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Volume 1. Oktober 1882, Nr. 1

Full text: Der Bär (Public Domain) Issue9.1883 (Public Domain)

kam gerade noch zur Zeit, aber als ich das Päckchen dem 
Beamten bereits übergeben hatte, fiel mir ein, daß ich einen 
Liebesgruß von Wilhelm einzulegen vergefien hatte, es waren 
nur wenige Worte: „Mein süßes Bräutchen nimm den ersten 
mir gewählt, er mußte einen andern suchen. Ganz vertieft, 
in Gedanken, einen geeigneteren Liebesboten für den Vetter 
suchend und verstimmt über meine Vergeßlichkeit, hatte ich den 
Heimweg angetreten. Als ich schon über die Promenade hin- 
„Äuo der 2rtt unserer vorfahren." 
Holzschnitt nach dem Gemälde von Fr. Aug. Kaulbach. 
Gruß auS dein neuen Heiin, von Deinem Wilhelm!" Ich mußte 
den Zettel so bald als möglich nachsenden, er lag in meiner 
Briefinappe, für jetzt war nichts mehr zu ändern; aber ich 
sah schon jetzt, welch' schlechten Vermittler sich Wilhelm in 
weg war, fiel mir plötzlich mein Tischnachbar wieder ein und 
daß wir uns hatten treffen wollen. Ich bedauerte herzlich der 
Tante Nerven, die mich des Vergnügens beraubten, meinen 
Rosenfreund wieder zu sehen, und etwas wie Wehmuth schlich
	        
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