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Band 24. September 1881, Nr. 52

Volltext: Der Bär (Public Domain) Ausgabe 7.1881 (Public Domain)

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Johann Georg Sei Fhnrneysser. (Hier 
zu Illustration Seite 67t.) Das Bild zeigt 
uns den Nachfolger des üppigen Joachim 
bei seinem Alchymisten im grauen Kloster 
zu Berlin. Ich habe schon einmal in meinem 
Artikel von den Berliner Zeitungen Thur- 
neysser's Erwähnung gethan, der den 
Damen am Hofe Johann Georgs prophe- 
zeihte, wann deren Niederkunft stattfinden 
und ob ein Knäblein oder Fräulein das 
Licht der Welt erblicken würde. Später 
einmal Ausführlicheres über den Mann. 
Johann Georg, der das Schulwesen in 
der Mark ordnete, das höhere und Elemen 
tarschulwesen, der der Universität Frankfurt 
eine Anzahl weitberühmter Lehrer gab, das 
Berliner Gymnasium zum grauen Kloster 
stiftete, zeichnete sich durch reiche Kenntnisse 
aus, wenn dieselben auch »och, wie bei so 
vielen seiner Zeitgenossen, auf wunderlich 
phantastischer Grundlage ruhten. Lange 
Jahre hindurch hielt seinen Sinn der Wunder 
doktor und Alchymist Bernhard Thurneysser 
völlig gefangen. Er machte denselben zu 
seinem Leibarzte und gab ihm eine Werk 
statt zur Bereitung medicinischer Geheim 
mittel sowie zur Förderung aller dunklen 
Künste, welche die Menschen plötzlich reicher, 
weiser, glücklicher machen sollten. Aber so 
gar diese Thorheiten nützten dem Lande 
mehr, als sie schadeten, da Thurncyssers 
Schaffen auch echter Wissenschaft manche 
Anregung bot und denjenigen Gewerben, 
die mit chemischen Mitteln arbeiteten, hülf- 
reich unter die Arme griff. — 
Zur Wankc-Degukirnng. Unter dieser 
Ueberschrift befand sich in der „Post" die 
nachstehende beachtenswerthe Notiz. Eine 
Verunreinigung dieses, allen Spreeathenern 
nur allzusehr bekannten, duftenden Bächleins 
wird nach Ansicht des Schreibers dieser 
Zeilen trotz der strengsten Verbote Wohl nie 
zu vermeiden sein. Soll also dem Uebel 
stande gründlich abgeholfen werden, so giebt 
es nur einen Ausweg, nämlich völlige Ab 
leitung. Zwischen Französisch-Buchholz und 
Blankenburg treffen die Quellströme der Pauke 
zusammen und ergießen sich von dort aus in 
südwestlicher Richtung nach Berlin. Wie 
wäre es, wenn von diesem Zusammenfluß 
aus die Panke überhaupt abgeleitet und zwi 
schen Schildotv und Lübars mit dem Tegeler 
Fließ, das seinen Lauf von dort durch Herms 
dorf und Tegel zum Tegeler See hat, ver 
einigt würde? Die Entfernung beider Fluß 
bette, sowie die Terrainschwierigkeiten sind 
nur ganz geringe, die Vortheile aber ganz 
bedeutende. Einmal verliert Berlin für alle 
Zeiten eine Quelle ewiger Epidemien. Aber 
auch die von dem neuen Flußgebiet berührte 
Landstrecke würde nicht unerheblich gewinnen. 
Dies um so mehr, als die Ausführung oben 
erwähnten Projekts vielleicht den Anstoß dazu 
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