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Volume 16. Dezember 1882, Nr. 12

Full text: Der Bär (Public Domain) Issue9.1883 (Public Domain)

Erscheint wöchentlich am Sonnabend und ist durch alle Buchhandlungen, Zeitungsspeditionen und Postanstalten für 2 Mark 
IX. Jahrgang. vierteljährlich zu beziehen. - Jm Postzeitungs-Latalog eingetragen unter Nr. 2198. den 16. Dezember 
Nr. 12. Herausgegeben von Emil Dominik. Verlag von Gebrüder Pactel in Berlin W. 1882. 
ÄUS alter Zeit. 
Eine Erzählung von Heiimtft fiusdi. (Fortsetzung.) 
Nachdruck verboten. 
Gesetz v. 11. VI. 70. 
V. 
Der Kampf dauerte noch fort, als das Fräulein auf ihrem 
Braunen entfloh, doch bald waren sämmtliche Cölner entweder 
verwundet oder gefangen. An 
Todten lagen auf der Wahlstatt 
sieben von ihnen. Von den 
Cottbusern waren 5 verwundet. 
Die Fuhrleute wurden gezwun 
gen, die Wagen weiter zu führen. 
Der Zug setzte sich tviedcr in 
Bewegung der Stadt zu. Bei 
dem Dorfe Ströbitz lenkten sic 
in den Weg ein, welcher heut 
der Schwanweg heißt, passirten 
das Spremberger Thor, fuhren 
die Burgstraße entlang und 
kamen, als es schon dunkel 
war, unter heftigem Gewitter 
und strömendem Regen auf dem 
Schlosse an. 
Die beiden jungen Herren 
hatten den Wagen besteigen 
müssen, auf welchem die alte Ur 
sula sich befand. Diese hatte von 
dem Gefecht nichts gesehen, war 
aber halbtodt vor Schreck, als 
sie hörte, daß ihr Fräulein ent 
flohen; sie jammerte und weinte 
erbärmlich, da sie glaubte, sie 
nicht mehr wieder zu sehen. 
Albrecht's Wunde war nicht 
von großer Bedeutung. Der 
Herr Emmerich hatte, so gut es 
ging, einen Verband darüber 
gelegt. 
Zu dem Aufsatze: „Katharine, Gräfin von Wartenberg." (S. Seite 144.) 
Recht unglücklich war der Wildensteiner selbst bei der 
Affaire weggekommen, zum Glück für das Fräulein; denn 
als er sich nach ihr hinwandte, um sie zu verfolgen, stieß ein 
an der Erde liegender schwcrverwundeter Cölner mit seinem 
Schtverte nach ihm und verwundete ihn am Oberschenkel. 
Obgleich die Wunde nicht ge 
fährlich war, so hinderte sie ihn 
doch an der Verfolgung Mar 
garethes. Rur einen derben 
Fluch sandte er ihr nach und 
schtvur, daß er Himmel und 
Hölle in Bewegung setzen werde, 
ihrer habhaft zu werden, damit 
ihm das Lösegeld nicht entginge. 
Die Hälfte seiner Mannen 
mußte mit Sonnenaufgang die 
ganze Gegend durchstreifen, 
aber Niemand hatte sie ge 
sehen. Sie war wie von dem 
Erdboden verschwunden. 
Der alte Herr Hans von 
Cottbus wollte nichts von der 
Beute sehen, nur die jungen 
Herren und das Fräulein. Er 
machte seinen Söhnen die bitter 
sten Vorwürfe, seinen Befehlen 
nicht so nachgekommen zu sein, 
wie es sich geziemt hätte. Er 
erging sich in Vermuthungen, 
was der jungen Dame zuge 
stoßen sein könnte, wie sie viel 
leicht gar elend um ihr Leben 
gekommen, oder auch ruchlosen 
Buben in die Hände gefallen 
sei. Mit ihrem Bruder Albrecht 
redete er freundlich und suchte 
die That zu entschuldigen; dieser aber gab nur die nöthigsten 
Antworten, um den alten Herrn nicht zu reizen-
	        
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