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Full text: Der Bär (Public Domain) Issue7.1881 (Public Domain)

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der Schloßkirche an zu brennen, um sechs Uhr stürzte er zu 
sammen. Der Sturm war aber abgeschlagen. Der darauf folgende 
Waffenstillstand wurde von den Franzosen eifrig zur stärkeren Be 
festigung des Platzes benutzt und der Kaiser selbst besichtigte die 
Arbeiten und beritt die Wälle auf seinem Schimmel. In einer 
späteren Phase der Belagerung richteten die Franzosen die Schloß 
kirche förmlich als Cita 
delle ein, brachen 
Schießscharten in das 
Gebäude, doch alles wie 
bekannt vergeblich, in 
der Nacht vom 12.—13. 
Januar 1814 erstürmten 
unsere Truppen unter 
Tauenzien Wittenberg, 
der von da ab „Graf 
Tauenzien von Witten 
berg" hieß. 
Die Herstellung der 
Schloßkirche erfolgte auf 
Veranlassung Friedrich 
Wilhelms NI. Die 
Kirche erhielt aber 
ihren Thurmschmuck 
nicht wieder, weil 
„militärische Rück 
sichten" dagegen 
sprachen. Wittenberg 
war eben damals noch 
Festung. Friedrich Wil 
helm IV. gab der Kirche 
das kostbare Geschenk 
einer die Thesen 
Luthers darstellen 
den Erzthür, welche 
nach dem Entwurf des 
Herrn von Quast durch 
den Erzgießer Friebel 
in Bronze gegossen, am 
Geburtstage Luthers im 
Jahre 1858 eingeweiht 
wurde. 
Weil nun Witten 
berg nicht mehr Festung, 
also keine militärischen 
Rücksichten gegen den 
Wiederaufbau des 
ThurmesunsererSchloß- 
richte ich 
- angeht, 
die ergebenste Bitte, zu 
erwägen, ob nicht die 
ehrwürdige Kirche zum 
bald wiederkehrenden 
jährigen Geburts 
tage unseres großen Re 
formators den ihrgebüh- 
rendenSchmuck eines von 
tüchtigen Baumeistern 
gefertigten Thurmes er 
halten könnte. 
Die Geburtsstätte 
und der Mittelpunkt der 
deutschen Reformation, 
die Hüterin der Gräber 
ihrer Herolde und Pfleger 
hat, dächte ich, vollen Anspruch darauf, in ganzer Schöne endlich 
wieder zu erstehen. — Dominik.
	        
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