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Periodical volume 9. April 1881, Nr. 28

Full text: Der Bär Issue 7.1881

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„Wir?" fragte Heinrich erstaunt. 
„Fiel Andreas Lindholz, Dein Oheim, nicht bei Salanke- 
ment, nachdem er sich länger denn zehn Jahre mit den Türken 
gerauft, soll ich Dich denn mahnen, wie der Barfuß mit den 
Brandenburgern da Sieger blieb, wo Markgraf Ludwig von 
Baden mit den Kaiserlichen sich geschlagen zurück zog." 
„Brandenburg und die Hohenzollern war sein letztes Wort," 
rief Heinrich, „siehst Du, ich freue mich des neuen Ruhmes von 
Herzen, ich weiß, daß der Tag von Salankement dem Kur 
fürsten die Königskrone erwarb, aber wir Lindholze gehen 
aus mit dem Namen Brandenburg, Lottchen und ich sind 
die Letzten unseres Hauses, wir gewöhnen uns nicht mehr an 
die neue Art, Du und Jda und Deine Kinder, Ihr führt zu 
Tempel 
hof ein 
glänzend 
Leben wie 
der neue 
Hof es 
liebt,mein 
Lottchen 
und ich 
wir sitzen 
allein in 
dem alten 
Hause am 
Molken 
markt und 
freuen 
uns all' 
des 
Sonnen 
scheins, 
der über 
dem 
Hause 
unserer 
Tochter, 
über 
dieser 
theuren 
Stadt, 
die nun hinfort nur noch den Namen Berlin führen soll, über 
der ganzen lieben Mark Brandenburg und dem neuen König 
reich Preußen liegt; aber der Sonnenschein blendet uns nicht 
mehr, es ist Abendsonnenschein." 
„Nein, Mondenlicht," sagte Levin feierlich und deutete 
nach oben. Ueber dem Erzbilde des gewaltigen Kurfürsten 
stand der Vollmond und bestrahlte es mit seinen weißen Lichtern. 
Kühl wehte es vom Wafler herüber, der Imperatoren-Mantel 
schien sich zu heben und zu senken. 
„Sie sagen," flüsterte Levin, „man sähe im Mondschein 
deutlich das Kind von Fehrbellin vor dem Kurfürsten sitzen, 
sie wisien nicht, das jenes Kind längst mein Weib, die Mutter 
meiner Kinder ist; ich sehe nicht das Kind von Fehrbellin, 
wenn ich in sein Herrscher-Antlitz blicke, aber ich sehe die 
ganze Geschichte Brandenburgs; ist es denn in der Welt erhört, 
daß ein Reich so ein Ende nimmt auf der Höhe seines Ruhmes, 
seinen Namen eintauscht für einen noch glänzenderen. Wie der 
Phönix aus der Asche, so steigt Preußen herauf und tritt an 
Brandenburgs Stelle. Möge er einst auch ausgehen, aber 
auch dann der Name Brandenburg noch nicht vergessen sein." 
„Brandenburg, Brandenburg in alle Ewigkeit," sagten 
Heinrich und Lottchen Lindholz, und wie ein glänzender Stern, 
wie ein lichter Silberschleier ergoß sich das Mondenlicht über die 
drei treuen Menschen, über Bildsäule, Schloß und Stadt; wie 
segnend schien der große Kurfürst die Hand auszustrecken und im 
Abendwinde wehte die Fahne mit dem schwarzen Adler auf dem 
Schlöffe, daß es aussah, als wolle er sich hinauffchwingen in 
den weiten klaren Himmel droben, der schwarze Adler, der 
nur der Sonne weicht, der Adler von Brandenburg-Preußen! 
Die drei Jugendgespielen aber, der Bürgermeister Le 
vin von 
Schar 
ben, der 
Raths 
herr 
Heinrich 
Lind holz 
lind Lott 
chen Lind 
holz stan 
den nock- 
lange 
Hand in 
Hand, sie 
dachten 
ihres gro 
ßen Kur 
fürsten 
und ihre 
Lippen 
murmel 
ten wie 
der und 
wieder: 
„Gott 
segneBer- 
lin und 
Branden 
burg!" 
Die Gestaltung einer zukünftigen Industrieausstellung 
in Berlin. 
Von ftijj ßüfmimann. (Schluß.) 
Ich glaube in Früherem der segensreichen und bahnbrechenden 
Wirkung der internationalen Ausstellungen deutlich genug Ausdruck 
gegeben zu haben. 
Wir hätten uns nun die Frage vorzulegm: was erreichen 
wir durch solche Ausstellung oder welche andere empfiehlt sich mehr? 
Hierbei möchte ich zunächst nun meine Ansicht dahin aussprechen, 
daß mit aller Energie dahin zu wirken, daß internationale Aus 
stellungen nur durch internationale Verträge der größeren Cultur 
staaten abgehalten werden dürfen. Dieses Grundprinzip muß sich 
Anerkennung bei den Regierungen verschaffen, sollen die armen 
Aussteller nicht eine Beute des Ausstellungsführers werden. Na 
türlich darf es keinem Industriellen irgend eines Landes verwehrt 
werden, sich an einer internationalen Ausstellung zu betheiligen. 
Seekrank. 
(Aus „Küstenfahrten an der Nord- und Ostsee", Verlag von Gebr. Kröner in Stuttgart) Siehe Seite 347.
        
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