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Periodical volume 6. Januar 1883, Nr. 15 Beiblatt zur Illustrirten Berliner Wochenschrift Der Bär

Full text: Der Bär Issue 9.1883

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von jedem Annoncen < Bureau 
angenommen. 
IX. Jahrgang. Nr. iS. 
Redacteur: Verlag: 
Lmil Dominik. Gebrüder paetcl. 
Berlin W. 36, Lützowftratze Nr. 7. 
Berlin, 6. Januar 1883. 
(Fortsetzung der Misrellen aus dem Hauptblatt.) 
wird voraussichtlich statt der Pferdebahn eine elektrischeBahn entlang 
dem Kurfürstendamm gebaut werden —, ferner Herrn Joh. Baus, der 
sich durch den Import Außereuropäischer Bäume nach Deutschland einen 
Namen gemacht hat und auch die Bäume für die Bepflanzung der Avenue 
liefern wird, und Herrn Konsul G. Müller, Mitglied des Aufsichtsrathes 
der Deutschen Bank. Die Gesellschaft tritt auch in den Vertrag der 
früheren Englischen Gesellschaft ein und übernimmt die Pachtung des 
1000 Morgen großen Terrains im Grunewald auf 90 Jahre, des Terrains 
eben, auf welchem die Rennbahn und Pille nkolonie angelegt werden 
sollen. Der Minister für landwirthschaftliche Angelegenheiten hat den 
Pachtungspreis wie folgt festgesetzt: Für die ersten 30 Jahre auf 
30 Mark pr. Morgen. Für das 30. bis 60. Jahr aus 40 Mark Pr. 
Morgen und für das 60. bis 90. Jahr auf 70 Mark Pr. Morgen. 
Doch soll der Gesellschaft das Recht zustehen, bis zum Ablauf des 
10. Jahres das Terrain zum Preise von 300 Mark pr. Morgen zu 
kaufen. Die Gesellschaft wird, wenn die Rennbahn die flnanciellen Er 
folge erzielt, welche man sich von derselben verspricht, von diesem Rechte 
voraussichtlich bald Gebrauch machen, da der fixirte Kaufpreis dem jähr 
lich zu zahlenden Pachtbetrage gegenüber niedrig erscheint. 
Märkische chrtsnainen-Aorschungen. Drebkau heißt wendisch ton 
Orevll (spr. Drjok, woraus der deutsche Volksmund „Drauke" gebildet 
hat). Dieses Wort ist entstanden aus to rtrorvico, das Gehölz, das 
Haidchen (Diminutivform von to dretvo, das Holz). So findet es sich in 
Großer's Lausitz. Merkwürdigkeiten, 1714III. S. 66 geschrieben: „Drewkow" 
neben „Drebkow"; aus dem w ist nach und nach das b geworden, weil 
dies dem Deutschen vor dem k bequemer liegt. Drebkau heißt also soviel 
wie Stadt im oder am Gehölz, Holzstadt. Hier drängt sich nun die 
Frage auf, ob nicht die sog. Goliza, d. h. Wäldchen (Diminutivform von 
ta gola der Walds, jener sagenreiche, idyllische Eichenhain in unmittel 
barer Nähe der Stadt, mit der Gründung und dem Namen derselben im ! 
Zusammenhang stehe. Was diese Vermuthung nahe legt, ist der Umstand, 
daß die kleineren Bezirke, in welche jeder der fünf Gaue der Niederlausitz*) 
eingetheilt war, je eine gemeinsame Opfer- und Gerichtsstätte hatten, die 
gewöhnlich als Ringwall angelegt war und entweder Drebni (d. h. im 
Holze angelegt) oder Lubni (Laub) oder Cosel (Erhöhung) genannt wurde. 
So dürfte die Goliza vielleicht einem zu diesem Zwecke angelegten Walle 
ihren Ursprung verdanken, wie denn offenbar die Gegend um sie herum 
*) Die fünf Gaue hießen Lusizr, Seipoli, Zara (Sorau), Sprewa, Dredesisi. — Drebkau 
gehörte zum Gau Lusizi, dem bedeutendsten der fünf. 
lauter Sumpf war, ja zum Theil noch ist. — Richt ganz genau, wenn 
auch nicht gerade falsch, ist die Erklärung von Gallus (Gallus und Neu- 
mann, Beiträge zur Geschichts- und Alterthumskunde der Niederlausitz. 
Lübben 1838. 2. Lief. S. 165), der es von ckrsuo ableitet; dabei bleibt 
aber das k in dem Namen tinerklärt. — Die Sage läßt den Namen 
entstanden sein aus „Dreikrug", und dies ist die ganz getvöhnliche Erklä 
rung der jetzigen Bewohner, von denen nur sehr wenige noch des Wen 
dischen kundig sind. Man sagt, in uralter Zeit haben an der Stelle der 
Stadt drei Wirthshäuser (Krüge) gestanden, welche den vorüberfahrenden 
Fuhrleuten Speise, Trank und Herberge gewährten. Diese Krüge werden 
heute noch vom Volksmunde bezeichnet. Später, als in der Nähe der 
Wirthshäuser nach und nach andere Häuser gebaut wurden, nannte man 
diese Ansiedelung „Dreikrug", woraus allmählig der Name Drebkau ent 
standen sei. 
Schon in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts erfuhr der 
Name dieselbe Wandlung, wie viele ähnliche, nämlich in Drebkau statt 
Drebko oder Drebkow, vergl. Calau aus Calo (Calow), Vetschau aus 
Vetscho (Vetschow) u. a. (richtiger freilich war die alte Schreibung). 
Sonst findet es sich noch geschrieben: „Drebikow" und „Dreyocke" (bei 
Großer a. a. O. und Zedler, Univerfallexikon, 1734) und lateinisch 
vroboaria (Drebkau) oder früher vrebooria (Drebkow). — Aehnlicher 
Ableitung sind Orte wie Trebbin, Drewitz (Holzdorf), Drohn« u. a. 
Paul Schulze. 
Jas Deniimak Friedrich Wikhekms I. i« Göskin. Auf die Anfrage 
in Nr. 11 des Bär berichte ich ergebenst, daß das Denkmal auf dem 
(Fortsetzung und weitere Miscellen umstehend.) 
Inhalt. 
„Was wird sie thun?" Novelle von A. Rin hart (Fortsetzung); Die 
Brandenburger im 30jährigen Kriege, oder das Kriegswesen in Branden 
burg und Preußen in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts von 
R. Lutter (Fortsetzung); Markgraf Gero von Brandenburg von Hans 
Joachim von Nippern (Schluß); Or. für. Eduard Pape, Vorsitzender 
der Kommission zur Ausarbeitung des „Deutschen Civilgesetzbuchs" (mit 
Portrait); Malerische Wanderungen durch Holland und Dänemark 
(mit drei Illustrationen); Statuette des großen Kurfürsten; Kurfürsten 
damm-Gesellschaft; Märkische Ortsnamenforschungen; Das Denkmal 
Friedrich Wilhelms I.; Akazien in Britz bei Berlin; Lucaefeier; 
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