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Periodical volume 14. Juli 1883, Nr. 42

Full text: Der Bär Issue 9.1883

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lionen Mark erworben, und sollen diese Terrains nach erfolgter Straßen 
regulirung allmälig verkauft werden. Finanziell stände die Gesellschaft so 
da, daß für 1143000 M. Restkaufgelder ein Baarbestand von 1800000 M. 
vorhanden sei, so daß noch 700 000 M. disponibel bleiben, welche vollstän 
dig für die Kosten der Regulirung und Pflasterung des Straßendammes rc. 
genügen würden. Zum 2. Gegenstand der Tagesordnung beschloß die 
Versammlung die Wiederwahl des ersten Aufsichtsrathes per Akklamation; 
derselbe bestand und besteht also weiter aus den Herren: Geh. Kommer- 
zienrath Delbrück in Firma Leo Delbrück und Co., Bankdirektor vr. Sie 
mens, Kommerzienrath Wilh. Herz, Konsul Gustav Müller, sämmtlich in 
Berlin und Herrn John Booth aus Hamburg; Direktoren sind die Herren 
Bank-Präsident Paul Jonas und Baumeister Hugo Hanke. 
Milder aus der Aktmark (mit der Illustration „Der Marktplatz in 
Stendal" von Hermann Dietrichs S.507). Aus dem vortrefflichen Prachtwerke, 
das bei I. F. Richter in Hamburg bis zur 10. Lieferung gediehen 
ist, geben wir eine Probe-Illustration. Wir werden in einer der nächsten 
Nummern eine ausführliche Besprechung dieses Werkes bringen, dessen 
Anschaffung wir unsern Lesern auf das wärmste empfehlen können, und 
von dem wir wünschten, daß es eine Fortsetzung in einem Werke über die 
gesammte Mark Brandenburg erhalten möchte. Die letzterschienenen 
Lieferungen 8, 8 und 10 behandeln: Calbe, an dem Drömling, die Herren 
und Grafen von Alvensleben, die Schenken, Kloster Neuendorff, in der 
Letzlinger Heide, Könnigde und Henniges von Treffenfeld, Bismarck, in 
den Hopfendörfern, Kloster Crevese, Arneburg, Osterburg und die „Fa 
milie von Bismarck." 
Per zoologische Harten hegt die löbliche Absicht, den Berliner in 
seinen ethnographischen Kenntnissen wieder um einige Grade zu fördern, 
wie er es im Laufe der letzten Jahre durch die Gastfreundschaft gethan, 
die er den Nubiern, Feuerländern, Eskimos rc. gewährte. In der Zeit 
vom 18. Juli bis 8. August etwa wird eine Kalmücken-Karawane 
aus der Kirgisen-Steppe im zoologischen Garten Sommerfrische halten. 
Die asiatische Gesellschaft wird aus 22 Personen bestehen: aus neun 
Männern — darunter zwei Heilige mit den zu ihren Zauberkünsten ge 
bräuchlichen Originalanzügen und Kibitken (Hütten der Heiligen, eigentlich 
russisches Fuhrwerk mit Mattendach), — acht Frauen und fünf Kindern. 
Außerdem aus einer Thiergruppe von achtzehn Kameelen, acht Milch 
stuten mit den Fohlen, zehn Fettschwanzschafen und drei Hunden. Die Weiber 
werden sich in ihren Hauptbeschäftigungen, dem Pferdemelken, dem Be 
reiten des Kumys (gegohrene Stutenmilch), dem Mattenflechten und Filz 
wirken produziren. Dem Besuch des mongolischen Volksstammes folgt 
nach kurzem Zwischenraum in der zweiten Hälfte des August eine Gesell 
schaft Singhalesen aus Ceylon: dreizehn Männer im Alter von 17 
bis 48 Jahren, meist Cornaks und Zebufahrer, unter ihnen ein junger 
Mensch, dem der Ruf eines vortrefflichen Zauberkünstlers vorangeht: drei 
junge Mädchen im Alter von 16 bis 18 Jahren, eine junge 20jährige Frau, 
eine gleichaltrige Wittwe, ein Säugling und zwei 5- und 6jährige Kinder. 
Unter den zehn Elephanten, welche die Truppe begleiten, sind sieben 
Arbeits-Elephanten, von einer Höhe von 6 bis 7'/ a Fuß, welche ihre mächtige 
Tragkraft durch den Transport von Bäumen und Steinen, ihre Geschick 
lichkeit durch ihre von Singhalesen einstudirten Kunststücke produziren 
werden. Außerdem führen die Ceylonbewohner acht Zwergzebus und fünf 
Originalkarren bei sich. Berl. Mont. Bl. 
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&lct£Ucx>cnwnt 
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für 
Färberei und Reinigung 
von 
Herren- und Damen- 
Garderoben v^V 
sowie von Zimmer- und 
Deoorations-Stoffen. 
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Lokale 
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Be&ründet 
im Jahre 
1832. 
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BERLIN 
Agr Wall-Strasse 11. 
Leipziger-Strasse 42. 
Friedrich-Strasse 87. 
^ Potsdamer-Strasse 7 u. 115a. 
Belle - Alliance - Platz 10. 
Rosenthaler-Strasse 44. 
Alezander-Strasse 2 (am Alexander-Pl.). 
König-Strasse 47. Oranien-Strasse 146. 
Chaussee-Strasse 114. ßrüner Weg 125. _ 
MT Gesucht "MI 
wird der 5. Jahrgang des „Bär“. Gefall. 
Offerten wolle man abgeben in der Exped. 
dieses Blattes. 
Situaiionspsan der sogen. Kailerwikhckmflrahe. (Siehe die 
: Jlllistration S. 506.) Die neue Baufluchtlinie der Kaiserwilhelm- 
j straße, wie sie vom Magistrat festgesetzt und von der Stadtverordneten- 
j Versammlung genehmigt ist, und wie wir den Plan derselben unsern 
j Lesern vorführen können, beginnt bei der Hofapotheke im Lustgarten, 
nimmt von diesem Gebäude etwa 28 Meter fort, überschreitet daun süd 
lich von der Kavalierbrücke — so daß diese Brücke während des Baues 
der massiven „Kaiserwilhelmbrücke" als Nothbrücke stehen bleiben könnte 
! — die Spree, nimmt auf der Nordseite der Kleinen Burgstraße, am 
jetzigen Eingang der Straße den Anfang, durchschneidet im Weiteren 
! mehrere Grundstücke, so daß Nr. 7 der Heiligengeiststraße die Nordecke der 
\ Straße bilden wird. Die Ecke der Südseite dagegen wird durch Nr. 10 
j der Heiligengeiststraße gebildet, von der jedoch noch etwa 10 Meter Front 
! fallen müssen, während von der anderen Ecke nach der Spree zu, von dem 
Kriegsakademiegebäude an der Burgstraße, etwa 20 Meter Front zu 
Straßenterrain benutzt werden müssen. Zwischen Spandauer- und 
Heiligengeiststraße läuft die Kaiserwilhelmstraße fast konform mit 
der Südseite der Brauhausstraße; die Nordseite der neuen Front hin 
gegen nimmt 15—20 Meter der gesanimten Nordseite der jetzigen Brau- 
hausstraße für die Straßenverbreiterung fort, so daß z. B. Nr. 42 der 
Heiligengeiststraße das westliche Eckhaus der neuen Straße und Nr. 12 
der Spandauerstraße das nach Osten gelegene Eckhaus wird. Zwischen 
Spandauer- und Klosterstraße und weiterhin bleibt die Nordfront 
genau, wie sie heute besteht. An der Südseite der Papenstraße fallen 
die Häuser 14, 15, 16; es fallen ferner die sämmtlichen Häuser, welche 
die Papenstraße von dem Marienkirchplatz trennen, so daß das Eckhaus 
der Kloster- und Kaiserwilhelmstraße künftig von dem jetzigen Hause 
Klosterstraße Nr. 12 gebildet wird. Sehr wahrscheinlich fallen wird 
auch die ganze Häuserflucht, die, am Neuen Markt gelegen, die Nr. 4, 5, 
6, 7 führt und nach Westen der Marienkirche vorgelagert ist. 
Im Weiteren ist die neue Straße bis zum „Viktoriatheater" in der 
Münzstraße bereits regulirt und bedarf nur im letzten Theil der Pflaste 
rung. Dieser Theil hat 22 Meter Straßenbreite, während der^m Lust 
garten beginnende Anfang 28 Meter und die Mitte 26 Meter Breite 
haben wird. 
Mit der Feststellung der Baufluchtlinie ist der erste Hauptschritt für 
die Schaffung der Straße gethan. Der zweite gleich wichtige betrifft den 
so bald wie möglich zu unternehmenden Bau der Kaiserwilhelmbrücke. 
Denn so lange die Höhenlage dieser Brücke nicht festgesetzt ist, können 
die projeftirten Cckgebäude am Beginn der Straße nicht in Angriff ge 
nommen werden. — D. 
Inhalt. 
Ein Abenteurer am Hose König Friedrich Wilhelms I., Vaterlän 
dische Erzählung von Th. L. M. (Fortsetzung); Das Schloß und der 
Schloßparkvon Nieder-Schönhausen von Or. B ö r i n g u i e r (mit Illustration); 
Eine Audienz beim König Friedrich Wilhelm IV. vom Divisionspfarrcr 
Erich Schild; S. W. Dehn von einem seiner dankbaren Schüler; Zum 
Bau der Kurfürstendammstraße; Bilder aus der Altmark von Hermann 
Dietrichs: Situationsplan der sogen. Kaiserwilhelmstraße (mit Karte, 
welche sowohl die Baufluchtlinie der künftigen Straße wie die jetzigen 
Straßenzüge enthält). Inserate. 
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