Mann. 
Am Schluß der Uebersicht steht ein Dr. Dietrich, der zur 
Anlegung einer Feldapotheke 300 Nthlr. erhalten hatte. 
Im April 1638 war auch an den zu Landsberg a. W. 
stehenden Kaiserlichen Obersten von Sparr das Ersuchen ergangen, 
als Brandenburgischer Unterthan die Dienste zu vertauschen und 
die Oberleitung der Artillerie zu übernehmen. Das Kurfürstliche 
Ersuchen ward jedoch abgelehnt und dafür der Kaiserliche Ober 
stückhauptmann Elias Mentwich zur Uebernahme der Direktion 
bestimmt. 
(Fortsetzung folgt.) 
MisceUcn. 
Diamanten. (Mit der Illustration S. 559.) Wir entnehmen dem 
fünften Bande der mit Abbildungen und Karten illustrirten 13. Auflage 
von „Brockhaus' Conversations-Lexikon", welcher mit dem 75 Heft 
zum Abschluß gelangt, diese Illustration. Der eben vollendete Band führt 
den Text von Deidesheim bis Elektra fort und enthält 4643 Artikel, 
während in der vorigen Auflage der fünfte Band nur 2028 Artikel ent 
hielt. Im Buchstaben D nehmen die Zusammensetzungen mit „Deutsch", 
deren Mittelpunkt „Deutschland und Deutsches Reich" bildet, das Haupt 
interesse in Anspruch; ihrer Wichtigkeit angemessen ist ihnen auch der 
größte Raum, mehr als ein Sechstel des ganzen Bandes, gewidmet. Die 
wichtigsten Artikel im Buchstaben E, soweit derselbe hier vorliegt, sind „Ei 
sen" und die damit zusammengesetzten Worte, wie Eisenindustrie, Eisen 
erzeugung, Eisengießerei, an erster Stelle die „Eisenbahnen", welche in 
Bezug auf Bau und Betrieb, aus ihre nationalökonomische und militä 
rische Bedeutung, ihre Geschichte, Statistik, Literatur, kurz nach allen Seiten 
hin mit gründlichster Fachkenntniß behandelt sind. Selbstverständlich fin 
den sich daneben auch auf den übrigen Wissensgebieten durch Neuheit des 
Stoffs oder durch besonders ausgezeichnete Darstellung hervorragende 
Artikel: so die Biographie von Edison, dem Erfinder des Telephon und 
des elektrischen Glühlichts, die Städtebilder Dresden, Dublin, Edin 
burgh, die Artikel Demokratie, Ehe, Eid, Destillation, Desinfcction, 
Drainirung, Dünger, Drechsmaschine, Domänen, Docks und zahlreiche an 
dere. Die Illustrationen des Bandes bestehen aus 8 chromolithographirten 
Karten, die, sämmtlich zu dem Artikel Deutschland und Deutsches Reich 
gehörend, ei» anschauliches Bild vom neuen wie vom alten Deutschland 
darbieten, aus 12 Tafeln mit über 100 Abbildungen in Holzschnitt und 
aus 60 in den Text gedruckten Figuren, Kärtchen und Plänen. Mit dem 
fünften Bande hat die neue Auflage, die sechzehn Bände umfassen wird, 
nahezu ein Drittel des Weges zurückgelegt, und bei ihrem ununterbroche 
nen raschen Fortschreiten steht die Vollendung des werthvollen, unentbehr 
lichen Werks in nicht mehr ferner Aussicht.' 
Was die von uns reproduzirte Illustration betrifft, so geben wir noch 
einige erklärende Notizen. Die Illustration bringt eine Anzahl der 
größten und seltensten Diamanten, welche bei ihren kolossalem Werthe 
geschichtliche Merkwürdigkeiten geworden sind. 
Der „Orlow" (194 3 / 4 Karath) schmückt die Spitze des russischen 
Scepters. Dieser Stein wurde anno 1794 für eine Leibrente von 
4,000 Rubeln und für die baare Summe von 450,000 Rubel nebst einem 
Adelsbrief von der russischen Krone angekauft, und war vorher „das Auge 
einer Brahmastatue" gewesen. 
Auch der „Kohinoor" stammt aus Indien, wo noch heute die Schätze 
der Fürsten und Tempel aus Diamanten bestehen. Dieser Edelstein ge 
hört jetzt der Königin von England. 
Der „Stern des Südens", der größte brasilianische Diamant, wog 
ursprünglich 247 1 /* Karath und hat deren, nachdem er zum Brillanten 
zugeschliffen, nur noch 125 Karath. 
Der „Regent", auch „Pitt" genannt, wurde durch den Engländer 
vor 160 Jahren an den Herzog von Orleans verkauft, kam später in 
den Besitz Napoleons 1, und als Beute der Schlacht bei Waterloo in 
de» preußischen Kronschatz, in dem er sich noch befindet. 
Der größte aller vorhandenen Diamanten, welcher 363 Karath wiegt, 
ist derjenige des Rajah von Mattan auf Borneo. 
Die seltsamsten Schicksale hat wohl der „Sancy" gehabt, welcher 
ursprünglich aus Indien gekommen ist. In Europa war sein erster Be 
sitzer Karl der Kühne von Burgund. Dieser trug ihn in der Schlacht 
bei Ranch, wo er fiel. Ein schweizerischer Soldat fand den Diamanten 
und verkaufte ihn für einen Gulden an einen Geistlichen. Im Jahre 
1489 kam er an Anton, König von Portugal, der ihn aus Geldnoth an 
einen Franzosen für 100,000 Francs verkaufte, durch den er an Sancy 
kam, von welchen er den Namen erhalten hat. Als Sancy als Gesandter 
nach Solothurn ging, befahl ihm König Heinrich 111., ihm als Pfand jenen 
Diamanten zu schicken. Der Diener, welcher den Edelstein überbringen 
sollte, wurde aber unterwegs angefallen und ermordet, nachdem er den 
Diamanten verschluckt hatte. Sancy ließ den Leichnam öffnen und fand 
den Edelstein im Magen. Jakob II. von England besaß diesen Edelstein, 
als er 1688 nach Frankreich kam. Später besaß ihn Ludwig XIV. und 
Ludwig XV., der ihn bei der Krönung trug. Im Jahre 1835 wurde 
der „Sancy" für */, Million Rubel von dem russischen Oberjägermeister, 
dem Fürsten Paul Demidow erkauft, 1836 aber in Paris für 625,000 
Francs wieder verkauft. Cr hat die Gestalt einer Birne, wiegt 53>/z 
Karath und ist vom reinsten Wasser. — 
Die Kunst in Merlin vom französischen Gesichtspunkte. Die 
Pariser „Gazette des arehitectes et da Bätlment“ publizirt einen durch 
drei Nummern reichenden Aufsatz „Die Kunst in Berlin". 
Wir geben den wesentlichen Inhalt des Artikels nach den Auszügen, 
welche die „Deutsche Bauzeitung" brachte. „Ein Pariser — so lautet der 
Anfang jenes Berichtes, den wir auszugsweise aher möglichst im Wort 
laute wieder geben wollen — hat nicht die rechte Unbefangenheit, um 
Berlin zu beurtheilen. Unparteilich zu sein, fällt ihm schwer. Denn so 
sehr auch Berlin noch von seinem Rivalen entfernt ist, so maßt es sich 
doch ganz offen an, seinerseits die Fackel der Civilisation zu erhaschen, 
welche Paris als Nachfolgerin von Rom und Athen noch empor hält. 
Sein durch einige deutsche Schriftsteller offen ausgesprochener Ehrgeiz ist, 
die Hauptstadt der Welt zu werden — und mit wegwerfendem Lächeln, 
so wie der Ochse den Frosch beschaut, nimmt sich der Pariser vor, im 
Vorübergehen einmal nachzuschauen, wie es in Berlin aussieht. 
Ich gestehe nun sogleich, ohne daß man durch das Gesehene im ge 
ringsten für seine vielgeliebte Heimathstadt beunruhigt zu sein brauchte: 
der Pariser steckt sofort sein Lächeln ein und besieht sich Berlin ganz 
ernstlich; es lohnt sich der Mühe!" 
Mit dem Bedauern, daß Paris noch immer mit seiner Stadtbahn 
nicht über Projekte hinweg kommt, wird der großartig feierliche Eindruck 
geschildert, den Stadtbahn, Hygiene-Ausstellung lind die Ankunft in der 
Friedrichstraße auf unseren bei Abend eintreffenden Reisenden machen. 
Die zweckmäßige Anlage lind die bequeme Einrichtung des Bahnhofes 
finden lobende Anerkennung. — — — „Da verließ uns unser 
Lächeln!" — 
„Unsere ersten Gänge am folgenden Morgen bestätigten vor der 
Hand diesen Eindruck. Wir spazierteil in deil neuen, den Thiergarten um 
gebenden Vierteln, deren breite, schön gestreckte Straßen den Vergleich 
mit den schönsten irgend welcher Stadt aushalten können. Nirgend in 
Europa ist so viel in den letzten Jahren gebaut worden, wie in Berlin, 
u. s. w. — Alan baut viel und baut gut; gegenwärtig ist Renaissance 
in Mode und so sieht man allenthalben Säulche», Caryatiden, dekorirte 
Erker, Korbbogen, die kostbarsten Skulpturmotive — alle ganz frisch weg 
aus unseren Schlössern des XVI. Jahrhunderts oder italienischen Monu 
menten entlehnt. Die älteren Viertel haben eilten mehr eigenartigen 
Charakter: die Fleischer stellen dort Guirlanden von anlachenden Würsten 
aus; beinahe alle Häuser haben ein Untergeschoß und Berlin verbringt 
die Hälfte seiner Existenz in diesem unterirdischen Leben, wo man Bier 
trinkt und Sauerkraut ißt. Oben breitet sich die geordnete Stadt aus, 
gerade gerichtet, kalt, — die nicht im geringsten der Idee entspricht, 
welche man sich von einer preußischen Stadt macht; unten die Stadt 
Hoffmann's,*) die Kneipe, der Keller, in dem inan sich beduselt und wo 
man in Halbdunkel und Qualm lebt. Von dem weitläufigen Rathhaus, 
welches Berlin vor zlvanzig Jahren erbaut, hat man das Untergeschoß 
einer solchen Bierwirthschaft überlassen, in welche wir hinab gestiegen 
sind. Das ist eine Welt, in der man unter den Backsteingewölben er 
stickt und wo täglich Hunderte von Gästen sich an einander packen. — 
Wir sind weit von der Seine! — Denken Sie doch unser Pariser Stadt 
haus an irgend solch' einen Gruber (ein Pariser Brauer) vermiethet. 
Fast alle Monumente finden sich „Unter den Linden" oder in deren 
Verlängerung. Uebrigens giebt cs dort keine Linden mehr; sie sind durch 
kränkelnde Ulmen ersetzt, die man für gestern gepflanzt halten möchte. 
*) Es ist bekannt, daß die Werke keines deutschen Dichters in Frankreich so viel Sym 
pathie genießen, wie die bizarr-phantastischen Erzählungen des weiland Berliner Kammer- 
gerichts-Rathes E. T. A. Hoffmann.
        
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