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Volume 10. September 1881, Nr. 50

Full text: Der Bär (Public Domain) Issue7.1881 (Public Domain)

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bauen. Das alte Oranienburger Thor ist 
niedergelegt und an dessen Stelle eine groß 
artige Garnison-Waschanstalt erstanden. 
Ebenso ist die alte Brücke, welche zur Citadelle 
führte, abgebrochen und wird durch eine 
Minenbrücke mit Fallthür ersetzt. — Ein 
neues Festungs-Gefängnis; von großartigsten 
baulichen Dimensionen ist soweit vollendet, 
daß cs voraussichtlich noch in diesem Herbst 
mit den Festungsgcfangcnen von Spandau, 
Stettin, Köslin und Wittenberg belegt werden 
kann, wobei die Einzelhaft zur Anwendung 
kommen soll. Nach Nicderlegung des Rund 
thurms und der Stadtmauer an der Char 
lottenburger Brücke (für deren Erhaltung 
auch wir s. Z. plaidirten) wird jetzt mit der 
Anlage eines Bollwerks längs der Havel- 
Ufer begonnen. Gleichzeitig ist die Anlage 
eines Kriegs-Pulvermagazins und eines neuen 
Garnison-Lazarethcs in Angriff genommen 
und behalten wir uns vor, demnächst dar 
über noch Weiteres zu berichten. 
Schillcrstandvild. „Meines Erachtens" 
— so schreibt von O. — „ließe sich die 
Frage wegen paffender Aufstellung des Schiller- 
denkmals sehr einfach dadurch lösen, daß man 
die Fahrstraßen, welche an dem Denkmal 
unmittelbar vorbeigehen, gänzlich beseitigte, 
das Denkmal selbst bis zur Mitte des Schiller- 
platzes vorrückte und letzteren in einen schatti 
gen Promenadcnplatz lediglich für Fußgänger 
einrichtete. Der Platz hat Fahrstraßen 
genug, um Raum für Fuhrwerk zu lassen. 
Der schöne Treppenaufgang zum Schauspiel- 
hause würde dadurch sicherlich zu voller 
Geltung kommen". 
Äricf- und Fragtlmsttn. 
A. L. Die Abholzung des jetzigen .Königs 
platzes" zur Anlegung eines Exercicrplatzes 
geschah etwa um das Jahr 1730. In den 
Jahren 1843—40 wurden die ersten Anlagen 
durch Lenin- bewirkt. Dem Besitzer des Winter 
gartens in Breslau, Kroll, wurde an der West 
seite dc§ Platzes der Ban eines solchen Eta 
blissements ans siskalischein Terrain, dem Grafen 
Raczinsky an der Ostscitc der Ban einer 
Bildergalleric mit slankircnden Ateliergcbäuden 
gestattet. Die jüngste Verschönerung nach der 
Errichtung der Siegessäule datirt aus den Jahren 
76 und 77. 
Inhalt. 
Der grüne Domino, Novelle von T. L. M. 
(Fortsetzung). BorhistorischerWafferlaufindcrBer- 
liner Gegend von Professor Dr. G. Berendt 
(mit Karte). Acht Jahre am Hofe des Prinzen 
Heinrich (1770—1778), aus den Memoiren eines 
alte» Franzosen, deutsch bearbeitet von Ernst 
Breest (Fortsetzung). Miscellen: Graf Schlei 
nitz (mit Portrait); Im Reichspostmuseum in 
der Üeipzigerstraßc (mit Illustration); Spitzbuben 
mit Gewerbe; Warum Berlin enthauptstädtelt 
werden soll; Preußische Tresorscheine; Elektrische 
Eisenbahnen; Festung Spandau; Schillerstandbild. 
Bries- und Fragckastcn. Inserate. — 
Im Verlage von Otto Spanier in Leipzig, Gellertstr. 2/3 (B 
— in Berlin S.H., Grossbeerenstr. 75 — erschien soeben: C 
Die Deutsche Kaiserstadt Berlin. I 
Die Lektüre 
dieses Buches ist gerade jetzt, 
wo infolge der neueren parla 
mentarischen Vorgänge die 
Augen der ganzen gebildeten 
Welt auf die deutsche Metro 
pole gerichtet sind, von ganz 
besonderem Interesse. 
Stadtgeschicliten, Sehens- und 
Wissenswerthes ans der Reichsliaupt- 
stadt nnd deren Umgehung. 
Von Ernst Friedei, 
Stadtrath von Berlin und Dirigent des Märkischen 
Provinzialmuseums. 
Mit 110 Text-Illustrationen, 3 Tonbildem, 
einer Ansicht Berlins aus der Vogelschau 
und einem Plane der Residenz. [164] 
8 
** 
» 
Ifc 
Soeben erschien und ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen: 
Ober Handel und Wandel in Brasilien. 
Journalistische Skizzen 
von 
Fernando Schmid, 
Oesterr.-Ungar.-General-Consul ad honores in Rio de Janeiro. 
Gr. 8°. Preis geheftet 2 Mark. 
Die in jüngster Zeit durch einen Theil der deutschen Presse verbreiteten, auf Brasilien 
bezüglichen, irrthümlichen Ideen gaben dem Verfasser die Veranlassung, diese Skizzen in Buch 
form im deutschen Buchhandel erscheinen zu lassen. In mehreren der verschiedenen Aufsätze 
werden die Bestrebungen des „Berliner Centralvereins für Handelsgeographie und Forderung 
deutscher Interessen im Auslande“ bekämpft, aber es geschieht dieses ohne die mindeste Bei 
mischung von Gehässigkeit. Es gereicht dem Verfasser zur Verwunderung, dass das unter dem 
Titel „Export“ erscheinende Pressorgan des Berliner Centralvereins alle Diejenigen, die mit 
dessen Lieblingsprojekten nicht einverstanden sind, kurzweg als „Intriganten“ abfertigt und dass 
dasselbe vergisst, dass nur ruhige, durchaus objektiv gehaltene Versprechungen am Platze sind, 
wenn es sich auf dem kaufmännischen Terrain um schwerwiegende Interessen, in Kolonisations 
Angelegenheiten aber um das künftige Wohl und Wehe von Hunderttausenden handelt. An der 
Fähigkeit, die sozialen und die kommerziellen Zustände in Brasilien zu beurtheilen, fehlt es dem 
Verfasser der Skizzen sicher nicht, dieselben enthalten viele Belehrungen und Aufklärungen, 
die schätzenswert]»» Beiträge zur Frage der Kolonialpolitik bieten, die ja augenblicklich von 
berufener und unberufener Seite so lebhaft diskutirt wird. 
Gebrüder Paetel, BERLIN w., Lützowstr. 7. 
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„Bär V. Jahrj. (1879)" 
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Inhalt: Grevy. — Gambetta. — Madame 
Adam. — J. Simon. — Clemenceau. — 
E. Quinet. — E. de Girardin. — V. Hugo. 
Sarai Bernhardt — Zola. 
David Müller: 
Geschichte des Deutschen Volkes. 
PRACHT-AUSGABE. 
Ein schöner Band von 4f> Rogen mit ornamentalem 
Schmuck nach Originalen und einem Bildnis Kaiser Wil 
helms nach einer"Kreide-Zeichnung von A. v. Werner. 
Geheftet: 8 Mark, in Prachtband 11 Mark. 
Eine deutsche Nationalgeschichte, wie sie in die 
rem Geiste, in dieser Darstellung und in diesem 
Umfange bisher unerreicht ist. David Müllers 
Geschichte eignet sich gleich gut zur Lektüre der 
herangewachsenen Jugend, wie des gereif leren 
Mannes und der gebildeten Frau und verdient 
in jedem deutschen Hause eine Stätte zu finden 
Bisherig. Absatz des Buches: 54,000Ex. 
Verlag von Franz Vahlen in Berlin W. 
Bücher -Einkauf. 
Grössere nnd kl. Sammlungen, auch 
einzelne gute W erke, kauft stets per Lasse 
Li.Glogaii Soli II, Hamburg, 23 Bur stall. 
Sämmtlichen Exemplaren dieser Nnmmer liegt eine 
Abonnements-Einladnng des am 1. September hier erscheinenden 
Blattes, betitelt „Tägliche Rnndschan, Zeitnng für Nicht 
politiker“ bei 
[169] 
Herausgeber und verantwortlicher Redakteltr: Emil Dominik in Berlin W. — Verlag von Gebrüder Paetel in Berlin W. — 
Druck: W. Moeser Hofbuchdruckerei in Berlin 8. — Nachdruck ohne ausführliche Quellenangabe ist untersagt.
	        
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