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Volume 2. April 1881, Nr. 27

Full text: Der Bär (Public Domain) Issue7.1881 (Public Domain)

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gemeinnützigen Zwecken. Dieser Ausstellung folgte im Jahre 1877 
eine internationale Ausstellung der Leder-Industrie, 1878 eine 
solche der Papier-Industrie, eine Seilerei-, eine Molkerei- und eine 
Kochkunst-Ausstellung; gleichzeitig mit der Berliner Gewerbe-Aus 
stellung im Jahre 1879 fand eine internationale Mühlen-Aus- 
stellung auf Tivoli statt. Im vorigen Jahre hatten wir die so 
glänzend verlaufene 
internationale Fische 
rei-Ausstellung. 
Wie jede auf 
naturwüchsigem Bo 
den entsprungene und 
geleitete Ausstellung 
den Theilnehmern 
die Anregung giebt 
zu künftigem Wei 
terwirken und zum 
geineinsamen Stre 
ben nach weiten Zie 
len, so auch die Bau- 
Ausstellung im Jahre 
1874. Als Frucht 
derselben sehen wir 
den Berliner Bau 
markt, die perma 
nente Bau-Ausstel 
lung und die Weih- 
nachtsmessc sich nach 
und nach entwickeln 
und diese wesentlich 
beitragen zur För 
derung des Rufes 
der Berliner Ge 
werbe und zur Ent 
wickelung des Ge 
schmackes in kunst 
gewerblicher Rich 
tung. Auch die 
Berliner Gewerbe- 
Ausstellung im Jahre 
1879 verdankt zum 
Theil d enselb enMän- 
nern ihr Entstehen, 
die an der 74. Aus 
stellung mitgewirkt. 
Von dieser Aus 
stellung, die noch in 
Aller Erinnerung, 
unterlasse ich das 
Weitere zu sprechen; 
ich will nur anfüh 
ren, das; dieselbe von 
ca. 2000 Ausstellern 
beschickt war, und 
einen Ueberschuß von 
500,000 Mark er 
geben hat. Ueber die Verwendung dieses Ueberschusses möchte ich 
mir einige Worte gestatten, da die Beschlußfassung darüber erst 
in allerjüngstcr Zeit erfolgt und es wünschenswert^ aus verschie 
denen Gründen ist, das; die Kenntniß davon in recht weite Kreise 
dringe, um rechten Segen stiften zu können. 
Die bindende Bestimmung für einen etwaigen Ueberschuß lag 
im §. 14 der Bestimmungen der Ausstellung, welcher angab: 
„Nachzahlungen haben die Aussteller nicht zu leisten, ein Deficit 
tragen die Zeichner des Garantiesonds, ein Ueberschuß wird nach 
Beschluß des Comitös zu gemeinnützigen Zwecken verwendet". 
Die Majorität des Comitös neigte nun zunächst dem be 
stechenden Gedanken zu, durch ein äußerlich sichtbares monumen 
tales Werk der Berliner Gewerbe-Ausstellung im Jahre 1879 ein 
Denkmal zu setzen, das Kindern und Kindeskindern Kunde geben 
sollte, was freier 
Bürgcrsinn und auf 
opferungsvolle Thä 
tigkeit Bleibendes 
geschaffen. Während 
der Verhandlungen 
hierüber stellte sich 
als fast positiv sicher 
heraus, daß nach 
Eröffnung der Stadt 
bahn der Lehrter 
Bahnhof als solcher 
eingehen würde und 
scheint die Regierung 
den Plan zu haben, 
dieses Gebäude zu 
einem permanenten 
Ausstellungs-Pallast 
Herrichten zu wollen. 
Hierdurch fand Ver 
wirklichung der Plan, 
den ein seit 1875 
hier bestehendes 
Comitö unablässig 
im Auge verfolgte 
und selbstverständlich 
konnte von einer 
Verfolgung dieses 
Planes nicht weiter 
die Rede sein. Run 
hieß es von vielem 
Guten das Beste 
auswählen: einge 
denk, das; jene Sum 
me durch werkthäti- 
ges Schaffen des Ber 
liner Gewerbestandes 
infolge einer wohl 
gelungenen Ausstel 
lung erworben war, 
richtete sich das 
Augenmerk der dazu 
Berufenen vor Allem 
darauf, den Segen 
dieses Besitzthums 
dem Gewerbestande 
und dem Ausstel 
lungswesen zu Gute 
kommen zu lassen. 
Man entschied sich 
also für Schaffung einer Stiftung, welche den Namen führt: 
„Stiftung der Berliner Gewerbe - Ausstellung im Jahre 1879", 
und setzte ganz bestimmte Satzungen dafür fest. Hauptgesichts 
punkt war, das Capital bleibt für ewige Zeiten unantastbar, nur 
die Erträgnisse desselben dürfen den Zwecken der Stiftung zugeführt 
werden; letztere aber sollen Verwendung finden: 
a) vorläufig die Erträge von 100,000 Mark für Berliner Aus 
stellungen, 
Der Ausbau des ürrtiucr Zeughauses durch Geheimerath Hitzig. 
Originalzeichnung.
	        
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